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50 Millionen Franken für den Kampf gegen das Coronavirus
Aus Rendez-vous vom 17.08.2021.
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Bund fördert Entwicklung 50 Millionen für die Suche nach dem rettenden Covid-Medikament

  • Mit einem Förderprogramm will der Bund die Entwicklung von Covid-19-Arzneimitteln vorantreiben.
  • Dies hat der Bund im Mai angekündigt. 50 Millionen Franken will er dafür aufwenden.
  • Bis Anfang Woche konnten Unternehmen, Spitäler oder auch Hochschulen Projekte einreichen. Nun beginnt die Selektion.

Dutzende Forscherinnen und Forscher suchen derzeit auch in der Schweiz nach Wirkstoffen gegen Corona. Wie viele Projekte es genau sind, wissen selbst die Branchenkenner nicht. Doch klar ist: Geld für Forschung und Entwicklung brauchen alle. Dass der Bund nun Projekte mitfinanziert, kommt bei Forschenden gut an.

Christian Burri, Experte für Infektionskrankheiten am Schweizerischen Tropen und Public Health Institut in Basel sagt: «Es ist besonders hilfreich, weil die Schweiz wegen der Einstellung des Rahmenabkommens aus den europäischen Forschungsprogrammen ausgeschlossen wurde.»

Standortnachteil wegen gescheitertem Rahmenabkommen

Das Programm komme zwar spät, aber gerade zur rechten Zeit, sagt Burri. «Im Moment haben wir ein unglaubliches Problem in der Forschung in der Schweiz. Wir können nicht mehr kompetitiv in den grossen europäischen Programmen teilnehmen. Das ist ein riesiger Standortnachteil für die Forschung – und diese ist ein enorm wichtiger Teil der Schweizer Wirtschaft.» Denn ohne Innovation sei die Schweiz für die Zukunft schlecht aufgestellt.

Doch mit 50 Millionen Franken alleine kommen Forschende bei der Medikamentenentwicklung nicht weit. Ein Medikament zu entwickeln koste ein Unternehmen rund eine Milliarde, sagt Marcel Sennhauser vom Pharma- und Chemieverband Scienceindustries. «Somit sind die vom Bund vorgesehenen 50 Millionen Franken als Anschubfinanzierung anzusehen. Insbesondere, da die Mittel auf mehrere Forschungsunternehmungen verteilt werden sollen.»

Der unternehmerische Mut und der Wille der Forschenden sollte aus unserer Sicht im Vorfeld nicht eingeschränkt werden.
Autor: Marcel Sennhäuser Scienceindustries

Grössere Pharmaunternehmen seien kaum die Zielgruppe dieser Förderung. Sie haben genug eigene Mittel. «Der Betrag ist für kleine, innovative Startups interessant, die ihre möglichen Forschungserfolge zu einem späteren Zeitpunkt in Zusammenarbeit mit grossen Unternehmen weiterentwickeln können.»

Bund stellt Bedingungen

Abschreckend wirken könnten hingegen die Bedingungen des Bundes: Er will für die Finanzierung Gegenleistungen, zum Beispiel ein Vorkaufsrecht. Für Sennhauser ein heikler Punkt, denn es bedeute bereits eine unternehmerische Einschränkung, noch bevor ein fertiges Medikament auf dem Tisch liege: «Der unternehmerische Mut und der Wille der Forschenden sollte aus unserer Sicht im Vorfeld nicht eingeschränkt werden.»

Zudem sei der Zeitplan sportlich: Gefördert werden Arzneimittel-Entwicklungen, die bis Ende des nächsten Jahres verfügbar sein könnten. Es bleibt also nur etwas mehr als ein Jahr Zeit. Welche Projekte gefördert werden, wird derzeit geprüft. Entscheiden und informieren will der Bund bis Ende Oktober.

Echo der Zeit, 18.08.2021, 18 Uhr

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Von der Burg  (S. Von der Burg)
    In Mexico City gab/gibt es sehr vielversprechende Studien und Behandlungen mir Ivermectin. Leider ist das Patent dafür lange abgelaufen und die Pharmariesen können wenig Geld scheffeln.
    Ich sage nicht dass eine Corona Erkrankung nicht ernstzunehmen ist, aber wir werden verarscht bis zum geht nicht mehr Leute.
    1. Antwort von Urs Müller  (Jackobli)
      Hört auf, diesen Wirkstoff zu propagieren. Der wirkt vielleicht gegen Würmer und Ektoparasiten, aber nicht gegen COVID-19!
      Diese Studien sind alle längst widerlegt oder deren methodische Schwächen wurden aufgedeckt.
      Man kann sich auch gleich das andere Wundermittel des 45. Präsidenten der USA in die Venen jagen und daran sterben.
    2. Antwort von Sebastian Von der Burg  (S. Von der Burg)
      Wiederlegt vom Faktenfuchs?
    3. Antwort von Lilli Roffler  (Lilli Roffler)
      Immerhin weisst eine Pilotstudie der Universität Oxford daraufhin, dass Ivermectin bei einigen Patienten die Virenlast und die Dauer der Symptome zu reduzieren scheint,wenn es frühzeitig eingesetzt wird. Und Indien hat es offenbar auch mit einigem Erfolgt eingesetzt. Warum da nicht noch etwas weiter forschen?
  • Kommentar von Jolanda Lips  (Hannibal)
    Interessant, dass jetzt, nachdem bereits von Staaten Milliarden in die Entwicklung eines Impfstoffes gesteckt wurden, nun auch noch weitere Millionen und Milliarden in die Entwicklung von neuen Medikamenten gesteckt wird, obwohl es nachweislich wirksame, bestehende Medikamente gibt. Aber die sind wohl für due Pharmaindustrie zuwenig interessant, weil diese sehr günstig sind und keine Patente mehr darauf bestehen.
    1. Antwort von Urs Müller  (Jackobli)
      Es gibt Impfungen, welche nützlich sind.
      Und selbstverständlich ist es sinnvoll Medikamente zu entwickeln, welche den Ungeimpften oder trotz Impfung in selteneren Fällen erkrankten Menschen helfen.
      Ihre Behauptung, es gäbe wirksame Medikamente, welche zu wenig «interessant» seien, ist eine weitverbreitete Verschwörungstheorie.
      Und SRF müsste das auch wissen und solche Kommentare nicht freischalten.
  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Wie in EU-Brussels mit Horizon Projekten, von erstem Projektentwurf bis zur komplizierten Eingabe mit notwendigen Partnern und Auflagen dauert es im Minimum 2 Jahre für Projekteingabe, dann hat EU-Brussels zu Besserung gelobt und will "nur noch" 15 Monate anstelle bis 2 Jahren für Bewilligungsverfahren brauchen, so dass "schon" nach 3.5 Jahren begonnen werden kann zu forschen. Könnte mit CH-50Mio schneller gehen, "nur" 2 Jahren. Bis dann wird internationale Konkurrenz längst am Impfen sein.