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Blutsauger auf dem Vormarsch Impfempfehlung bald nicht mehr nur für Risikogebiete?

Legende: Audio Die Zecken-Risikogebiete wachsen abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
01:48 min, aus HeuteMorgen vom 24.07.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt immer mehr Gebiete, in denen Zecken aktiv sind – nun wird beim Bund über eine flächendeckende Impfempfehlung nachgedacht.
  • Eine landesweite Impfempfehlung würde die Krankenkassen zur Kostenübernahme verpflichten.
  • Heuer haben sich bereits fast 230 Menschen durch Zeckenbisse mit dem gefährlichen FSME-Virus infiziert. Das sind doppelt so viele wie in der gleichen Zeit im Vorjahr.

Zürich, die ganze Nordostschweiz, weite Teile des Aargaus sowie ein Grossteil des Kantons Bern: Die Zecken-Risikogebiete wachsen. Eine Impfung gegen das FSME-Virus nur noch für die Risikoregionen zu empfehlen – das ergebe immer weniger Sinn, sagt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen.

Schweizerkarte mit eingefärbten Risikogebieten.
Legende: Bereits heute warnt der Bund vor Infektionen in immer grösseren Zeckengebieten. Einzig im Tessin sind bisher keine Fälle bekannt. admin.ch , Link öffnet in einem neuen Fenster

«Diese Gebiete verschmelzen ja schon fast. Und irgendwann macht es so keinen Sinn mehr und es ist einfacher, eine generelle Empfehlung zu geben», sagt er. Die Kommission ist bereits aktiv geworden. «Wir haben eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich überlegt, ob man die Impfempfehlung auf die ganze Schweiz ausdehnen müsste – ohne Tessin», sagt Berger. Der Grund: Bislang sind im Tessin keine Fälle aufgetreten.

Diese Gebiete verschmelzen ja schon fast. Und irgendwann macht es so keinen Sinn mehr und es ist einfacher, eine generelle Empfehlung zu geben.
Autor: Christoph BergerPräsident Eidgenössische Kommission für Impffragen

Die Krankenkassen bezahlen heute im Prinzip nur dann für die Impfung, wenn jemand in einer Risikozone wohnt oder sich dort aufhält. Empfiehlt der Bund künftig die Impfung für die ganze Deutsch- und Westschweiz, so müssen die Kassen überall bezahlen. Für einen vollständigen Schutz braucht es drei Impfungen verteilt über mehrere Monate; das kostet 200 bis 300 Franken.

«Wenn wir schauen, wie schwer diese Fälle sind und was wir da verhindern können – dann ist es eine Kosten-Nutzen-Analyse», sagt der Arzt und Kommissionspräsident Berger. Dieses Jahr haben sich bereits fast 230 Menschen durch einen Zeckenbiss angesteckt. Das sind rund doppelt so viele wie in der gleichen Zeit im Vorjahr. Das FSME-Virus kann zu Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen mit bleibenden Schäden führen.

Wenn wir schauen, wie schwer diese Fälle sind und was wir da verhindern können, – dann ist es eine Kosten-Nutzen-Analyse.

Nächstes Jahr könnte eine Impfempfehlung für die ganze Deutsch- und Westschweiz bereits in Kraft treten, erklärt Berger. Seine Fachkommission macht Anträge an den Bund. Gesundheitsminister Alain Berset wird abschliessend entscheiden.

Zecken: Warum und was tun?

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Mathias Herren (Mathias_H)
    Existiert auch eine Impfung gegen Stress (Lärm, Verkehr, Armut, Arbeit, Mobbing, etc)? Eine gegen Alkoholismus?...und dann so ein Aufschrei wegen diesen Zeckenbissen?
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    1. Antwort von Stefan Huwiler (huwist)
      Das Problem sind nicht die Zeckenbisse sondern das FSME. Ich kenne mehrer Personen mit schwersten Beeinträchtigungen auch noch Jahre nach der akuten Krankheit. Einer davon war mehrere Wochen in Lebensgefahr. NB: ich bin seither geimpft.
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  • Kommentar von Sacha Walter (Fliegenderschnee)
    Ich würde es sehr begrüssen wenn srf ein bisschen tiefer graben würde. Woher kommen die Zahlen? Könnte das vermehrte auftreten von fsme etwas mit der zusätzlichen impferei zu tun haben?inhaltstoffe und Nebenwirkungen? Zulassungsstudien? Nachmarkstudien? Wer finanziert? Gibt es unabhängige Studien? Merci
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Eine Impfung ist kein 100 prozentiger Schutz. Durch eine Impfung lernt ein Körper ein Erreger dosiert kennen und kann Abwehrstoffe bilden. Dass heisst aber nicht dass er dann automatisch besser geschützt ist. Ich machte bisher keine Zecken-Impfung, schütze mich aber auf normale Art. Im Wald und in Wiesen trage ich Lange Hosen, längere Socken und geschlossene Schuhe. In meinen 37 Jahren hatte ich 4 Zeckenbisse, alle ohne Erreger. Ob man gegen Zecken impfen will sollte man selber entscheiden.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Das sind zwei verschiedene Dinge. Klar ist es sinnvoll, möglichst wenig Zeckenbisse zu haben, je weniger Bisse, desto tiefer das Risiko etwas dabei übertragen zu bekommen. Die Viren, die die Hirnhautentzündung verursachen, bekommt man von den Zecken unter die Haut gespuckt, wenn sie zubeissen. Die Impfung ist gegen die Viren und nicht gegen die Zecken.Es ist deshalb nicht zu erwarten weniger Zeckenbisse zu haben nach der Impfung,sondern keine Hirnhautentzündung auch wenn Viren übertragen werden
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    2. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Herr Müller: Man ist mit der Impfung nicht gegen Zeckenviren geschützt. Der Körper lernt aber durch kleine Dosen den Virus kennen und kann Abwehrkörper bilden. Dass heisst aber noch lange nicht dass man den Virus nicht doch bekommt. Laut meinen Informationen deckt die Impfung nicht einmal alle gängigen Zeckengifte ab.
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    3. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ Volkart: Das versuche ich gerade zu erklären. Die Impfung hilft gegen diesen einen Virus, der FSME auslöst und durch Zecken übertragen wird (Impfversager sind sehr, sehr selten, im Promillebereich). Die Impfung hilft weder gegen die Zecken noch gegen die Borreliose. Aber weil die FSME eine sehr schwere Krankheit ist mit häufigen Folgeschäden macht es eben Sinn dagegen geimpft zu sein. Gegen die Borreliose gibt es leider keine Impfung und die Zecken selber sind ja kein Problem.
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