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Bergeller SAC-Hütte soll neu erschlossen werden
Aus Regionaljournal Graubünden vom 15.07.2021.
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Bergsturz Bondo Bergeller kämpfen um neuen Zugang zu SAC-Hütte am Piz Cengalo

Ein neuer Bergweg zur Sciora-Hütte soll nicht mehr mitten durch die Gefahrenzone führen. Kostenpunkt: 1.1 Millionen Franken. Geplant sind bis zu vier Hängebrücken und ein vier Kilometer langer Weg oberhalb des 2017 verschütteten Gebietes bei Bondo.

Vor vier Jahren hat ein Bergsturz am Piz Cengalo im Bergell Menschen getötet und eine ganze Region verwüstet. Diese Wunden heilen nur langsam. Schon der vierte Sommer ist beispielsweise die Sciora-Hütte zu. Der Bergsturz hat in der Val Bondasca den Weg zur SAC-Hütte meterhoch verschüttet. Ein komplett neuer Weg soll jetzt die Hütte wieder zugänglich machen und damit die Mobilität in der Bergeller Bergwelt wieder herstellen.

Die Ausgangslage ist schwierig. Der Weg zur Sciora SAC-Hütte führt mitten durch die Gefahrenzone. Diese soll jetzt umgangen werden – mit Hängebrücken und einem vier Kilometer langen Weg. «Es sind bis zu vier Hängebrücken geplant», sagt Fernando Giovanoli, Gemeindepräsident von Bregaglia.

Es sind bis zu vier Hängebrücken geplant.
Autor: Fernando Giovanoli Gemeindepräsident Bregaglia

Nach dem grossen Bergsturz im August 2017 gingen viele Spenden ein. «Dieses Geld war für den Wiederaufbau im Dorf bestimmt», sagt der Gemeindepräsident. Es reiche nicht auch noch für Wiederherstellungsbauten ausserhalb des Dorfes Bondo. Der neue Weg soll über eine Million Franken kosten.

Der grosse Bergsturz 2017

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Legende: Keystone

Am 23. August 2017 donnerten bei Bondo im Bergell rund vier Milllionen Kubikmeter Geröll und Schutt ins Tal.

Die Felsmassen waren am Piz Cengalo im Val Bondasca abgebrochen und hatten zu einem Murgang geführt.

Die Gesteinsmassen kamen bis an den Dorfrand von Bondo und schnitten das Dorf von der Aussenwelt ab. Das Dorf mit den 200 Einwohnern wurde vollständig evakuiert.

Acht Menschen kamen beim Bergsturz ums Leben.

Für das neue Bergwanderwegprojekt muss deshalb neues Geld gesucht werden. Einerseits sollen Gemeinde und Kanton das Projekt finanziell unterstützen, andererseits der SAC und Private. «Wir werden sicher alle Töpfe des Kantons zur Förderung des Langsamverkehrs anzapfen», sagt der Gemeindepräsident. Aber ohne das Engagement Privater gehe es nicht. Die Bergeller setzen auf Fundraising.

Verbindung von vier SAC-Hütten

Der gewagte Bau mit drei oder vier Hängebücken ist laut dem Gemeindepräsident von Bregaglia mehr als ein Zustieg zur Sciora-Hütte. «Er schliesst eine Lücke im alpinen Wegnetz», sagt Fernando Giovanoli. Nur so könne weiterhin von Maloja bis Bondo eine Tour über vier SAC-Hütten gelaufen werden. Der Weg erschliesst den Übergang zum Cacciabella-Pass und dem Albigna-Gletscher.

Die Sciora-Hütte liegt auf 2118 m. ü. Meer, weit hinten in der Val Bondasca. Ihre Nachbarhütte Sasc Furä wurde 2019 mit einem neuen Weg erschlossen und wiedereröffnet. 2023 könnte die Sciora-Hütta in der Val Bondasca dank dem neuen Weg ebenfalls wieder öffnen. Dann, wenn die Finanzierung des neuen Weges gelingt – und wenn der Piz Cengalo ruhig bleibt.

Regionaljournal Ostschweiz und Graubünden, 16.07.2021, 17:30 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Simmen  (SIP)
    Hoffentlich ist in den 1,1 mio eine Gedenktafel der 8 Verunglückten inbegriffen. Wir sind am 3.9.2014 von der Albigna Staumauer Richtung Cacciabella Pass gestartet. Der Weg war Rot-Weiss markiert. Plötzlich wechselt der Weg auf Blau-Weiss. Umkehren? Zum Teil schlecht verankerte und wackelige Leitern. In der Sciora Hütte essen wir eine Suppe. Weder Hüttenwart noch Angestellte machen uns auf irgendwelche Gefahren aufmerksam auf dem Weg nach Bondo. Ebenso waren Gefahrenschilder ersichtlich.
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Und wenn definitiv abgeklärt ist, warum der Weg durchs Gefahrengebiet nicht gesperrt wurde? 8 Menschen, die ihr Leben lassen mussten, weil sich niemand verantwortlich fühlte? 8 Menschen ihr Leben lassen mussten, weil die technische Lösung zu teuer war? Und nun ist ein neuer Weg für 1,1 Mio CHF geplant. Irgendwie makaber.
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Mir geht es nicht darum, dass das Leben nicht weiter gehen soll. Mir geht es darum, dass genau hingeschaut wird, Fehler zugegeben werden, Verantwortung übernommen wird mit dementsprechenden Konsequenzen. Und vor allem sich bei den Hinterbliebenen durch die Wahrheit zu entschuldigen.
    2. Antwort von Robert Frei  (RFrei)
      Das Gefahrengebiet war als solches signalisisert. Damit gilt die Eigenverantwortung.
    3. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Herr Frei, Angenommen Sie suchen sich eine Wanderung im Internet aus, im Beschrieb steht nichts von Gefahr, darauf hin reisen Sie vielleicht 2, 3 hundert Kilometer an und zum ersten Mal auf dem Parkplatz sehen Sie ein Warnschild, wie würden Sie reagieren? So viel ich mich erinnern kann, stand da nichts von Lebensgefahr, von null Chancen bei einem Bergsturz. So viel zu Ihrer Eigenverantwortung. Sollte es anders gewesen sein, können Sie mich ja überzeugen.
    4. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Wer Bergwanderungen unternimmt weiss, dass es immer kurzfristig Gründe geben kann, wieso eine Wanderung nicht unternommen werden kann. Dazu gehören Sperrungen wegen Bergsturzgefahr, Forstarbeiten, Witterungsbedingungen und Gefahren durch Tiere wie Kuhherden oder Herdenschutzhunde, die ihr Gebiet sehr massiv verteidigen können. Die Alpen auf Höhe der SAC-Hütten sind kein gefahrenfreier Abenteuerpark.
    5. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Frau Meier, Es geht mir nicht um Nullrisiko Wanderungen. Bei jeder Wanderung, egal wo kann etwas Aussergewöhnliches passieren. Es geht um die damals bekannte, akute Gefahr. Das Gebiet hätte gesperrt gehört. Die Überwachung des Berges per Technik war den Zuständigen ja zu teuer. Aus meiner Sicht wurde ein zu grosses Risiko eingegangen, auf die Wandernden abgeschoben. Das ist dasselbe wie ein frei zugängliches Variantenskifahrergebiet, obwohl man weiss, es wird sich demnächst eine Lawine lösen.