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Schweiz Botschafter Philippinen: «Rückkehr hängt auch von Hagupit ab»

Nach fast drei Jahren in Geiselhaft der Abu-Sayyaf-Extremisten ist es einem Ostschweizer gelungen, sich zu befreien. Laut der philippinischen Armee soll er dabei einen Wächter mit einer Machete getötet haben. Wann der verletzte Ornithologe in die Schweiz zurückkehrt, ist noch offen.

Legende: Video Schweizer Geisel gelingt Flucht abspielen. Laufzeit 00:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.12.2014.

Eine Geiseldrama auf den Philippinen hat ein glimpfliches Ende genommen. Nach fast drei Jahren konnte sich ein Schweizer aus der Gewalt von Terroristen befreien.

Verletzter auf einer Trage.
Legende: Dieses Foto der philippinischen Behörden, zeigt wie der 49-jährige Ostschweizer ins Spital gebracht wird. SRF

Erfreut und erleichtert über das aus Schweizer Sicht glimpfliche Ende des Geiseldramas ist auch Bundespräsident Didier Burkhalter. Burkhalter hat mit dem Ostschweizer auf den Philippinen persönlich telefoniert und dessen Familie einen persönlichen Brief zukommen lassen.

Der Schweizer Aussenminister habe sich zudem nach der Gesundheit des Mannes, der sich bei der Flucht an der Wange verletzt hat, erkundigt und ihm und seinen Angehörigen viel Kraft und Glück für die Zukunft gewünscht. Der Schweizer Ornithologe seinerseits habe sich bei Burkhalter für die Unterstützung während der ganzen Zeit der Geiselnahme bedankt.

Legende: Video Schweizer Botschafter: «erleichtert über erfolgreiche Flucht» abspielen. Laufzeit 01:35 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.12.2014.

Rückkehr noch offen

Wann der Ostschweizer in die Schweiz zurückkehren kann, ist noch offen. «Es hängt davon ab, was die medizinischen Untersuchungen ergeben», sagt Ivo Sieber, der Schweizer Botschafter auf den Philippinen. Dazu käme noch der Taifun «Hagupit», welcher eventuell Reiseeinschränkungen mit sich bringe.

Die Schweizer Diplomatie ist sehr erleichtert – auch wenn die Selbstbefreiung des St. Gallers ohne eigenes Zutun passierte. «Wir waren seit Beginn der Entführung regelmässig und intensiv in Kontakt», so Sieber. «Eine solche Flucht läuft aber relativ spontan ab und wir sind natürlich erleichtert darüber, dass sie erfolgreich von statten ging.»

Extremisten mit Machete getötet

Der 49-Jährige Ornithologe entkam der Terrorgruppe während eines Schusswechsels zwischen den Extremisten und den Regierungstruppen, sagte eine Sprecherin der philippinischen Armee. Die Rebellen hätten auf den Schweizer geschossen, ihn aber nicht getroffen.

Der Ornithologe habe einen der Rebellen mit einer Machete getötet, erklärte ein Oberst der Armee. Bisher hat die philippinische Armee allerdings keine Leiche gefunden. Der Schweizer sei bei dem Kampf um die Machete an der linken Wange verletzt worden. Er befindet sich aber in einem guten Zustand. Zunächst wurde er in einem Spital in Jolo City versorgt.

Auch das EDA äusserte sich zum Gesundheitszustand des Mannes. Dieser sei «den Umständen entsprechend gut». Er befinde sich gegenwärtig in der Obhut der Streitkräfte an einem sicheren Ort auf den Philippinen.

Festgehalten in Unruhe-Region Jolo

Der Ostschweizer wollte auf den Philippinen im Februar 2012 seltene Vögel beobachten und fotografieren. In der Provinz Tawi-Tawi wurde er am 1. Februar 2012 zusammen mit einem Niederländer von Rebellen der muslimischen Terrorgruppe Abu Sayyaf verschleppt.

Karte Jolo
Legende: Jolo liegt im Süden der Philippinen. SRF

Die beiden wurden auf der Insel Jolo in der Unruheregion rund 1000 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila festgehalten. Von dem Niederländer fehlt weiter jede Spur. Nach Angaben der philippinischen Armee war dieser für die Flucht zu schwach.

Schweizer Task Force gebildet

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Entführung war in der Schweiz eine interdepartementale Task Force gebildet worden. Neben dem EDA waren auch die Bundespolizei Fedpol, der Nachrichtendienst NDB, die Bundesanwaltschaft und die Kantonspolizei St. Gallen darin vertreten.

Abu Sayyaf

Die Terrorgruppe kämpft im muslimischen Süden der sonst überwiegend katholischen Philippinen für einen eigenen Staat. Die Gruppe, die auch der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) die Unterstützung zugesagt hat, finanziert sich mit Lösegeld. Mehrere Geiseln sollen noch in der Gewalt von Abu Sayyaf sein.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Tja, die einen brechen sich das Genick, wenn sie in der Wanne ausrutschen oder die häusliche Treppe runterstürzen. Hier kann einem auch die Decke während eines Bebens im Bett auf den Kopf fallen. Shit happens. Ich finde es immer Eindrücklich, wie bei Entführungen das Opfer als selber schuld taxiert wird. Wer latscht den schon auf der Strasse wie ein Huhn vors Auto? Wir alle handeln täglich in unzähligen Situationen oft sehr Risikobehaftet. Der sicherste Ort auf Erden ist wohl der Friedhof?
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  • Kommentar von Max Meier, Zurich
    @Hr Kaiser: wie kann man nur so einen "Mist" schreiben.Pauschale Schlechtmachung eines Landes ist einfach von einer gesicherten Position aus, sprich roter Pass, Ev UBS Konto.Natürlich geht man nicht in eine gefährdete Region,dass wissen die meisten Leute.An ihrer Stelle würde ich das geschriebene nochmals lesen!
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  • Kommentar von heni seemann, berg
    ich befürchte das der niedeländer, die eh sehr scwach und krank ist, aus rache getötet wird...
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