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Lehrplan 21 Befürworter spüren jetzt Rückenwind

Die Kantone Thurgau und Schaffhausen sprechen sich für den Lehrplan 21 aus. Der Entscheid könnte Signalwirkung haben.

Legende: Audio Grünes Licht in SH und TG abspielen. Laufzeit 02:08 Minuten.
02:08 min, aus HeuteMorgen vom 28.11.2016.
  • Der Lehrplan 21 ist der erste gemeinsame Lehrplan, den die deutsch- und mehrsprachigen Kantone erarbeitet haben.
  • Jeder Kanton entscheidet aber gemäss den eigenen Rechtsgrundlagen über die Einführung.
  • Kritisiert am Lehrplan 21 wird unter anderem, dass nicht der Erwerb von Schulstoff im Zentrum steht, sondern der Erwerb von Kompetenzen.

70 Prozent Nein-Stimmen im Kanton Schaffhausen, 75 Prozent Ablehnung im Thurgau: Die Lehrplan-21-Gegner hatten nicht den Hauch einer Chance. In beiden Kantonen sollte der Lehrplan dem Volk respektive dem Kantonsparlament zur Abstimmung vorgelegt werden – das war die Abstimmungsfrage am Sonntag.

Dass das Stimmvolk davon nichts wissen wollte, deutet Christian Amsler, Präsident der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz als ein Zeichen mit nationaler Bedeutung: «Das hat eine Signalwirkung für die Kantone, die als nächste darüber abstimmen.» Das sind die Kantone Aargau und Solothurn. Amsler hofft nun auf Rückenwind für den Lehrplan 21.

«Lehrplan 21 lässt sich nicht mehr aufhalten»

Auch die Gegner des Lehrplans 21 im Kanton Thurgau glauben nach ihrer überdeutlichen Niederlage nicht mehr daran, dass der Kampf gegen den neuen Lehrplan noch irgendwo gewonnen werden kann, wie Felix Huwyler, Co-Präsident des Initiativkomitees zum Ausdruck bringt: «Im Lehrplan 21 wird der Schüler nur noch auf wirtschaftliche Grundsätze ausgerichtet. Diese Lawine ist losgetreten, man kann höchstens noch ein bisschen mitmischen. Aufhalten wird man das nicht mehr können.»

Die Gegner des Lehrplans 21 haben im Thurgau also resigniert. Ganz zur Freude der Erziehungsdirektorin Monika Knill. Auch sie geht davon aus, dass mit diesem Entscheid der nationalen Gegnerschaft der Wind aus den Segeln genommen wurde: «Diese Signalwirkung wird sich positiv auf weitere Kantone übertragen.»

Gleichzeitig gibt sie zu Bedenken, dass zwar eine Schlacht erfolgreich geschlagen, der Krieg damit aber noch nicht gewonnen sei: «Man darf nie zu früh in eine Siegeslaune kommen. Das werden auch die anderen Kantone nicht können.»

Das Engagement darf nicht nachlassen

Auch in den Kantonen, in welchen im nächsten Jahr Abstimmungen über den Lehrplan 21 anstehen, müssten sich die Befürworter des Lehrplans weiter engagieren, will sie damit sagen.

Für Erziehungsdirektorenkonferenz-Präsident Amsler ist der Lehrplan 21 mit den deutlichen Volksentscheiden von Schaffhausen und Thurgau so gut wie in trockenen Tüchern. «Auf dieser Basis kann man sehr gelassen die umfassenden Einführungsarbeiten weiterverfolgen. Ich bin glücklich und zuversichtlich, dass dieses Kind gut auf die Reise geht.»

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Nur ein gesamtschweizerisches Schulbildungswesen, ist sinnvoll! Diese unsinnigen Einzelaktionen von einzelnen SelbstverwirklicherInnen, sind absolut nicht effizient da nicht mehr zeitgemäss (zusammenverbautes Miniland Schweiz), kompliziert (bei Umzügen- Ortswechsel von Familien,für Kinder und für Lehrpersonen) und damit unglaublich teuer.., da es andauernd Streitigkeiten bzgl. eines neuen Lehrplanes gibt.!! STOP den"Kantönligeist-Systemen"!Deshalb endlich und schweizweit: ein Schulbildungswesen!
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Ein mir bekannter Lehrer sieht das Problem des LP21 dort verortet, wo man Primar- und Sekschüler in Persönlichkeitsentwicklung und Anforderung an die Lehrpersonen mit Studenten gleichsetzt. In diesem Alter sei das Verhältnis zu den Lehrern wichtig, ein Aufbau einer persönlichen Beziehung mit ein paar wenigen Wochenstunden aber nicht möglich. Der LP21 entferne sich zu stark vom Modell, bei dem der Klassenlehrer den Grossteil der Lektionen erteilt. Zu viel phil. I, zu wenig phil. II (Generalisten)
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Damit sind zwei weitere Kantone mit dem "Einheits-Multikulti-Vermassungs-Programm" gesetzlich gebunden! Das heisst: Auch im Kanton Schaffhausen und Thurgau wird schlussendlich das Niveau und die Leistungsausweise bei den Schulabgänger(innen) nachlassen und noch mehr ideologisch manipuliert werden (links/grün und völlig nationenlos)! Man kann den herrschenden "Zeitgeist" offenbar nicht mehr verändern oder wieder bestehenden Werten in einem Land ohne Rohstoffe, zuführen!
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