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Legende: Video Unrechtmässige Kündigung wegen Schwangerschaft abspielen. Laufzeit 05:46 Minuten.
Aus News-Clip vom 30.05.2019.
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Betroffene Frauen berichten Kündigung am ersten Tag nach der Mutterschaft

10 Jahre lang hat Céline Z. in der gleichen Firma gearbeitet, zur grössten Zufriedenheit ihrer Chefs. Am Tag ihrer Rückkehr aus der Mutterschaft wurde ihr gekündigt.

Noch kurz vor ihrer Schwangerschaft ist Céline Zoeteweij befördert worden. Sie arbeitete über 10 Jahre für ein renommiertes Immobilienunternehmen in Genf. Zurück im Büro nach ihrem Mutterschaftsurlaub wird ihr eröffnet, man habe in der Zwischenzeit jemand kompetenteres eingestellt.

Kampf bis vor Gericht

«Ich stand komplett unter Schock», sagt die Frau, die mit ihrem zweiten Kind schwanger ist. «Ich hatte damit gerechnet, dass es ein schwieriger Tag wird, aber nicht mit einem solchen Schock.»

Sie hat die Kündigung nicht akzeptiert und ist bis vor Gericht gegangen. Dort hat sie in erster Instanz verloren, in der zweiten dann gewonnen. Das Gericht hat ihr eine Entschädigung von drei Monatslöhnen zugesprochen.

Ihr ehemaliger Arbeitgeber hat den Fall nun ans Bundesgericht weitergezogen und war für «10vor10» für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

«Ich weiss jetzt, dass ich es überlebe»

Für Céline Zoeteweij war es klar, dass sie sich wehren muss. Der Zusammenhang zwischen der Mutterschaft und der Kündigung erschien ihr klar. «Ich sehe keinen anderen Grund. Sie kannten mich ja seit 10 Jahren und konnten meine Arbeit beurteilen.» Es gebe das Gleichstellungsgesetz und es müsse angewendet werden, sagt Zoeteweij.

Sie hofft auch, dass sie mit ihrem Beispiel andere Frauen dazu ermutigt, sich zu wehren. Heute hat sie wieder eine Arbeit in ihrer Branche und ist zufrieden. Und sie würde alles noch einmal genau gleich machen. «Ich weiss jetzt, dass ich es überlebe», lacht die Frau. «Zudem ermutigt es hoffentlich andere betroffene Frauen, sich zu wehren.

Nur wenige Fälle vor Gericht

Nur zwei bis drei Fälle pro Jahr landen vor Gericht, wie derjenige von Céline Zoeteweij. Die meisten betroffenen Frauen wenden sich an die Schlichtungsstelle ihres Kantons. Eine dieser Frauen ist Sabine S. Da sie auf Stellensuche ist, möchte sie anonym bleiben und «10vor10» hat ihren Namen geändert.

Sabine S. war bereits schwanger, als sie einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieb. Ihr wurde von Juristen empfohlen, den Arbeitgeber noch vor Stellenantritt über die Schwangerschaft zu informieren. «Zwei Wochen später habe ich dann den Arbeitgeber informiert und hatte 24 Stunden später die Kündigung auf dem Tisch. Dort stand schwarz auf weiss: Kündigung wegen Schwangerschaft.»

Sabine S. ist sehr enttäuscht, sie hatte sich auf die Stelle gefreut. Sie akzeptiert die Kündigung nicht und wehrt sich. Sabine S. und ihr Arbeitgeber einigen sich auf eine Entschädigung von drei Monatslöhnen vor der Schlichtungsstelle.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Stefanie Boitel  (Frau)
    @Lhot: Sie bringen es auf den Punkt - für sovieles in unserem Land: "reich im Portemonnaie, arm in der Seele".
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    2) Das richtige Problem ist aber die Zeit nach dem Wiedereintritt nach MU: Die meisten Frauen wollen Teilzeit arbeiten. DAS GEHT OFT NICHT! Fertig. Nach meiner Erfahrung schiessen sich die jungen Mütter aber endgültig dann ab, wenn sie verlangen, dass ihre Fehlzeiten wegen des Kindes vom Team mitgetragen werden. Kind ist für den Betrieb keine Bereicherung. Das sollten die MA einsehen. Sie sollten länger beim Kind bleiben und wieder kommen, wenn wirklich leistungsfähig und -willig.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    1) Fakt ist: Heute wird anstatt der gesetzlichen 80% MSEntschädigung sehr aggressiv nach "besseren Konditionen" gerufen, was vielerorts in 100% Lohn resultiert. D.h.: 20% Lohn während Mutterschaft ohne Leistung im Betrieb. Den Job machen die anderen, weil eine Vertretung zu rekrutieren, einzuführen und gleich zu bezahlen, auch ca. 0.5 Jahreslohn bedeutet. Das bedeutet Unmut. Oder wird tatsächlich eine Stv. rekrutiert, das bedeutet Mehrkosten. Schwangerschaft verteuert also die MA. 2) Teil folgt.
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