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Zwei Städte haben eine City-Managerin – warum sind es nicht mehr?
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 26.09.2020.
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Belebung von Innenstädten City-Manager: Kämpfer gegen das Lädelisterben

Aarau hat neu eine, Rheinfelden bereits seit Anfang Jahr und St. Gallen hat eine ganze Gruppe: Was nützen City-Manager?

Die Stadt Rheinfelden hat schön länger eine, Aarau hat eine neue, Solothurn und St. Gallen wollen keine: eine City Managerin. Durch diese Stelle sollen Innenstädte belebt werden. Die City Managerin oder der City Manager soll dafür sorgen, dass das Einkaufen in der Stadt ein Erlebnis ist, das die Shoppingtour im Internet nicht bieten kann.

Ein bekanntes Problem

In vielen kleineren und auch grösseren Städten zeigt sich das gleiche Bild: zunehmend leer stehende Geschäftslokale, Fussgängerzonen mit Nagelstudios neben Coiffeursalons oder Strassen an denen sich Kebab-Stände an Pizza-Takeaways reihen. Grund für Leerstände oder die «falschen» Läden ist das veränderte Einkaufsverhalten der Bevölkerung. Vieles wird im Internet bestellt oder im Einkaufszentrum eingekauft.

Schild "Totalliquidation" vor Laden.
Legende: Leere Läden an guter Lage gibt es auch in der Aarauer Innenstadt. Claudia Blangetti/SRF

Rheinfelden hatte die erste

In der Aargauer Kleinstadt Rheinfelden kümmert sich seit Anfang Jahr Sarina Pensa um dieses Thema. Sie ist die City-Managerin des Städtchens. Eine Befragung hatte ergeben, dass eine ausgestorbene Altstadt eine der grössten Sorgen der lokalen Bevölkerung ist.

City-Managerin Pensa arbeitet in einem Büro in der Altstadt, nahe bei den Gewerblern. Finanziert wird ihre Stelle von Stadt und Gewerbe. Der Austausch sei unkompliziert, die Wege kurz. Rheinfelden habe eine Grösse, die eine Person allein noch bewältigen könne. In grösseren Städte wäre eine einzelne City-Managerin überfordert, meint Sarina Pensa.

Altstadtgasse.
Legende: Rheinfelden hat als eine der ersten Städte eine City Managerin angestellt, die sich um die Altstadt kümmert. SRF

Kurz nach ihrem Stellenantritt kam der Corona-Lockdown, Geschäfte und Restaurants mussten schliessen. Sie habe eine Übersicht der Grundversorgung erstellt, so Pensa. Welche Läden haben geöffnet, wer liefert heim? Zudem wurde ein Beratungsangebot für Ladenbesitzer auf die Beine gestellt.

Eine City Managerin für mittlere Städte?

Ab Oktober hat auch die mittelgrosse Stadt Aarau ihre Managerin. Das Lädelisterben sei zwar noch nicht so schlimm wie andernorts, meint Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker. Doch auch in Aarau seien hohe Mieten oder viele Fastfood-Läden auf kleinem Raum ein Thema. Befristet auf vorerst drei Jahre soll City-Managerin Romana Waller darum die Kommunikation zwischen Immobilienbesitzern und Handel verbessern.

Frau in Aarauer Altstadt.
Legende: Romana Waller übernimmt im Oktober in Aarau den Posten der City Managerin. Claudia Blangetti/SRF

Wie in Aarau und Rheinfelden sind auch in der Stadt Solothurn leere Läden oder die Parkplatzsituation alltägliche Sorgen. Auch hier prüfte man die Anstellung einer City Managerin, verwarf die Idee jedoch. Die Strategie der Altstadt sei Chefsache, meinte Stadtpräsident Kurt Fluri. Er und der Stadtschreiber seien im regelmässigen Austausch mit der Stadtgewerbevereinigung.

Aufgabe verteilen anstatt konzentrieren

Im grossen Zürich sind die Argumente ähnlich wie die im kleineren Solothurn: zu komplex für eine einzige Person. Die Kuration einer Stadt aus einer Hand funktioniere nur bis zu einer bestimmten Grösse, heisst es bei der Stadtentwicklung. Zürich – oder nur schon die Bahnhofstrasse – seien zu gross.

Altstadt, historisches Stadttor.
Legende: In Solothurn kümmert sich der Stadtpräsident um die Anliegen des Gewerbes. SRF

In St. Gallen ist man ebenfalls der Meinung, eine einzelne Person wäre mit der Aufgabe überfordert. Um eine attraktive und belebte Stadt kümmert sich deshalb nun eine Gruppe, bestehend aus sechs Personen: das City-Management-Board. Vertreten sind darin unter anderem Gewerbe und Gastronomie, die Standortförderung oder der Tourismus.

Auch in Davos existiert seit einigen Monaten ein City-Management-Board. Die Trägerschaft ist ähnlich gegliedert wie in St. Gallen. Das Ziel: die Promenade aufleben lassen.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 26.9.2020, 17.30 Uhr;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    Die Leute kaufen mehr im Internet, die Nachfrage verändert sich. Das hat aber auch mit diversen Angeboten zu tun, wie zum Beispiel der Möglichkeit, Kleidung zu Hause anzuprobieren und gratis zurückzusenden. Man macht es sich Wirtschaftsfragen zu einfach, wenn man nur auf eine Seite fokussiert.
  • Kommentar von Hermann Roth  (Dr. Wissenschaftler)
    In kleineren Städten sieht man regelmässig Lokale, die für längere Zeit leer stehen. Wenn anscheinend das Geschäft in der Innenstadt nicht mehr floriert und entsprechend die Nachfrage nach diesen Lokalen sinkt - weshalb sind dann die Ladenmieten immer noch so total überteuert? Gäbe es da einen Deckel, könnten sich die Betreiber die Ladenmieten auch in schwierigeren Zeiten (z.B. jetzt) noch leisten. Aber Hauptsache, die Vermieter können schön abkassieren.
  • Kommentar von markus kohler  (nonickname)
    Heute hat es in den Innenstädten unzählige international tätige Kleiderboutiquen und Schmuckläden. Bern beherbergt dann noch zwielichtige Privatbanken. In Bern werden alle paar Jahre die gesamten Gassen aufgerissen, da Leitungen und Tramschienen wieder alle kaputt sind. Dort wo nicht alles abgesperrt sind Horden von rempelnden Touristen oder eine Kundgebung für Somalia etc.
    Es gibt keinen Grund warum ich in eine Innenstadt einkaufen gehen sollte, die Managerinnen sind rausgeworfenes Geld.