Es ging um wenige Sekunden und um wenige Dutzend Meter: Vor gut zwei Jahren ist am Pfannenstiel ein schwerer Flugvorfall nur knapp glimpflich ausgegangen. Dies zeigt ein aktueller Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust). Ein Flugzeug war am frühen Morgen ohne Passagiere aus Deutschland unterwegs zum Flughafen Zürich, als es sich dem Boden gefährlich näherte.
Wie aus dem Abschlussbericht der Sust hervorgeht, befand sich die dreiköpfige Crew während des Sinkflugs über dem Pfannenstiel mit eingeschaltetem Autopiloten im Anflug. Plötzlich begann das Flugzeug jedoch unvermittelt und steil zu sinken.
Innerhalb kürzester Zeit näherte sich die Maschine dem Boden stark. Zwischenzeitlich sei sie nur noch rund 800 Meter über Grund geflogen. Zwar schlug die Flugsicherung Alarm, doch die Besatzung reagierte erst ein paar Sekunden später. Sie schaltete den Autopiloten aus und leitete einen Durchstart ein.
Zu dieser Zeit befand sich das Flugzeug noch in einer Höhe von rund 90 Metern über Boden. Damit konnte ein Unfall in letzter Sekunde verhindert werden: Hätte der Sinkflug nur etwa zehn Sekunden länger angedauert, wäre es laut Bericht zu einer Kollision mit dem Gelände gekommen.
Als wahrscheinliche Ursache nennt die Sust einen Fehler in der Software des Flugzeugs. Zusätzlich habe auch das späte Eingreifen der Crew zum gefährlichen Verlauf beigetragen.
Der zweite Anflug glückte
Zu einem Schaden kam es nicht. Nach dem abrupten Durchstart gewann die Dornier rasch wieder an Höhe und flog zunächst eine Warteschleife südlich des Flughafens. Kurz darauf setzte die Crew erneut zum Anflug an und landete das Flugzeug problemlos in Zürich. Wenig später absolvierte die Maschine bereits wieder einen weiteren Flug.