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Schweiz Bund will Lehren ziehen aus Fall «Carlos»

Immer wieder haben Behörden Probleme im Vollzug mit jugendlichen Straftätern. Der Fall «Carlos» ist ein Beispiel dafür. Es fehlt eine brauchbare Übersicht der Institutionen und Angebote der stationären Hilfe. Eine nationale Informationsplattform soll das nun ändern.

Der Fall «Carlos» hat es deutlich gemacht: Behörden haben ein Vollzugsproblem mit jugendlichen Straftätern. Es fehlt eine vernünftige Übersicht von Institutionen und Angeboten bei der stationären Jugendhilfe. Das soll sich jetzt ändern: Eine nationale Informationsplattform entsteht.

Letzten Herbst – nachdem «Carlos» in einem TV-Film über einen Jugendanwalt vorkam und seine umstrittene Behandlung immer mehr Schlagzeilen machte – dämmerte es Hans-Jürg Käser, dem Berner Polizeidirektor und Präsident der kantonalen Polizei und Justizdirektoren: «Es gibt keine gesamtschweizerische Übersicht. Ich bin überzeugt, dass es sinnvoll ist, eine solche Übersicht zu schaffen», sagte er. Damit man weiss, wie viele «Carlos»-Fälle die anderen Kantone haben. Und damit man weiss, was die Kantone machen, wenn sämtliche Vollzugsmassnahmen scheitern.

Bund unterstützt Kantone beim Aufbau

Der Bund unterstützt die Kantone, wenn es nun darum geht eine nationale Informationsplattform aufzubauen. Walter Troxler vom Bundesamt für Justiz erhielt eben erst grünes Licht, um ein solches Instrument aufzubauen: «Einerseits soll die Möglichkeit bestehen, dass die Kantone ihre relevanten Daten in dieses Planungstool eingeben können. Andererseits soll die Plattform es ermöglichen, dass eine Fachdiskussion geführt werden kann», so Troxler.

Diskutiert werden soll darüber, welche Massnahmen wann sinnvoll sind. Und darüber, welche Einrichtungen und Institutionen für Jugendstraftäter es allenfalls noch bräuchte.

Kantone und Bund sollen profitieren

Von den gebündelten Daten und Statistiken sollen dereinst die Kantone und der Bund profitieren können. Die Kantone, weil sie für den Massnahmenvollzug zuständig sind und der Bund, weil er den Bau und Betrieb von entsprechenden Einrichtungen mit jährlich bis zu 90 Millionen Franken unterstützt.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Ausschafen wie es die Initiative verlangt hatte und das Schweizer Volk an der Urne angenomme hatte. Raus mit den Kriminellen, wir haben genug eigene mit den wir uns abgeben müssen.
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  • Kommentar von D. Daniele, Obergösgen
    Ich bin dafür das man die Berufe der Anwälte, Richter und Psychologen abschafft. Wir haben, so lese ich hier, ja so viele Fachleute, die alles Wissen. Auf habt Mut geht und nehmt die Sache in die Hand, denn dann haben wir ja die tolle Welt.
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    1. Antwort von Samuel Bendicht, Bern
      Ich würde sogar noch weiter gehen und alles, was mit Justiz und Polizei zu tun hat, direkt dem ZK der SVP übergeben, denn die wissen so wie so immer alles besser.
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    2. Antwort von G. Keller, Zürich
      @Samuel Bendicht, Bern. Absolut Ihrer Meinung, und zwar wirklich alles! Endlich mal ein Berner der den Durchblick hat! Insbesondere bei der Berner-Finanzverwaltung würde dies endlich Früchte tragen, und Bern wäre zukünftig nicht ständig das Griechenland der Schweiz.
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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    ich würde dieser Plattform empfehlen ein Feriencamp zu eröffnen mit Rundumbetreuung, Sport und einer Bar und Erotikclub. Ich glaube das würde noch vielen Jugendlichen gefallen und für das würden sie gerne irgend einen Menschen niederschlagen oder ausrauben.Die Anreize für Jugendliche in der Schweiz kriminell zu werden werden immer grösser. Bedenklich was sich Juristen und Politiker alles erlauben.
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