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Mutmasslicher Betrug bei Corona-Krediten in der Waadt
Aus Schweiz aktuell vom 25.05.2020.
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Betrug mit Corona-Krediten Durchsuchungen und Verhaftungen in der Waadt

1.5 Millionen Franken wurden schon ins Ausland transferiert. Offenbar fälschten die Täter Umsatzunterlagen von Firmen.

Firmen, die wegen Corona in Not sind, sollen rasch und unbürokratisch Geld bekommen. Das ist das Ziel der Notkredite des Bundes. Dass dies auch BetrügerInnen auf den Plan rufen könnte, hielt Finanzminister Ueli Maurer noch Ende März für unwahrscheinlich. «Ich gehe davon aus, dass Leute, die ihr ganzes Vermögen in ihre Firma gesteckt haben, den Staat nicht über den Tisch ziehen wollen», sagte er.

Doch genau das scheint nun passiert zu sein: In der Waadt sorgt ein möglicher Betrugsfall in Millionenhöhe für Schlagzeilen. Verdächtige sollen auf illegale Weise versucht haben, die Notsituation auszunützen.

Millionenkredite erschlichen

Mehrere Täter sollen bei verschiedenen Banken Kredite im Wert von mehreren Millionen Franken erschlichen haben. Sie sollen unter anderem Falschangaben zu den Umsätzen ihrer Unternehmen gemacht und davon profitiert haben, dass Corona-Notkredite unbürokratischer vergeben werden. Das teilte die Waadtländer Staatsanwaltschaft mit.

Symbolbild: Eine hand greift nach Geldbündeln.
Legende: Die vereinfachte Kreditvergabe im Rahmen der Covid-Verordnung ruft auch Betrüger auf den Plan. Keystone

Die Polizei führte letzte Woche in mehreren Unternehmen Razzien durch und nahm dabei mehrere Personen vorübergehend fest. Ein Verdächtiger befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Zahlreiche Bankkonten wurden gesperrt. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet.

Schweizer Bürger mit türkischen Wurzeln

Der Katalog der möglichen Verstösse ist lang: Ermittelt wird wegen Betrugs, Untreue, schwerer Misswirtschaft, Wertpapierfälschung, Geldwäsche und Verstoss gegen die Covid-Verordnung des Bundesrats. Diese regelt unter anderem die rasche Kreditvergaben für Unternehmen.

Gemäss der Waadtländer Staatsanwaltschaft handelt es sich bei den Verdächtigen um Schweizer Bürger mit türkischen Wurzeln. Von dem erschlichenen Geld sollen bereits mehr als 1.5 Millionen Franken ins Ausland überwiesen worden sein. Laut der Staatsanwaltschaft wurden Schritte unternommen, um diese Gelder wieder in die Schweiz zu transferieren.

Aufgrund der laufenden Ermittlungen macht die Staatsanwaltschaft keine weiteren Angaben zu den Untersuchungen.

Betrugsversuche auch in Zürich

Bereits am 12. Mai waren ähnliche Betrugsfälle im Kanton Zürich bekannt geworden. Rund 30 Verdachtsfälle für betrügerisch gestellte Anträge wurden dort im Zusammenhang mit der Covid-Verordnung des Bundesrates öffentlich gemacht, es kam zu Ermittlungen. Der genaue Deliktsbetrag konnte zum damaligen Zeitpunkt jedoch noch nicht beziffert werden. Häufig ging es um Betrug und Urkundenfälschung, möglicherweise auch um Geldwäscherei. Die erlangten Kredite würden entweder auf Privatkonten oder ins Ausland transferiert. Oder sie würden für nicht Corona-bedingte Zwecke verwendet, wie für die Rückzahlung von privaten Darlehen, hiess es. (sda)

Rendez-vous vom 25.5.2020, 12.30 Uhr

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ich denke es wird das Beste sein, wenn diese "kriminellen Elemente" nach dem Verbüssen ihrer Strafe und der Abgabe ihres Zweitpasses, den Spuren ihres Geldes folgen und fortan dort ihr Dasein bestreiten.
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  • Kommentar von Oliver Gawlowski  (Oliver Gawlowski)
    Kommt das überraschend? Nein, sogar Ueli Maurer hatte bei der Bekanntgabe das Risiko eingeräumt. Es werden noch einie Fälle mehr werden. Man kanns den Banken kaum verübeln weil sie innert Kürze eine Unmenge an Daten verarbeiten mussten und immer noch müssen. Aber es bezahlt ja nicht die Bank, es bezahlen wir mit unseren Steuergelder und wehe wir reichen unsere Steuern zu spät ein, dann kommt der Zettel schnell. Die haben mir eine Korrektur geschickt wegen ein paar lächerlichen Franken kürzlich!
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    1. Antwort von Max Lienhard  (max vordemwald)
      Ich kann die Banken nicht aus der Verantwortung entlassen. Mit einer normalen Kontrolle wären diese kriminellen Leute aufgeflogen. Aber eben das Risiko trägt ja der Bund das heisst der Steuerzahler,
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wo viel GELD ist/fliesst,, ist die GIER nicht weit! Das war von Beginn an klar, dass wenn der "Bund" während der Pandemie erst GELD fliessen lässt, automatisch "kriminelle Elemente" versuchen werden, an GELD zu kommen! Welche Präventiv- und Kontroll-Massnahmen der Zuständigen im gesamten Verwaltungsapparat, wurden effektiv ergriffen/genutzt??
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