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Legende: Audio Frostnacht: Geheiztes Zelt für Kirschbäume abspielen. Laufzeit 03:00 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 06.05.2019.
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Bauern rüsten auf Mit dem Heugebläse gegen den Frost

Die tiefen Temperaturen machen den Bauern einen Strich durch die Rechnung. Doch Not macht bekanntermassen erfinderisch.

In der Nacht auf Montag hatte der Frost die Schweiz im Griff, sogar im Südtessin sanken die Temperaturen auf Minus zwei Grad. Auch in der kommenden Nacht wird Bodenfrost erwartet. Die kalten Temperaturen sind Gift für die Obstproduzenten, weil viele Obstbäume in der Blüte stehen.

Einer der Betroffenen ist Thomas Lehner. Auf seinem Bauernhof im thurgauischen Braunau herrscht Hektik. Die sechs Angestellten decken die Kirschbäume mit einem selbstgebauten mobilen Zeltdach ab. Dann verlegen sie Plastikschläuche und schliessen diese an ein ausrangiertes Heugebläse an. So will das Team von Obstbauer Thomas Lehner warme Luft in die Kirschbaumplantage blasen, wenn die Temperatur in der kommenden Nacht unter die Nullgradgrenze fällt.

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Legende: Ein Ventilator saugt die kalte Luft am tiefsten Punkt ab. SRF/Selina Wiederkehr

Die Vorkehrungen von Lehner haben einen traurigen Hintergrund: Vor zwei Jahren hat er mit Frost schlechte Erfahrungen gemacht. 70 Prozent seiner Kirschenernte gingen wegen den kalten Apriltagen verloren. Das soll nicht mehr vorkommen, der Obstbauer hat vorgesorgt: «Ein Ventilator saugt die kalte Luft am tiefsten Punkt ab. Ebenfalls nutzen wir Frostkerzen, sogenannte Paraffinkerzen. Dazu ist ein mobiles Heugebläse auf einem Wagen im Einsatz, wir nennen ihn Feuerwagen.»

Heugebläse auf Kirschbaumplantage.
Legende: Ein ausrangiertes Heugebläse soll dem Team von Obstbauer Thomas Lehner helfen, warme Luft in die Kirschbaumplantage zu blasen und die empfindlichen Bäume zu retten. SRF/Selina Wiederkehr

Es sind mehrere Methoden, die kombiniert werden. Dank dem geheizten Zeltdach und den Paraffinkerzen könne man bis zu vier Grad ausgleichen. Die Massnahmen kosten aber viel Geld: «Das kann schnell 4000-5000 Franken kosten, teuer sind vor allem die Kerzen. Das Plastik muss sowieso aufgespannt werden, da es auch im Sommer gebraucht wird.»

Nahaufnahme von Kirschbaum.
Legende: «Wir hoffen auf Wolken und warmen Wind, was sehr förderlich wäre», so Bauer Lehner. Aber schlussendlich sei man auf die Natur angewiesen. SRF/Selina Wiederkehr

Die Kirschbäume auf Lehners Hof blühen, einzelne tragen schon eine Vorform der Frucht. Dies sei eine besonders heikle Phase, bei der eine Temperatur von Minus einem Grad schon grossen Schaden anrichten könne. Bauer Lehner hofft darauf, genug getan zu haben und auf das nötige Glück: «Wir hoffen auf Wolken und warmen Wind, was sehr förderlich wäre. Aber schlussendlich sind wir auf die Natur angewiesen.»

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Achim Frill  (Afri)
    Ja was wollt ihr denn? Reihenkulturen sind schlecht. Monokulturen sind schlecht. Anbau in Talsenken ist schlecht. Die verwendeten Sorten sind schlecht. Parafinkerzen sind schlecht. Und überhaupt, alles was die Bauern machen, um gute Produkte herzustellen ist schlecht. Aber regional beim Bauern einkaufen: das ist gut. Leute, merkt ihr was?
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  • Kommentar von Achim Frill  (Afri)
    Das ganze Jahr über predigen uns die Grünen, wir sollen nur noch regional einkaufen, wegen dem Klima und so. Wenn dann unsere regional produzierenden Bauern ihre durchs Jahr gehegten und gepflegten Pflanzen ein-zwei Nächte vor Frost schützen müssen, damit wir im Sommer auch wirklich regional kaufen können, dann geht das Klima- u. Umweltgeheule schon wieder los. Was für ein Widerspruch. Ich finde, irgendwann reicht es wirklich.
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    1. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Ich habe noch nie einen Grünen gehört, der gefordert hat, dass Kirschen in frostgefährdeten Lagen in Reihenkulturen angebaut werden sollen. Das mag für einen spezialisierten Betrieb am kostengünstigsten, oder allenfalls sogar notwendig sein um wirtschaftlich überleben zu können. Aber eine grüne Forderung ist das ganz bestimmt nicht.
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  • Kommentar von Erich Bucher  (Farbenfroh)
    Solche Methoden sind vielleicht für den einzelnen Bauer aktuell notwendig, aber als Modell aus bekannter Problemlage absolut untauglich. Hier braucht es für die Bauern Informationen um klima- u. Umwelttechnisch nachhaltiger vorzugehen. Und von der Politik neue Rahmenbedingungen.
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    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Rehmenbedingunge, Nachhaltigkeit? Um was geht es hier, um ein ganz normales hundsgewöhnliches Umweltrisiko, das die Bauern seit Jahrhunderten zu tragen haben. Was die Politik da mit neuen Rahmenbedingungen ändern soll, bleibt völlig schleierhaft. Noch mehr Subventionen oder was?
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