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Rettung von 16 Legehennen
Aus News-Clip vom 24.08.2021.
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Brutale Eierproduktion Die «Rundschau» rettet Legehennen vor der Schlachtbank

«Es ist keine schöne Arbeit. Aber es muss halt sein», sagt Eierproduzent Tobias Lüscher. Er verpackt seine Hennen in Transportkisten, um sie in den Schlachthof zu bringen. Die «Rundschau» hat ihn bei der Räumung seiner Tiere begleitet. In der Schweiz werden jedes Jahr über zwei Millionen Hennen nach nur einem Jahr Legen geschlachtet. Und durch neue Tiere ersetzt. Rund 70 Prozent der Schweizer Legehennen dürfen nur gerade ein Jahr lang legen. Auch die Mehrzahl der Biohennen hat nach einem Jahr ausgedient. Die Eierbranche spricht vom «Jahresumtrieb».

Das «Rundschau»-Hennen-Experiment

«Nach einem Jahr legen nimmt die Leistung ab. Hauptproblem ist aber die Schalenqualität. Die Schalen werden brüchiger», begründet Tobias Lüscher das kurze Leben seiner Tiere.

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Tobias Lüscher, Eierproduzent Wettingen: «Hauptgrund der Schlachtung nach 12 Monaten ist die Schalenqualität.»
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Die «Rundschau» will es genau wissen: Sind diese Tiere tatsächlich ausgelaugt? Oder würden sie noch gut Eier legen? Wir retten Mitte Juli 16 Hennen des Lüscherhofs vor der Schlachtbank.

Die Eierbranche tötet hunderttausende gesunde Tiere

Die 16 Tiere leben seither auf dem Haldenhof in Hallwil. Landwirt Kurt Brunner hat für das Experiment einen Stall zur Verfügung gestellt und betreut die Tiere. Er kritisiert, dass jeden Sommer hunderttausende gesunde Tiere getötet würden: «Das ist katastrophal. Wir müssen dieses durchgetaktete System dringend überdenken», so Brunner.

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Kurt Brunner, Demeter-Landwirt Hallwil: «Wir müssen das System dringend überdenken.»
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Höchstleistung nur für Weihnachten und Ostern

«Der Jahresumtrieb hat sich bewährt», kontert Gallosuisse-Präsident Daniel Würgler. Er selber ersetzt seine 18'000 Legehennen im Jahresrhythmus. Der Eiermarkt mache das nötig: «Das ist eine planerische Massnahme. Sie stellt sicher, dass wir an Weihnachten und Ostern immer genug Eier haben», so Würgler.

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Daniel Würgler, Präsident Gallosuisse: «Das ist eine planerische Massnahme, um marktgerecht zu produzieren.»
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Die meisten Hennen kommen im Sommer auf die Betriebe. Die neuen Tiere garantieren maximale Legeleistung für Weihnachten und Ostern. Wenn die Nachfrage nach Eiern im Sommer sinkt, räumen die Bauern die Ställe. «So haben wir im Sommer keine Überproduktion», erklärt Daniel Würgler.  

Kritik des Schweizer Tierschutzes

«Man tötet in der Regel Hennen, die noch sehr viele Eier legen. Aus Sicht des Tierschutzes ist das fragwürdig», sagt Cesare Sciarra vom Schweizer Tierschutz STS. «Das ist eine ethische Frage», entgegnet der Gallosuisse-Präsident. Aus Branchensicht gebe es zurzeit keine Alternative zum Jahresumtrieb. Die Eiernachfrage sei saisonal derart stark schwankend.

«Rundschau»-Hennen legen munter Eier

«Die 'Rundschau'-Hennen hatten einen harzigen Start», erzählt Kurt Brunner vom Haldenhof. Der Umzugsstress, die Futterumstellung und das neue Trinksystem haben die Tiere anfangs stark gefordert. «Nach einigen Tagen hatten wir praktisch keine Legeleistung mehr», so Brunner.

Doch mittlerweile haben sich die «Rundschau»-Hennen an ihr neues Zuhause gewöhnt. In der vierten Woche auf dem Haldenhof haben die 16 Tiere immerhin wieder 69 Eier gelegt. «Den Umständen entsprechend ist das gut», freut sich Brunner über die steigende Legeleistung der «Rundschau»-Hennen. «Die Tiere zeigen, dass eigentlich noch viel Potenzial in ihnen steckt», so Brunner.

«Rundschau»

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«Rundschau»

Mehr zum Thema in der «Rundschau» um 20.05 Uhr auf SRF 1.

SRF Rundschau, 25.08.2021, 20:05 Uhr

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Skrupelloser, tierquählerischer - immer noch legaler - ausgelebter Wahnsinn gewissenloser, frei lebender "Leute" auch in der Schweizer Landwirtschaft!!
    Schweiz - "humanitäres Verhalten", nicht aber die "Nutztiere betreffend!!
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    In Deutschland gibt es viele Tierschützer die übernehmen Legehennen aus Massentierhaltung, wenn diese zu alt (18 Monate) sind und nicht mehr genug Eier produzieren. Im vorigen Jahr konnten sie immerhin 18.000 Hennen retten und in ein Zuhause vermitteln.Ziel ist es, den Hühnern ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Die Hennen sind von Legebetrieb so ausgezehrt, dass man sie gar nicht mehr fett bekäme. Aber Eier legen sie noch. Die Hühner geben so viel zurück, wenn man ihre Lebensfreude sieht.
  • Kommentar von Astrid Meier  (Swissmiss)
    Ich könnte mir vorstellen, dass es mit der Kalziumaufnahme der Hühner zu tun hat, ob ihre Eier brüchige Schalen haben oder nicht. Ich beziehe Eier aus der Nachbarschaft, die Hühner sind bereits drei Jahre alt, und kennen mich mittlerweile. Ich kann sie am Charakter auseinander halten. Wer einmal eine persönliche Beziehung zu einem Huhn hatte, und das komplexen Sozialleben dieser Tiere mitbekommen hat, muss die Massenhaltung mit all ihren Auswüchsen grauenhaft finden.
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Genau Frau Meier, Hühner sind tolle Tiere. Bei etwas Zeit und Geduld gibt es solche, die einem aus der Hand fressen.