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Alain Berset bedankt sich
Aus SRF News vom 13.04.2020.
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Bund zieht Corona-Osterbilanz «Können in Richtung Lockerung gehen, aber vorbei ist es nicht»

Erst die Ostern gut überstehen und dann langsam an eine Lockerung der Massnahmen denken. Das war die Stossrichtung des Bundesrates letzte Woche. Nun sind die Ostern vorbei. Doch was jetzt komme, werde nicht einfacher, warnt Bundesrat Alain Berset im Interview.

Alain Berset

Alain Berset

Bundesrat

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Der 48-jährige Sozialdemokrat leitet seit 2012 das Departement des Innern (EDI) und war 2018 Bundespräsident. Zuvor war er als Ständerat für den Kanton Freiburg tätig und übte dort 2008/2009 das Amt als Ständeratspräsident aus.

SRF News: Herr Berset, wie sehen Sie die Bilanz zu Ostern?

Bundesrat Alain Berset: Ich glaube, es ist nicht schlecht gelaufen, und man sollte die Menschen dafür auch loben. Wir haben deutlich gemacht, dass es nicht die Zeit ist, eine Reise zu unternehmen – etwa ins Tessin. Und die Leute haben sich daran gehalten. Darüber bin ich sehr froh. Denn wir verlangen schon viel von den Menschen. Das ist klar.

Die Wirtschaft übt Druck aus. Sie will rasche Lockerungen. Gleichzeitig könnte eine zweite Welle drohen, wenn man dabei zu schnell vorgeht. Wie schätzen Sie diese Gefahr ein?

Es sind ungewisse Zeiten. Man sieht, es gibt Lockerungen in gewissen Ländern. Es gibt aber auch Orte, die ihre Massnahmen erneut verschärfen, nachdem sie diese bereits einmal gelockert haben. Deshalb verdient dieses Thema wirklich grosse Beachtung. Wie genau und wie schnell wollen wir nun vorgehen bei den Lockerungen, damit das Risiko einer zweiten Welle möglichst klein bleibt? Wir sollten die nächsten Schritte unbedingt bescheiden angehen. Denn was uns erwartet, ist nicht einfach zu meistern.

Wir können uns nun Richtung Lockerung begeben. Aber es ist nicht das Ende der Krise.

Was meinen Sie damit?

Die erste Phase haben wir nicht schlecht überstanden. Doch es muss uns bewusst sein: Auch wenn es nun Lockerungen geben wird, wird es auch weiterhin besonders vulnerable Gruppen geben – Ältere, Kranke. Die Gefahr für sie bleibt, deswegen müssen wir auch sehr vorsichtig bleiben und weitermachen mit den Hygieneregeln. Vielleicht auch solange, bis es bessere Massnahmen wie etwa eine Impfung gibt.

Es ist also zu früh, eine generelle Entwarnung auszusprechen?

Wir können ein starkes positives Signal aussenden und uns in die Richtung einer langsamen Lockerung bewegen. Aber: Es ist sicher nicht das Ende der Krise.

Das Gespräch führte SRF-Bundeshausredaktor Erwin Schmid.

Tagesschau vom 13.4.2020, 19.30 Uhr;

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166 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Herrmann  (#maskeauf)
    Peinlich. Anders lässt sich das Verhalten von BR und BAG nicht beschreiben:
    1. Hygieneregeln:
    Seit Anfang März zeigt das BAG ein fehlerhaftes Erklärvideo zum Händewaschen.
    2. Schutzmasken:
    Es wird immer klarer, dass Herr Koch Fehlinformationen zum Thema Schutzmasken gestreut hat - vermutlich aus strategischen Gründen.
    3. Stille Infektion:
    BR und BAG differenzieren wiederholt zwischen "krank" und "gesund" - hilft kaum, wenn man infiziert, ansteckend und gleichzeitig symptomfrei sein kann.
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  • Kommentar von Gerbrand Ronsmans  (GRo)
    Es dürft noch mehrere Halbjahren vergehen bis ein Vaccin oder Gegenmittel da ist. Wo ist das Konzept für die Übergangszeit? Wie ist das Konzept für eine Lockerung? Wo ist die Hilfe für 270.000 Selbständige? Seit 4 Wochen werden wir auf nix bedeutende Infektionszahlen hingewiesen. Vergessen wir die Corona Tests, die Helfen nur in die Spitäler damit eine Diagnose Vorliegt. Immunitätsnachweise können von Bedeutung sein für die nächste Phase. Und was macht der Bund sieht sich züruck?!?
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  • Kommentar von Alex Moser  (AM)
    Vor rund einem Monat, als die ganze Krise ausgebrochen ist, hat der Bundesrat geschlossen, vernünftig, dosiert reagiert - dafür darf man ihm ein Kränzchen winden!

    Was nun aber in den letzten Tagen läuft, erinnert eher an Kindergartengeplänkel als an eine starke Führung! Die Departemente schieben den schwarzen Peter hin und her (Entschädigung Selbstständige), sie schaffen es weder Masken noch die angekündigten Maschinen zu besorgen, widersprechen sich (Kurzarbeit ÖV), usw...

    Peinlich!!
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    1. Antwort von Thomas Schneebeli  (TS+LL)
      Ich habe überhaupt keine Lust mehr auf die Pressekonferenzen. Es ist an der Zeit die Realität kurz zu benennen und die ist für viele klar: 5 Wochen wären genug. Irgendwie probiert man Verständnis für die 6-te, in die Verlängerung gehende Woche, aufzubringen, aber es gelingt immer weniger. Der Schaden ist so enorm, dass jeder weitere Tag ohne Lockerung als ein verlorener Tag gilt. Massenverarmung und Unzufriedenheit werden die nächste Seuche der Gesellschaft sein. Verhältnismässigkeit wahren.
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