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Bischof Felix Gmür übers Beten und über Liveübertragungen von Gottesdiensten
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 18.09.2020.
abspielen. Laufzeit 10:31 Minuten.
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Bettag Bischof Gmür: «Messen sind am besten, wenn man sie live sieht»

Jeweils am dritten Sonntag im September wird in fast allen Kantonen der Schweiz der eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag gefeiert. Es handelt sich dabei um keinen kirchlichen, sondern vielmehr um einen staatlich angeordneten über Konfessionsgrenzen reichenden Feiertag. Für den Bischof des Bistums Basel, Felix Gmür, ist dieser Tag entsprechend wichtig.

Felix Gmür

Felix Gmür

Bischof des Bistums Basel

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Felix Gmür ist ein katholischer Theologe aus Luzern. Er ist seit 2011 Bischof von Basel, dessen Sitz sich in Solothurn befindet. Das Bistum Basel umfasst zehn Kantone mit rund 1,1 Millionen Katholikinnen und Katholiken.

SRF News: Bischof Felix Gmür, mit welchem Gefühl begehen Sie persönlich den Bettag?

Bischof Felix Gmür: Der diesjährige Bettag ist speziell. Er heisst ja eigentlich Dank-, Buss-und Bettag. Ich habe den Eindruck, dass es in diesem Jahr wegen der Pandemie ein Tag der Besinnung ist. Wir merken: Es läuft nicht alles so, wie wir möchten, das Leben ist zerbrechlich. Was bedeutet das jetzt für mich?

Bettag beinhaltet das Wort «beten». Wie beten Sie im Alltag? Wie muss man sich das bei einem Bischof vorstellen?

Das Grundgerüst ist das Gebet der Kirche, das sogenannte Stundengebet, welches alle Priester, Diakone, Bischöfe und Ordensleute beten. Das macht man mehrmals am Tag – es sind viele Psalmen. Das ist sehr schön, weil man weiss, dass auf der ganzen Welt jemand das Gleiche betet. Psalmen beten auch Jüdinnen und Juden. Das verbindet uns.

Wenn ich nicht so recht weiss, was beten, dann ist der Rosenkranz ein super Gebet.
Autor: Bischof Felix Gmür

Dazu feiere ich natürlich auch Messen. Ich persönlich lese auch noch Bibeltexte und meditiere. Und wenn ich nicht so recht weiss, was beten, dann ist der Rosenkranz ein super Gebet. Da muss man nichts mitnehmen, man kann den Faden nicht verlieren, und man kommt in einen schönen Rhythmus.

Sie hätten am Bettag in Ihrer Heimat im Kanton Luzern einen Auftritt gehabt, der wegen Corona abgesagt wurde. Das Thema des Bettages im Kanton Luzern heisst «anerkennen». Was hätten Sie der Bevölkerung mitgeteilt?

Ich finde, es ist wichtig, dass die Kirche anerkennt, dass sich viele Frauen und Männer in allen Pfarreien im Kanton Luzern für die Kirche einsetzen. Ebenfalls wichtig ist, dass der Kanton anerkennt, dass die Kirche für die Leute im Kanton eine Bedeutung hat.

Die katholische Zentralschweiz ist aufgeteilt ins Bistum Basel und ins Bistum Chur. Luzern und Zug gehören zu Ihrem Bistum Basel, die anderen vier Kantone zum Bistum Chur. Nach Aussen entsteht der Eindruck, dass die beiden Bistümer sehr unterschiedlich sind. Das Bistum Basel scheint progressiver und fortschrittlicher zu sein, das Bistum Chur konservativer. Wie schwierig ist für Sie persönlich dieser Gegensatz?

Für mich ist das kein Gegensatz. Es drückt viel mehr aus, dass die Kirche keine Institution ist, wo alle gleichgeschaltet sein müssen. Wir haben verschiedene Auffassungen, sind komplementär. Man kann sagen, wir ergänzen uns.

Die einzelnen Bischöfe setzen verschiedene Akzente, aber am Schluss wollen wir alle das Gleiche.
Autor: Bischof Felix Gmür

So wie die verschiedenen Kantone in der Schweiz manchmal anders funktionieren, so ist es auch bei uns in der Kirche. Die einzelnen Bischöfe setzen verschiedene Akzente, aber am Schluss wollen wir alle das Gleiche: Wir wollen von Jesus sprechen und den Glauben unter die Leute bringen.

Wegen Corona gab es eine Zeit lang keine Live-Messen mehr. Stattdessen gab es Übertragungen im Internet und WhatsApp-Gottesdienste. Finden Sie, dass man mit solchen neuen Formen ein neues Publikum für die Kirche begeistern kann?

Ich glaube, Messen und andere Gottesdienstformen sind dann am besten, wenn man sich live sieht. Wenn man einander in die Augen sehen kann, einander spüren und riechen kann. Jetzt mussten wir natürlich wegen Corona auf Livestreams ausweichen. Aber das war eine Notlösung.

Das Gespräch führte Julia Stirnimann.

Regionaljournal Zentralschweiz, 20.09.2020, 17:30 Uhr;

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