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Puff im Miethaus: Illegale Bordelle in Wohnquartieren
Aus Rundschau vom 22.05.2019.
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Bordelle in Wohnungen Puff mit Nachbarn

Bordelle in Mietwohnungen nehmen zu – und damit die Konflikte. Nachbarn protestieren, doch die Behörden sind oft machtlos.

Die Schillerstrasse in Basel: ruhig, idyllisch, familienfreundlich. Und seit drei Monaten ein beliebter Ort für Freier. Ein Sex-Salon befindet sich im obersten Stockwerk eines unscheinbaren Hauses. Bereits um die Mittagszeit läuft der Betrieb rund, im Viertelstunden-Rhythmus klingeln die rund 30- bis 50-jährigen Männer bei den «Golden Pussys».

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Michelle: «Freier klopfen bei uns an die Türe»
Aus News-Clip vom 21.05.2019.
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«Freier klopfen bei uns an die Türe»

Michelle wohnt zusammen mit ihrem Mann seit vier Jahren im Parterre des Altbauhauses. Günstig und problemlos – bis im Februar das Bordell einzog. «Es kommt vor, dass die Freier bei uns an die Türe klopfen oder bei uns klingeln, was sehr unangenehm ist. Wenn ich alleine zu Hause bin, kann das Angst machen», sagt Michelle.

Im Haus nebenan öffnet Anne-Lise Hilty eine Kartonkiste und nimmt ein violettes Transparent heraus. «Kein Bordell», steht in grossen Lettern drauf. «So wollen wir gegen das Bordell kämpfen, dagegen, dass dieser Betrieb den Frieden in unserem Quartier stört», sagt Hilty.

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Anne-Lise Hilty: «Die Leute fühlen sich zum Teil bedroht»
Aus News-Clip vom 21.05.2019.
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Kaum Chance auf Bewilligung

In Basel benötigen Sex-Salons in Wohnzonen seit einem Gerichtsurteil eine Umnutzungsbewilligung. Wer keine hat, handelt illegal, es sei denn, eine Frau bietet ihre Dienste alleine in ihrer Wohnung an. Wer eine Bewilligung beantragt, hat indes wenig Chancen, dass sie gutgeheissen wird. Denn sobald das Gesuch publiziert wird, können die Nachbarn Einsprache einlegen.

Das weiss auch Diego, Bordellbesitzer in Basel. «Diese Bordell-Politik ist eine einzige Katastrophe. Es ist ein Gewerbe wie jedes andere auch, doch man wird verfolgt und gejagt. Mir wurden schon drei Betriebe geschlossen», sagt er. Für ihn ist klar: «Die restriktive Politik treibt die Frauen in die Illegalität.»

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Bordellbesitzer Diego: «Die restriktive Politik treibt die Frauen in die Illegalität»
Aus News-Clip vom 21.05.2019.
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Der Fall Heiko S.

In Zürich machte jüngst der Fall Heiko S. Schlagzeilen. Der Deutsche betrieb seine Bordelle im Raum Zürich stets illegal. Seine Masche: Als vertrauenswürdiger Bürger eine Wohnung mieten und diese zu einem Bordell umfunktionieren. Zwischen 2017 und 2018 konnte er damit an über 20 Adressen Bordelle betreiben – stets ohne Bewilligung und ohne den Vermieter oder Hausbesitzer zu informieren.

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Marco Cortesi: «Oft ist dann niemand mehr in der Wohnung anzutreffen»
Aus News-Clip vom 21.05.2019.
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Solche Fälle nehmen laut Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei Zürich, massiv zu. Täter wie Heiko S. zu überführen sei aber schwierig: «Wenn wir Hinweise haben, gehen wir diesen nach, wenn Anzeigen da sind, auch.» Aber oft treffe man vor Ort niemanden an, da diese Leute oft die Wohnung wechselten. Und wenn, dann sei die Beweisführung nicht einfach.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Es gibt in den Mietveträgen ja auch Richtlinoen und in den meisten Fällen ist ist die "Gewerbliche Nutzung einer Mitwohnung untersagt"! Also Mieter steht zusammen und macht dem Vermieter oder der Verwaltung "Dampf unter dem Hintern" und wehrt Euch!
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  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Die Mieter können sich ganz einfach dagegen wehren. Es reicht, etwas Zeit zu investieren. Am besten lösen sich die Mieter ab und versuchen möglichst offensichtlich die Besucher des Etablissements zu fotografieren oder auch auf ihren Besuch anzusprechen. Die meisten Freier fühlen sich dann nicht mehr wohl und besuchen ein anderes Etablissement. Ohne oder nur mit ganz wenigen Besuchern lohnt sich der Betrieb nicht mehr. Es bedingt halt einen gewissen Einsatz, funktioniert aber gut.
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    1. Antwort von Arthur Häberli  (Arthur Häberli)
      Als Fotograf rate ich vor Fotoaktionen ab. Da können sie sich mehr Ärger einhandeln als gut ist. Das mit dem Ansprechen ist schon besser. Wir haben als Jugendliche in den 70ern nachts in dem damaligen Quartier, gut sichtbar uns sehr offensichtlich die Autonummern des Freierverkehrs auf Listen notiert. Sassen zwei oder drei Leute mit Blöcken am Strassenrand, war nach einer halben Stunde kein einzig Auto mehr unterwegs. (Damals ohne Internet und Handies war es trotzdem schnell ruhig im Quartier.)
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  • Kommentar von Klaus Kreuter  (KallePalle)
    Soweit ich das beurteilen kann, gilt auch hier das Marktgesetz von Angebot und Nachfrage. Wo keine Nachfrage ist dort wird auch kein Angebot sein.
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