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AHV-Barauszahlung Bringt der Pöstler die Rente, wird es teurer

Legende: Audio «Aufwendungen für Sicherheit sind nur ein Kostenfaktor bei der Barauszahlung der Renten.» abspielen. Laufzeit 1:47 Minuten.
1:47 min, aus HeuteMorgen vom 26.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer seine Rente bis jetzt bar erhalten hat, wird sie auch künftig als eingeschriebe Postsendung erhalten.
  • Dafür bezahlen die AHV und die IV pro Rente pro Jahr 900 Franken an die Postfinance.

Dreieinhalbtausend Rentnerinnen und Rentner lassen sich die AHV oder die IV noch an die Haustür bringen. Sie haben kein Bankkonto. Oder sie mögen sich nicht umgewöhnen.

Der Pöstler, der die AHV vorbeibringt, ist ein Relikt aus alter Zeit. Die Postfinance aber hat wenig Sinn für Nostalgie. Das Ganze sei zu teuer und zu gefährlich für Postboten und Rentner.

Auszahlung per Einschreiben

Nun haben sich Postfinance und Bund geeinigt. Die Betroffenen erhalten ihre Renten auch künftig weiter nach Hause geliefert. Das bestätigt Colette Nova, Vizedirektorin für Sozialversicherungen gegenüber Radio SRF: «Bisher haben diese Personen ihre AHV- oder IV-Rente direkt vom Pöstler auf die Hand bezahlt bekommen. In Zukunft werden sie einen eingeschriebenen Brief vom Pöstler bekommen. Da ist das Geld drin.»

Das Geld diskret im Couvert zu überbringen, das sei sicherer. Der Kompromiss hat aber einen hohen Preis. AHV und IV müssen künftig 900 Franken pro Jahr für jede Rente zahlen, die sie per Einschreiben auszahlen. Das ist fast achtmal so viel wie bisher.

Klar defizitäre Dienstleistung

Postfinance-Sprecher Johannes Möri verteidigt den massiven Aufschlag. Die Sicherheitsmassnahmen, Verarbeitung und Zustellung, das koste: «Mit diesen Preisen erbringen wir diese Dienstleistung kostendeckend. Das heisst unter dem Strich verdienen wir kein Geld damit.» Die Postfinance lege heute für jede bar ausbezahlte Rente Hunderte Franken drauf: «Die Dienstleistung war klar defizitär. Und wir waren nicht mehr länger bereit, dieses Defizit so in Kauf zu nehmen.»

Künftig muss daher die Allgemeinheit die Kosten tragen: Gesamthaft rund eine Million Franken pro Jahr. Das neue Angebot gilt nur für die dreieinhalbtausend Rentner, die sich ihr Geld heute noch bar auszahlen lassen. Ab November kriegen sie die Rente per Einschreiben.

31 Kommentare

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  • Kommentar von Meinrad Jnglin (mjnglin)
    Wenn die Post und die PostFinance so auf die Kosten und die Deckung achten, warum sind dann die Löhne vom Kader viel zu hoch und die Löhne in den unteren Lohnklassen viel zu tief? Früher hat das Personal bei der PTT gute Löhne erhalten für das was sie leisten mussten, aber heute sind die Löhne in den unteren Lohnklassen viel zu tief wenn man sieht wie viele Stunden sie für Die Post arbeiten müssen.
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  • Kommentar von Meinrad Jnglin (mjnglin)
    Als ehemaliger Pöstler (1983-2000) habe ich im Kanton TG und ZH die AHV bar an die Rentner & -innen ausbezahlt, aber NIEMAND von der PTT/Post hat sich um die Sicherheit gekümmert. Heute sind es NUR noch 3'500 Personen, welche sich die Rente bar auszahlen lassen. Und jetzt macht sich die PostFinance Gedanken über die Sicherheit? Da geht es doch nur um die Gewinn-Maximierung. Aber einen Teil dieses Preisaufschlags wird die PostFinance wieder als Gewinn an die Bundeskasse auszahlen.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Ich würde den schwarzen Peter nicht an Postfinance austeilen. Es ist wieder mal eine Einsparung von PostMail. Denken sie an das Handling von Bargeld und seine Kosten in einem sonst bargeldlosen Geschäftszweig.
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    2. Antwort von Meinrad Jnglin (mjnglin)
      An Albert Planta: 1. Es geht hier nicht um PostMail, sondern um PostFinance. 2. Das Handling zwischen einem Auszahlungsschein und einem R-Brief mit Bargeld drin? Der Auszahlungsschein macht seinen Weg vom Absender zum Empfänger als ein wertloses bedrucktes Papier. Erst das Geld ab der Zustellpoststelle und der Auszahlungsschein macht ihn Wertvoll. Doch der R-Brief mit Bargeld ist von A bis Z eine Wertsendung und muss speziell befördert werden.
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    3. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Bisher gelangten die Auszahlungsscheine an Postmail und wurden dort mit Bargeld versehen den Boten übergeben. Neu legt Postfinance das Bargeld ins Couvert und wird vom Postboten als Einschreiben ausgehändigt. Wertsendungen gibt es seit geraumer Zeit nicht mehr über PostMail und Einschreibsendungen gelangen mit der normalen Briefpost an die Boten. Lesen sie den Artikel genau durch, dort stehts geschrieben.
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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Ganz einfach, wer das immer noch will, soll es berappen!
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