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Ackermann: «Leider müssen wir damit rechnen, dass die Kapazitäten in den Spitälern überschritten werden»
Aus News-Clip vom 30.10.2020.
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Bund und Kantone informieren Taskforce-Chef: «Kapazitäten in Spitälern werden nicht reichen»

  • Die Bettenkapazität in den Spitälern dürfte in rund zwei Wochen erschöpft
    sein, stellt Martin Ackermann, Präsident der Covid-Taskforce, vor den Medien in Bern klar. Daran habe sich nichts geändert.
  • Eine Kapazitätserhöhung der Spitalbetten werde das Problem nicht lösen. Nur das Stoppen des exponentiellen Wachstums helfe.
  • Ab Montag sind gratis Corona-Schnelltests in Apotheken und Arztpraxen verfügbar.

«Leider hat sich die Lage in der vergangenen Woche so entwickelt wie wir es in den Prognosen erwartet hatten», sagte Ackermann. Die Regierung habe zwar schärfere Massnahmen angeordnet, doch diese dürften sich in den Spitälern erst in etwa zehn Tagen auswirken. «Das bedeutet leider, dass wir damit rechnen müssen, dass die Kapazitäten in unseren Spitälern überschritten werden», erklärt Ackermann.

Eingriffe werden bereits massiv reduziert

Nur das Stoppen des exponentiellen Wachstums helfe. «200 zusätzliche Intensivbetten bringen uns bei gleichbleibendem Wachstum am Schluss genau 32 Stunden», erklärte Ackermann. Man könne nicht mit linearen Massnahmen ein exponentielles Wachstum bekämpfen.

Nicht notfallmässige Eingriffe würden verschiedenen Orts bereits heute massiv reduziert. «Das ist ein massiver Eingriff in unser Gesundheitssystem», so Ackermann. Beispielsweise Tumorpatienten müssten auf ihre Operation warten.

Arztpraxen stark belastet

Auch in Arztpraxen nimmt die Belastung zu. Es werde zunehmend aufwändig, die Covid-Patienten von den anderen Erkrankten getrennt zu behandeln, erklärt die Berner Kantonsärztin Linda Nartey. Ausserdem erkranke auch das Gesundheitspersonal, das dann für die Behandlung ausfalle. Damit werde die Sicherstellung der medizinischen Behandlung zunehmend belastet.

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Nartey: «Wir drohen an Kapazitätsgrenzen zu stossen»
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Notfallpatienten melden sich nicht

In der Psychiatrie sieht die Tendenz nicht anders aus. Taskforce-Präsident Ackermann: «Wir erwarten, dass Institutionen der psychiatrischen Versorgung unter Druck geraten.» Es brauche nun eine «vorausschauende Pflegeplanung», sagte Ackermann. Beispielsweise sei es wichtig, über die Finanzierung der Reha nachzudenken. «Viele Covid-Patienten werden eine Reha-Therapie brauchen.»

Wenn wir alle den Ernst der Lage erkennen, können wir die Lage verbessern. Wenn wir resignieren, dann nicht.
Autor: Martin AckermannPräsident der wissenschaftlichen Covid-19-Taskforce des Bundes

Ackermann warnte auch davor, dass viele Notfallpatientinnen und -patienten, aus Angst, sich anzustecken, zu Hause blieben. Diese Erfahrung habe man im Frühjahr während der ersten Welle gesehen.

Weniger Disziplin als im Frühling

Ackermann machte deutlich, dass es sein könne, dass weitere Schliessungen auf Bundesebene notwendig würden. «Wenn wir alle den Ernst der Lage erkennen, können wir die Lage verbessern. Wenn wir resignieren, dann nicht.»

Nartey betont, man habe gespürt, dass nach dem Sommer die Disziplin abgenommen habe. Diese sei auch nicht dieselbe wie im Frühling. Die Bevölkerung müsse sich nun entscheiden, wieder diszipliniert zu sein, um die Kurve herunterzubringen.

Schnelltests ab Montag in Apotheken und Praxen

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), gab zudem bekannt: Ab Montag werden Schnelltests in Apotheken und Arztpraxen verfügbar sein. Der Test sei gratis und Resultate lägen innerhalb von 15 Minuten vor. Die Ergebnisse der Tests würden automatisch dem BAG übermittelt, so Masserey.

Damit würden zusätzlich rund 50'000 Tests zur Verfügung stehen. Die Kapazitäten würden durch die Schnelltests deutlich erhöht und der Zugang zu den Tests erleichtert, betonte Masserey. Empfohlen werden Schnelltests für Menschen mit Symptomen, nicht aber für Risikogruppen.

Etwas mehr Anmeldungen für Kurzarbeit

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Seitens Wirtschaft ist man bei den Anmeldungen für Kurzarbeit noch auf tiefem Niveau. Es gebe leicht mehr Anmeldungen, sagte Oliver Schärli, Leiter des Bereichs Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversicherung im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Man werde die zweite Welle wohl bald deutlicher spürten.

