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Neff: «Hoffe, ich wache nicht auf und es war alles nur ein Traum»
Aus Tokyo 2020 Clips vom 27.07.2021.
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Boomender Breitensport Mountainbiken – Wachstumsschub dank Olympia?  

Der Sport könnte zum Massenphänomen werden – dank Medaillen, Bergen und zahlungskräftiger Klientel.

«Es war grandios, ich habe es mitverfolgt und hatte auch Tränen in den Augen», erzählt Martin Welti. Der SBB-Projektleiter aus Adliswil ZH schwärmt von der Ehrung der Schweizer Mountainbikerinnen. Der Vater von Zwillingen betreibt die Disziplin persönlich, in der Freizeit mit viel Begeisterung. «Es ist vielseitig, du bist in der Natur und dem Wetter ausgesetzt.»

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Die Zieleinfahrt der 3 Schweizer Medaillen-Gewinnerinnen
Aus Tokyo 2020 Clips vom 27.07.2021.
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Wie Welti versuchen andere männliche Gleichgesinnte, ihren Kindern auf einem Stadtzürcher Pumptruck den Sport schmackhaft zu machen. Swiss-Techniker Gerardo Silva aus Nürensdorf ZH weiht seinen Filius in die Geheimnisse eines Hobbys ein, an dem er «die Natur, den Dreck, das Risiko» liebt. Sein Tipp: Downhill den Uetliberg runter, das sei der pure Adrenalinkick. Was die Schweizer Athletinnen in Tokio geleistet hätten, sei «super», doppelt Silva nach.

Chancen für Bergtourismus

Der olympische Sieg gehört den Frauen. Die Mehrheit jedoch, drei Viertel, die hierzulande auf Trails und steilen Pfaden raufstrampelt und runterbrettert, ist männlich. Eine vom Bundesamt für Sport (Baspo) herausgegebene Studie von 2020 zeigt ausserdem: Knapp 8 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren betreibt Mountainbiken. Hochgerechnet sind dies über eine halbe Million Personen. Seit 2007 hat die Outdoor-Aktivität zunehmend an Popularität gewonnen.

Wir beobachten einen Megatrend. Die Menschen wollen hinaus in die Natur.
Autor: Claude Balsiger Allegra Tourismus

«Wir hoffen, dass Mountainbiken dank dieses Sieges weiblicher wird», sagt Claude Balsiger. Der Geschäftsführer der Bündner Firma Allegra Tourismus ist überzeugt: Der Medaillensegen wird eine Sportart noch mehr in den Fokus rücken, die seit Jahren boomt und für welche die Schweiz dank ihrer Topografie geradezu prädestiniert ist. «Wir beobachten einen Megatrend. Die Menschen wollen hinaus in die Natur.»

Mountainbiken – das neue Golfen?

Allegra konzipiert Outdoor-Anlagen und berät Gemeinden beim Bau. Graubünden sei Pionierkanton, so Balsiger, das Wallis und die Zentralschweiz hätten Nachholbedarf. Viele klassische Winterdestinationen wie Arosa, Flims, Laax oder Lenzerheide seien daran, ihr Mountainbike-Netz auszubauen. «Sie sehen eine Chance, ihre Anlagen so ganzjährig auszulasten.» Mountainbiken habe grosses Wachstumspotenzial für den Sommertourismus.

Die Klientel gilt zudem als zahlungskräftig. Die Outdoor-Sportart wird bereits als «neues Golfen» bezeichnet. Schliesslich kostet ein solches Gefährt locker mehrere tausend Franken. Schon jetzt sind Mountainbike-Touren ein touristisch gewichtiger Faktor. Hochgerechnet auf die Schweizer Wohnbevölkerung generieren sie einen jährlichen Umsatz von über 300 Millionen Franken.

Verkaufsrekorde, Lieferprobleme, Wartefristen

Mögen die Vehikel noch so stolze Summen kosten, gehen sie trotzdem weg wie warme Semmeln. Waren es 2016 noch knapp 123'000 verkaufte Mountainbikes, inklusive elektrobetriebene, stieg die Zahl 2019 auf fast 147'000 Exemplare. Im letzten Jahr erreichte der Bestand, auch bedingt durch die Pandemie, fast die 200’000er-Grenze – ein neuer Rekord.

Wir können wir Nachfrage nach Mountainbikes nicht so befrieden, wie sich das unsere Kundschaft wünscht.
Autor: Renato Kuhn Velohandlung Grassi

Schon jetzt werden die Räder Mangelware. Wer eines kaufen will, muss sich gedulden. In der Aarauer Velohandlung Grassi zum Beispiel betragen die Lieferfristen laut Geschäftsführer Renato Kuhn mehrere Monate. «Wir haben fast täglich Anfragen. Aber die Hersteller kämpfen mit Lieferproblemen. Deshalb können wir die Nachfrage nach Mountainbikes nicht so befrieden, wie sich das unsere Kundschaft wünscht.»

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Es ist zwar schön und für den Fahrer, die Fahrerin befriedigend in der Natur zu sein, doch gibt es leider zwei Seiten. Ich bin schon mehrmals fast angefahren worden, als der Fahrer, es waren immer Männer, mit einem Höllentempo von hinten um eine unübersichtliche Kurve kam. - Ich sehe im Winter bei Schnee Fahrradspuren, die mitten in den Wald zielen, über angesähte Felder führen. Da wird kreuz und quer ohne Rücksicht durch Fauna/Flora gebraust. Schade, das gefällt mir an diesem Sport gar nicht!
    1. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Ob die Rennfahrer viel von der Natur mitbekommen? Zweifel sind erlaubt.
  • Kommentar von Wilfred Scheidegger  (Ville Frayde)
    So viel Erfolg mit 100% Swissness, echt, echter, Swiss Cycling...!!!
  • Kommentar von Pierre De Laval  (Petros74)
    Omg bitte NICHT!! So schön dieser 3-Fach Sieg ist bud Velofahren Spass macht, mich und andere ärgert zunehmend die Rücksichtslosigkeit der MTB Fahrer auf den Wanderwegen in den Bergen - entweder kommen waghalsige downhillers wo man sich nur noch mit einem Satz ins Grüne retten kann oder es sind Horden von Velos auf dem Trail. Behörden bitte EXTRA MTB Wege schaffen so dass man wieder angstfreie und mit Musse wandern kann ...
    1. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Ich fahre auch oft und gerne mit dem MTB auf Wald- und Bergwegen und ich muss ihnen Recht geben. Auch mich nerven die rückdichtslosen Biker gewaltig. Schmale Wege sind primär Fusswege und dort haben nach m.A. Fussgänger Vortritt. Ich respektiere dieses Recht der Fussgänger und fahre bei Begegnungen langsam oder halte an und mache Platz. Resultat: Zumeist ein freundliches Grüezi und Dankeschön. So macht Biken Freude.