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Schweiz Breite Front gegen Lockerung des Gentech-Verbots

Schweizer Bauern dürfen keine gentechnisch veränderten Pflanzen anbauen. Das soll sich ab 2018 ändern - wenn es nach dem Bundesrat geht. Doch seine Vorschläge für ein Nebeneinander von Gentech und gentechfrei stossen auf massiven Widerstand.

Für beide soll es in der Schweiz Platz geben: Für den Bauern, der auf Gentechnik verzichtet, aber auch für den Landwirt, der gentechnisch veränderte Pflanzen anbaut. Der Bundesrat will das Gesetz in diesem Sinn ändern.

Allerdings soll es auch nach dem Ende des Gentech-Moratoriums im Jahr 2017 möglich sein, dass sich ganze Gebiete und Regionen für gentechnikfrei erklären dürfen. Gleichwohl ist der Widerstand gegen jede Aufweichung des Verbots von Gentech in der Schweizer Landwirtschaft gross. Das zeigt die Vernehmlassung zum Gentechnik-Gesetz und verschiedenen Verordnungen, die das Nebeneinander von Gentech und gentechfrei regeln sollen.

Für die Schweizer Landwirtschaft sei es zentral, dass sie auch in Zukunft gentechfrei bleibe, sagt Urs Schneider, der stellvertretende Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes. Die Land- und Ernährungswirtschaft habe sich «über die ganze Wertschöpfungskette hinweg» für eine Qualitätsstrategie entschieden. «Eine Gentech-Landwirtschaft lässt sich nicht mit dieser Qualitätsstrategie vereinbaren», ist Schneider überzeugt.

Zur Vorsicht mahnt auch die CVP. Der wirtschaftliche Nutzen von Gentech-Pflanzen sei zurzeit nicht erkennbar. Es bringe der Schweizer Landwirtschaft mehr, wenn sie sich als naturnah präsentieren könne, schreiben die Christdemokraten.

Referendum angekündigt

Noch schärfere Worte kommen von links. SP und Grüne beharren auf einem Verbot. Gentech-Landwirtschaft sei vor allem eine industrielle Landwirtschaft, sagt Urs Scheuss, der umweltpolitische Fachsekretär der Grünen. «Wir wollen aber eine bäuerliche Landwirtschaft. Es ist klar, dass Gentech sie bedrohen würde.»

Allerdings sind nicht alle gegen gentechnisch veränderte Pflanzen in der Landwirtschaft. Für eine Zulassung sind FDP und SVP. FDP-Vizepräsident Christian Wasserfallen sieht sogar die Chance, «dass insbesondere mit der Gentechnologie viel weniger Pestizide und CO2-Ausstoss bei der landwirtschaftlichen Produktion erreicht werden könnten.»

Doch bis es ein neues Gesetz gibt, wird man noch viel über die Chancen und Risiken von Gentechnik in der Landwirtschaft streiten. Sollte das Verbot gelockert werden, dürfte ohnehin das Volk das letzte Wort haben. Denn für diesen Fall haben die Grünen bereits das Referendum angekündigt.

 (aebyni;snep)

Gentech in der Schweiz

Gentech in der Schweiz

Ende 2017 läuft das Gentech-Moratorium aus. Anfang Januar schickte der Bundesrat Gesetzesänderungen in die Vernehmlassung, die das Nebeneinander von Gentech und Gentechfrei regeln. Sie sollen in erster Linie verhindern, dass sich gentechnisch veränderte mit normalen Pflanzen vermischen. Die Abstände der Felder sind dabei die zentrale Frage.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Gentechnik dient einzig und allein der Geldvermehrung für die Aktionäre der Gentechindustrie - koste es für Mensch und Umwelt was es wolle. Siehe "monsanto mit gift und genen youtube".
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  • Kommentar von M.A. Jinnah, Nordpangaea
    Wen Geld und Einfluss lockt .... Ich finde es erschreckend/schockierend, das Themen wie die legalisierung von Gehntech, oder Fraking, in der Schweiz überhaupt diskutiert werden.
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  • Kommentar von A.Hildbrand, Oftringen
    Die Frage für oder gegen Gentech stellt sich für die Schweiz doch gar nicht. Die Schweiz könnte sich mit einer klaren und unmissverständichen Profilierung zu natubelassenen Lebensmitteln (Bio und gentechfrei) auch international duchsetzten. Das würde doch perfekt zur Schweiz passen (Sauber, Alpen, Natur, Qualität). Es könnte sogar Synergien schaffen zum Tourismus. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Gentech. Das mag in schwierigen Gegenden duchaus Sinn machen. Aber doch nicht für die Schweiz!
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