Schliessungen und Verbote:Gestattet:Weitere Einschränkungen:Das Abstandhalten und die Hygienemassnahmen müssen nach wie vor eingehalten werden. Alle Betriebe brauchen ein Schutzkonzept.Quelle: Bundesrat, 28.10.20Neue Massnahmen des Bundesrats ab 29. OktoberDiskotheken und Tanzlokale geschlossenIn Restaurants und Bars max. 4 Personen pro TischBei privaten Treffen max. 10 PersonenVeranstaltungen mit mehr als 50 Personen verbotenKontaktsportarten verbotenPräsenzunterricht an Hochschulen(gilt ab 2.11.) verbotenProfessioneller Kulturbereich: Proben und AuftritteSperrstunde in Bars und Restaurants von 23 bis 6 UhrLaien-Chöre verbotenProfessioneller Sportbereich: Trainings und WettkämpfeAusweitung der Maskenpflicht auf Aussenbereiche,auf Schulen ab Sekundarstufe II und auf ArbeitsplatzSportliche Freizeitaktivitäten drinnen mitmax. 15 Personen (mit Maske und Abstand)Kulturelle Freizeitaktivitäten drinnen mitmax. 15 Personen (mit Maske und Abstand)Politischer Bereich: Parlaments- und Gemeindeversammlungen, Demonstrationen, Unterschriftensammlungen für Referenden

SRF 4 News, 30.10.2020, 14:30 Uhr;

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91 Kommentare

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  • Kommentar von James Wright  (romantischer Rationalist)
    oder wie Ueli Maurer im bundesrätlich Aufruf zu sagen pflegt: «di zweit Wälle hät eus grad e chli verwütscht». Er verkennt offensichtlich immer noch gerne den Ernst der Lage. Bei dieser Beratungsresistenz bringt auch die beste Taskforce der Welt nichts.
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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Das ist das schöne mit Virharsagen von sog. Experten zurzeit. Trifft die Vorhersage ein, hatten sie recht, trifft sie nicht ein, haben die Präventionsmassnahmen gegriffen. Man kann also sagen was man will, man hat immer recht.
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    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Wenn sie recht haben, dann wird der Virus zum Horror. Nicht Vorstellbar
      wenn Patienten mit schweren Symptomen nicht mehr beatmet werden können.Also alles auf Hoffnung, und das merken wir schon in der nächsten Woche. Noch ist Hoffnung da.Halten wir uns einfach daran fest. Bleiben
      wir Optimisten, das hilft gegen die Angst. Allerdings hat mein Optimismus
      auch schon Löcher..
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    2. Antwort von Theo Baumgartner  (theo.b)
      Das ist in der Tat wie das Präventionsparadox funktioniert, ja. Prognosen sind mathematisch nachvollziehbare Berechnungen wie's weiter geht bei aktuellem Wachstum. Daran gibt‘s erstmal nichts zu rütteln. Verändert sich das Wachstum, verändert sich das Resultat. Das ist nun wirklich nicht schwer zu verstehen. Niemand behauptet es seien unfehlbare Zukunftsvisionen, es sind begründete Voraussagen basierend auf der aktuellen Datenlage deren Outcome wir (und andere Faktoren) beeinflussen können.
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    3. Antwort von Dominic Müller  (Domi3)
      Auf Corona data.ch scheinen sich die Zahlen diese Woche zu stabilisieren. Die BAG Daten spiegeln einen Zustand, der schon 3-4 Tage zurückliegt. Geben wir diesen Massnahmen etwas Zeit. Dass es nicht geht, wenn es sich jede Woche verdoppelt, dafür muss man nicht Covid Task force Leiter sein, das versteht jeder Primarschüler. Jetzt wirklich auf private Kontakte verzichten, niemanden treffen, Danke!
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    4. Antwort von Stephan Dietiker  (slowdown)
      Frau Esslinger.
      Damit Präventionsmassnahmen greifen, müss(t)en diese von einer grossen Mehrheit der Bevölkerung konsequent umgesetzt werden. Es geht doch nur darum! Und nicht wer am Schluss Recht hat. Ihre Formulierungen empfinde ich als beleidigend gegenüber den Experten. Bitte unterlassen Sie in Zukunft solche provokativen Aussagen - diese sind absolut nicht hilfreich > Netiquette!

      theo.b & Saleve2: danke für Eure wohlwollenden Antworten auf den Ursprungskommentar.

      Allen viel Kraft.
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  • Kommentar von sandro simmen  (sansim93)
    Primär geht es jetzt darum, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Es ist schliesslich nicht akzeptabel, dass Unfall Opfer z.B. vom Strassenverkehr oder Herzinfarktpatienten, Krebs Verdachtsfälle, und mehr, ... erst später oder zu spät behandelt werden können und dadurch dann andere Menschen sterbe müssen, wril eine Überlastung stattfindet. Die Pandemie muss eingedämmt werden und darf nicht zu schnell sein und die Zahlen der Infektionen dürfen nicht zu schnell gleichzeitig steigen.
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