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Legende: Audio Bundesanwalt Lauber stellt sich der Kritik abspielen. Laufzeit 30:09 Minuten.
30:09 min, aus Samstagsrundschau vom 27.04.2019.
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Bundesanwalt nimmt Stellung «Ich lüge nicht»

Bundesanwalt Lauber räumt ein drittes Treffen mit Fifa-Präsident Infantino ein. Er erinnere sich aber nicht daran.

Michael Lauber will im Sommer wiedergewählt werden als Bundesanwalt. Doch es könnte eng werden, ihm droht nämlich ein Disziplinarverfahren. Dann nämlich, wenn sich herausgestellt, dass es nicht nur zwei, sondern gar drei Treffen zwischen Bundesanwalt Lauber und Gianni Infantino gegeben hat. Bei der Befragung durch die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft im letzten November hatte Lauber nämlich verneint, dass es neben den zwei Treffen im Frühling 2016 zu einem weiteren Treffen im Juni 2017 gekommen sei.

Legende: Video Bundesanwalt Michael Lauber: «Ich lüge nicht» abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
Aus News-Clip vom 27.04.2019.

In der Samstagsrundschau von Radio SRF sagte Lauber nun, das Treffen habe es gegeben, doch er könne sich nicht daran erinnern: «Nein, ich erinnere mich nicht, ich erinnere mich wirklich nicht, auch heute noch nicht», sagte Lauber. Er gehe aber aufgrund der intern gesichteten Papiere wie Agenda-Einträge und SMS davon aus, dass es das dritte Treffen gegeben habe.

Ausserdem sagte er: «Ich muss hier klar sagen, ich lüge nicht, das sind Behauptungen und ich weise das in aller Form zurück.»

«Ein Treffen wie viele andere»

Ein Treffen mit dem FIFA-Präsidenten vergessen: Wie ist das möglich?
Das Treffen sei halt nichts Aussergewöhnliches gewesen, sagte Lauber, sondern eines wie viele andere auch: «Am Schluss geht es immer um dieselben Themen: Datenaufbereitung, Einordnung und die Bitte, arbeitet mit. Das war das, was wir der Geschädigten, der FIFA gesagt haben», sagte Lauber.

Der Präsident der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft, Hanspeter Uster, hatte Lauber an der Medienkonferenz letzte Woche dafür kritisiert, dass er die Treffen mit Infantino nirgends vermerkt hatte. Jeden einzelnen Schritt zu dokumentieren sei eine simple Umsetzung der Strafprozessordnung, hatte er gesagt.

In der Samstagsrundschau von Radio SRF sagte Lauber nun: «Ich setze die Empfehlung der Aufsichtsbehörde um», er werde also alle Treffen künftig dokumentieren.

Lauber hält an Wiederwahl fest

Lauber ist wegen der informellen Treffen schon zum Rücktritt aufgefordert worden – gleichzeitig steht nächsten Monat seine Wiederwahl an. Trotz allem will noch einmal antreten, selbst wenn die Aufsichtsbehörde der Bundesanwaltschaft ein Disziplinarverfahren einleiten würde. «Ich ziehe die Kandidatur nicht zurück, klar trete ich noch einmal an». Es gehe hier nicht nur um seine Person sondern auch um seine Mitarbeitenden, um die ganze Bundesanwaltschaft, so Lauber.

Legende: Video Aus dem Archiv: Aufsichtsbehörde kritisiert Schweizer Bundesanwalt abspielen. Laufzeit 21:16 Minuten.
Aus 10vor10 vom 25.04.2019.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Gasser (Markus Gasser)
    Naiv ? Warum fragt man nicht einfach Infantino ? Setzt man einfach voraus, dass dieser nicht die Wahrheit sagt. Aus der Art seiner Reaktion kann man vielleicht einiges schliessen. Auch ein "NO Comment" oder ein Ausweichen oder ein Kopftschütteln oder was auch sonst wäre eine Antwort, die gedeutet werden kann. Nachfragen kostet doch nichts ?
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Selbst für diesen Bundesanwalt ist das Leben zu kompliziert. Das sind ja schöne Voraussetzungen.
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  • Kommentar von Marcel Hauser (Nyota)
    Ich kann den meisten Kommentaren nur zustimmen. Was mich grundsätzlich an Anwälten stört ist, dass sie Verbrecher decken / verteidigen können, wegen Verfahrensfehler unbestraft lassen können. Aber dass man das kann ist für mich eben auch ein Verbrechen. So stell ich mir die Frage, wieso ein Anwalt für solche bewussten Wahrheitsverzerrungen nicht auch bestraft werden sollte.
    In diesem Fall muss man mall zuerst ganz genau herausfinden, was an diesen Treffen gelaufen ist..dann Konsequenzen ziehen
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