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Bundesrat Alain Berset nimmt Stellung zur Massnahme
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Besondere Lage in der Schweiz Wie kann man Panik verhindern, Herr Berset?

Heute hat der Bundesrat die Massnahmen verkündet, welche er angesichts der wachsenden Coronavirus-Infektionen in der Schweiz ergreift. Dazu gehört das Verbot von Grossveranstaltungen. Gesundheitsminister Alain Berset nimmt Stellung.

Alain Berset

Alain Berset

Bundesrat

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Der 47-jährige Sozialdemokrat leitet seit 2012 das Departement des Innern (EDI) und war 2018 Bundespräsident. Zuvor war er als Ständerat für den Kanton Freiburg tätig und übte dort 2008/2009 das Amt als Ständeratspräsident aus.

SRF News: Sie haben die Grenze bei 1000 Personen angesetzt, das scheint willkürlich.

Alain Berset: Grossveranstaltungen sind genau jene Anlässe, bei denen sich die Infektionskette sofort verliert. Und das würde eine ganz andere Ausgangslage in der Schweiz schaffen. Deswegen wollten wir diese Differenzierung machen.

Das hat etwas Willkürliches, das gebe ich zu.

Das hat etwas Willkürliches, das gebe ich zu. Wir gehen aber davon aus, dass wir bei kleineren Räumen die Situation besser im Griff haben können. Deshalb haben wir diesen Schritt getan. Ich hoffe, dass es dabei bleibt. Aber die Situation ändert sich jeden Tag.

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Alain Berset: «Ich gebe zu, es hat etwas Willkürliches.»
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Warum soll der öffentliche Verkehr kein Risiko sein, da sind täglich über tausend Leute in einem Zug – auf engstem Raum?

In der Tat. Das zeigt auch, dass die Massnahme des Bundesrats verhältnismässig und – so hoffen wir – auch wirksam ist. Und das ist die Differenz: Bei einem Konzert beispielsweise, mit 2000 Personen auf sehr engem Raum, können sie die Hygienemassnahmen für sich selbst nicht einhalten. Und wenn hier eine Infektion ausbricht, dann können wir dies nicht mehr nachverfolgen.

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Alain Berset: «In Zügen und Büros ist es anders.»
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In Zügen und Büros ist das anders. Man weiss heute, dass es für die Übertragung des Virus während mehr als 15 Minuten eine Distanz von weniger als 2 Meter braucht. Das haben wir berücksichtigt.

Sie wollen also die Infektionsketten so lange wie möglich nachvollziehen können. Heisst das, dass Sie momentan für jeden Fall in der Schweiz wissen, wo sich die Person angesteckt hat?

Im Moment ja, und das bedeutet, dass wir die Betroffenen und deren Familien und Angehörigen in Quarantäne setzen können. Dies ist ein riesiger Vorteil, wenn man die Epidemie in Grenzen halten will.

In Deutschland gingen diese Infektionsketten verloren – trotzdem wurden vergleichbare Massnahmen dort nicht ergriffen. Wie erklären Sie sich das?

In Deutschland wäre es wohl zu spät dafür. Darum haben wir uns entschieden, diesen Schritt jetzt zu machen. Das erlaubt auch eine gute Zusammenarbeit und bessere Koordination mit den Kantonen, die diese Massnahme sehr unterstützt haben. Und es zeigt, dass Bedarf an Zusammenarbeit herrscht.

Welche Massnahmen ergreifen Sie dann, wenn die Infektionsketten in der Schweiz nicht mehr rückverfolgbar sind?

Es ist sehr schwierig, Prognosen zu machen. In vier, fünf Tagen seit dem Ausbruch in Norditalien und der heutigen Entwicklung hat sich die Situation bereits sehr stark verändert. Wir müssen gleichzeitig bescheiden, transparent und entschlossen bleiben, aber auch verhältnismässige und wirksame Massnahmen treffen.

Viele Leute sind erschrocken über die drastischen Massnahmen. Wie kann man verhindern, dass sie nun Angst haben, in Panik ausbrechen?

Ehrlich gesagt: Die Massnahmen sind nicht so drastisch. Es zeigt hingegen, dass wir handeln, dass wir handlungsfähig sind. Und dass wir auch bereit sind, im richtigen Moment verhältnismässige und wirksame Massnahmen zu treffen.

Wir sind ja auch hier, um das Land zu führen und das Beste für den Schutz der Bevölkerung zu tun.

Aber es ist in der Tat nicht einfach. Mir wäre es auch lieber, mit dem Bundesrat nicht darüber diskutieren zu müssen. Die Situation ist aber eine andere. Wir sind ja auch hier, um das Land zu führen und das Beste für den Schutz der Bevölkerung zu tun. Und die oberste Priorität des Bundesrates ist der Schutz der Bevölkerung und der öffentlichen Gesundheit.

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Alain Berset: «Wir sind hier, um das Land zu führen.»
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Die Fragen stellte Gion-Duri Vinzenz.

srf/blanc

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