Zum Inhalt springen

Header

Video
Unternehmen vs. Kanton
Aus Schweiz aktuell vom 11.06.2020.
abspielen
Inhalt

Baukartell-Affäre Graubünden Baukonzern wirft Regierungsrat Ablasshandel vor

Der Baukonzern Kibag wehrt sich juristisch gegen eine Weko-Busse und eine Sperre von Submissionsvergaben in Graubünden.

Lange haben die Bauchefs geschwiegen – nun bricht einer das Schweigen: Ueli Widmer, Geschäftsführer des Baukonzerns Kibag mit Sitz in Zürich. Die Niederlassungen der Kibag im Kanton Graubünden sollen jahrelang Teil des Bündner Strassenbaukartells gewesen sein – zusammen mit elf anderen Strassenbau-Unternehmen.

«Wir haben nichts falsch gemacht und bei keinen Absprachen mitgemacht. Es gibt dafür keine Beweise. Wir fühlen uns ungerecht behandelt», sagt Widmer zu «Schweiz aktuell».

Ueli Widmer war in den 1990er Jahren Baudirektor des Kantons Appenzell Ausserrhoden und später Direktor des Bundesamts für Raumplanung. Er kennt sich aus mit der Vergabe von öffentlichen Aufträgen.

Die Kibag baut in der ganzen Schweiz und beschäftigt 2000 Mitarbeiter. Geschäftsführer Widmer bestreitet vehement, Teil des Strassenbaukartells gewesen zu sein. Dieses soll von 2004 bis 2010 hunderte Aufträge mit einem Volumen von 190 Millionen Franken untereinander abgesprochen haben. Gegen die Busse der Wettbewerbskommission (Weko) vom September 2019 wehrt sich die Kibag vor Bundesverwaltungsgericht.

Wir haben die Druckversuche durchaus als solche empfunden. Wir haben es als Ablasshandel verstanden.
Autor: Ueli WidmerGeschäftsführer Kibag

Gesperrt bei öffentlichen Vergaben

Die Kibag wehrt sich aber auch juristisch gegen den Kanton Graubünden. Dieser hat die Kibag nämlich im Mai gestützt auf den Weko-Entscheid für vier Jahre bei allen öffentlichen Bauvergaben in Graubünden gesperrt.

«Der Kanton hat verlangt, dass wir ein Schuldeingeständnis unterschreiben und mit ihm über Schadenersatzzahlungen diskutieren – obwohl wir nicht rechtskräftig verurteilt sind», sagt Widmer. «Wir haben die Druckversuche durchaus als solche empfunden. Wir haben es als Ablasshandel verstanden.»

Regierungsrat äussert sich nicht

Die Kibag hat beim Verwaltungsgericht Graubünden Beschwerde gegen die vierjährige Sperre eingereicht. Der zuständige Bündner Baudirektor, Regierungsrat Mario Cavigelli, wollte sich gegenüber SRF nicht äussern. Er machte geltend, es handle sich um ein laufendes Verfahren.

Schweiz aktuell, 11.06.2020, 19:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Die Angeschuldigte Firma findet selber keine Beweise. Ja wer hätte das gedacht....

    Damals bei der ABB im Kraftwerksbau, als Korruption in Drittstaaten von der Schweiz noch steuerlich gefördert wurde, sogar damals wurde uns von den Chefs alles instruiert, alles als normal bezeichnet, aber trotzdem Notizen verboten, oder die Dinge schriftlich zu regeln.

    Wer Fragen stellte und sich nicht beteiligen wollte, dem wurde gekündigt. Auch in der Kündigung stand nichts von Korruption.
  • Kommentar von Rolf Schurter  (Rolf vom Tsigervisse)
    Die Kibag als Unschuldslamm? - und wie ist das in Wangen / Nuolen SZ. Rückbaupflichten, Überbauungen am See mit entsprechenden Aufschüttungen, verlorene Verfahren gegen Kanton und Bund (?) Und dann noch das durch die Gemeinde Tuggen abgelehnte Bauprojekt Golfplatz Tuggen, Projektgegener die Bauern - wieviele davon wohl Pächter der Kibag? Und die Kibag damals doch Besitzer des Golfclub Nuolen oder täusche ich mich? Interessenkonflikt 1A