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Schweiz Bundesrat nimmt neuen Anlauf zum Kauf von Kampfjets

Der Bundesrat startet Vorarbeiten für eine neue Kampfjet-Evaluation. Das eigentliche Auswahlverfahren soll nächstes Jahr starten. Ab 2025 könnten die neuen Kampfjets dann am Schweizer Himmel kreisen.

Legende: Video Bundesrat nimmt neuen Anlauf für Kampfjet-Kauf abspielen. Laufzeit 05:14 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.02.2016.

Der Bundesrat hat am Mittwoch den Startschuss gegeben für den Kauf neuer Kampfflugzeuge. Vorerst geht es um die Vorbereitungsarbeiten für das Auswahlverfahren. Im Einsatz stehen würden die Kampfjets nicht vor 2025.

Vor zwei Jahren ist die Beschaffung von 22 Gripen-Kampfjets an der Urne gescheitert. Damit bleiben die 54 in die Jahre gekommenen F-5 Tiger vorerst ohne Ersatz. Zudem stellt sich die Frage, wie es in der nächsten Dekade mit den 31 F/A-18 weitergeht. Eine Verlängerung der Nutzungsdauer über 2025 hinaus wäre möglich, aber mit hohen Kosten verbunden.

Bis 2017 grundlegende Fragen beantworten

Mit diesen Fragen befasst sich nun eine Expertengruppe mit Vertretern von Armee, armasuisse und dem Verteidigungsdepartement, wie der Bundesrat mitteilte. Sie soll bis im Frühling 2017 grundlegende Fragen zu Bedarf, Vorgehen und industriellen Aspekten einer Beschaffung beantworten. Geleitet wird die Expertengruppe vom Claude Meier, Chef des Armeestabs.

Der Bundesrat will auch die Bundesratsparteien früh einbeziehen. Sie sollen in einer Begleitgruppe Einsitz nehmen, in der auch andere Departemente, die Industrie und die Offiziersgesellschaft vertreten sind.

2017 möchte der Bundesrat dem Parlament einen Kredit zur Planung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung (PEB-Kredit) vorlegen können. Dies wäre dann der formelle Beginn des Projekts für die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeuges. Nach gegenwärtiger Planung soll 2020 der Typenentscheid fallen und 2022 der Beschaffungskredit im Parlament beantragt werden. Ab 2025 sollen die neuen Flugzeuge geliefert werden.

Grosse Bedenken

Eigentlich hätten schon ab 2018 Kampfjets des schwedischen Herstellers Saab am Schweizer Himmel kreisen sollen. Insgesamt sollten 22 Flugzeuge für 3,1 Milliarden Franken beschafft werden. Am 18. Mai 2014 lehnten aber 53,4 Prozent der Stimmenden den Kauf an der Urne ab.

Die Beschaffung stand von Anfang an unter einem unglücklichen Stern. Aufgrund einer Indiskretion wurde bekannt, dass der Gripen in der technischen Evaluation schlechter als die Konkurrenten Eurofighter und Rafale abgeschnitten hatte. Auch die Tatsache, dass der beschaffte Typ erst auf dem Papier existierte, löste Bedenken aus.

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59 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Weil Kriege heutzutage und in Zukunft asymetrisch sind, d.h. Armee gegen Terroristen und Banden, werden zunehmend Drohnen eingesetzt. Die USA haben schon längst auf unbemannte, zeitlich unbegrenzte Überwachung, Abwehr u. Angriff durch ferngesteuerte Drohnen umgestellt. Und das um die Kosten der Luftwaffe erheblich zu senken. Man kann das nachlesen! Wer in den Kommentaren nach neuen Kampfflugzeugen ruft ist ein Kampfflugzeug-Flugschau-Patriot von gestern und schadet den Steuerzahlern.
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  • Kommentar von heinz gugelmann (henri)
    Flug-Zeuge sind schön, darum wurde auch die Drohne erfunden! Ist es nicht an der Zeit sich mal über eine neuzeitliche Luftüberwachung Gedanken zu machen? Bei den heutigen Geschwindigkeiten und dem Massstab den die CH aufweist sind die Zeiten kurz bis einer in der Luft ist. Da gibt es auch die Boden-Luft Abwehr die etwas schneller reagieren könnte. Dies wäre wiederum ein Geschäft für die einheimische Kriegsmaterialfirmen. Mit der Abschaffung der Luftwaffe ginge mancher Bubentraum den Bach runter.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Die Schweiz hat damals über ein Budget abgestimmt und nicht über ein Kampfflugzeug. Leider ist das auch in den Medien letztlich nicht so recht und ausdrücklich korrigierend erwähnt worden. Aber es ist halt so, es ging damals tatsächlich um's Budget nicht um die Luftwaffe oder die Typenwahl, nämlich den Gripen. Dass viele aber grundsätzlich die Luftwaffe & Armee oder einfach nur die Typenwahl ablehnen und dieses Budget daher ablehnten ist sicher auch richtig, davon könnte man fast auch ausgehen.
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