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Schweiz Bergbauern verdienen viel weniger als ihre Kollegen im Flachland

Für die Schweizer Bauern war 2013 ein überdurchschnittlich gutes Jahr. Sie haben fast zehn Prozent mehr verdient als noch im Vorjahr. Im Schnitt hat ein Betrieb 88'500 Franken eingenommen wie Agroscope am Donnerstag bekannt gab. Die Unterschiede sind jedoch gewaltig.

Bergbauern beim Heuen.
Legende: Trotz Maschinenzeitalter, müssen Bergbauern viel Handarbeit leisten. Keystone

Martin Brugger vom Schweizer Bauernverband macht ein Beispiel für einen Hof auf der Schattenseite des Einkommens: «Ein kleiner Betrieb auf über 1000 Metern mit vielen steilen Flächen: Auch wenn der Bauer das Meiste maschinell mähen kann, ist immer noch sehr viel Handarbeit nötig.»

Eindeutige Tendenz

Ein Beispiel von der Sonnenseite ist ein Hof, beispielsweise im Engadin, mit flachem Land, Milchwirtschaft und lukrative Absatzmöglichkeiten im Tourismusgebiet.

Pierrick Jan, der die Einkommen der Landwirte analysiert hat, sagt dazu: «In allen Regionen gibt es Betriebe, die relativ gut verdienen. Es gibt trotzdem eine eindeutige Tendenz: Der Arbeitsverdienst ist in den Bergregionen deutlich tiefer.»

«Schlafen im Stroh» hilft

Im Schnitt verdient eine Familien-Arbeitskraft im Berggebiet jährlich rund 32'500 Franken und somit rund 15'000 Franken weniger als der durchschnittliche Verdienst auf allen Höfen. Darin eingeschlossen sind Einnahmen aus der sogenannten Para-Landwirtschaft – also mit dem Berg-Beizli neben dem Stall, mit Ferien auf dem Bauernhof oder Schlafen im Stroh.

Ein Landwirtschaftsbetrieb mit weniger lukrativen Zweigen kompensiert mit Nebeneinkünften. Saisonal wie mit der Arbeit am Skilift im Winter oder ganzjährlich mit Unterrichten und anderen Jobs ausserhalb der Landwirtschaft. Diese Nebeneinkünfte können bis zur Hälfte der gesamten Einnahmen ausmachen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Unsere Bergbauern haben absoluten Vorrang - ich finde es eine beschämende Sache , dass diese hart arbeitenden Landschaftspfleger weniger verdienen wie der Rest der Bauern . Diese Bergbauern verdienen eine hohe Wertschätzung , sie sind ein Pfeiler der gesunden und lebenswerten Schweiz . Die Autovignette kostet ja auch, warum nicht eine Landschafts- Bergvignette für unsere fleissigen Bergbauern ?
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    1. Antwort von Agnes Sommer, London
      Seit wann hat denn der Lohn irgendetwas damit zu tun wie wichtig oder wertgeschätzt eine Arbeit ist?
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    2. Antwort von Reto v. Gunten, Thun
      Landschaftspfleger?? Vergessen sie das mal. Auch im Berggebiet nimmt die Artenvielfalt dramatisch ab, dank der tollen "Landschaftspfleger". Sogar Alpweiden werden überdüngt. Die Natur braucht vor allem Gebiete, in denen keiner hineinpfuscht u. keine "Pflege". Beispiel Schafhaltung: Überall Schafe, bis in die höchsten Lagen! Die Folge sind Krankheiten beim Wild und Rückgang der Bestände, da Gämsen, Rehe usw. nicht mehr da fressen mögen, wo Schafe weiden. So viele haben keine Ahnung von der Natur!
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  • Kommentar von Reto v. Gunten, Thun
    Bei dem Gejammere der Bauern kommt mir immer wieder die Frage: Wer zwingt sie dazu? Es kann doch wohl auch niemand ernsthaft den Anspruch haben, dass man mit fünf Kühen und ein paar Schafen ein Auskommen hat! In anderen Ländern sind Betriebe, die bei uns als Vollerwerbsbetriebe vom Staat durchgefüttert werden, reine Hobbybetriebe. Also aufhören jammern, oder andere Arbeit suchen. Und ja, es ist mir wurst, ob das Land dann zuwächst. Die Wiesen sind eh überdüngt u. artenarm. Wald ist gut!
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    1. Antwort von Jérôme Lacrosse, Riehen
      Autsch! Welch erbärmlicher Kommentar. Es ist wohl zuviel verlangt, Zusammenhänge zu verstehen. Nein, nicht alles, was Nutzen bringt, bringt auch viel Kapital. Ich empfehle mal Ferien in den Bergen, Wanderungen über Alpweiden und einen Besuch beim Bergbauern auf der Alp und dort gleich noch einen Käse zu kaufen. Beim persönlichen Gespräch öffnen sich einem die Augen.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Dann sollen sie eben vom Bund finanziell unterstützt werden. Es kann nicht sein, das die CH Kroatien und anderen osteuropäischen Ländern laufend mit Millionen und Milliardenbeträgen unter Druck der EU unter die Arme greift, ihre eigenen Landsleute, konkret eben die Bergbauern, an die kurze Leine nimmt und knausert. Letztendlich bezahlen wir Steuern für die Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung und nicht für den Rest der Welt.
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    1. Antwort von Silvia Gmür, Dietlikon
      Ja, ich bin sehr dafür, dass wir zuerst unseren Landsleuten helfen und sie unterstützen, anstatt unser Steuergeld ins Ausland schicken! Wieviele Schweizerfamilien haben zuwenig zum Leben.....wir müssen zuerst unserm Volk schauen!
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    2. Antwort von P Zunger, Basel
      Bergbauern sind halt bodenständige Leute, die in grosser Zahl die SVP wählen (schauen Sie sich nur Abstimmungsresultate in Bergregionen an), und unseren EU Turbos in Bern mehr als misstrauen. Zu Recht, denn von diesen ist keine ernst zu nehmende Hilfe zu erwarten, oder sind "Kuhfladen" Subventionerungen nachhaltige, Bedürfnis gerechte Hilfen?
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    3. Antwort von Albert Planta, Chur
      So gesehen könnten wir gleich das erwerbslose Einkommen für Alle einführen. Mit geht es nicht in den Kopf, warum einzelne Gruppierungen bevorzugt behandelt werden sollen. Ganz gleich, ob es sich um Ausländer, Asylanten oder Kleinbauern handelt.
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