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Chinas Präsident in Bern Bundesstadt rüstet sich für Staatsbesuch aus Peking

Legende: Audio Bern erhält Polizei-Verstärkung abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
02:11 min, aus HeuteMorgen vom 14.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Chinas Präsident am Sonntag zum Staatsbesuch eintrifft, werden die Sicherheitsvorkehrungen grösser und sichtbarer sein als bisher.
  • Auch wegen der Anschläge in Europa haben sich die Schweizer Behörden eine grössere Wachsamkeit auferlegt.
  • Bedenken wegen Provokateuren hat der Präsident der Gesellschaft Schweiz-Tibetische Freundschaft.

Strassensperren, Personen- und Fahrzeugkontrollen – für den chinesischen Staatsbesuch wird die Stadt Bern zur Festung. Sicherheitsdirektor Reto Nause spricht von massiven Einschränkungen, denn der chinesische Präsident sei völkerrechtlich von grosser Bedeutung.

Globale Sicherheitslage verschärft

«Xi Jinping wird in der Analyse als gefährdet eingestuft. Wir sind verpflichtet, ihn zu schützen und einen reibungslosen Staatsbesuch zu garantieren.» Zudem habe sich die globale Sicherheitslage verschlechtert – mit Anschlägen mitten in Europa, so Nause weiter. Auch deswegen seien die Sicherheitsmassnahmen nun schärfer und sichtbarer als bei früheren Staatsbesuchen.

Neben der internationalen Sicherheitslage und der gefährdeten Person Xi Jinpings gibt es noch ein weiteres Problem: Beim chinesischen Staatsbesuch 1999 demonstrierten tibetische Aktivisten auf einem Dach vor dem Bundeshaus und es kam zum diplomatischen Eklat mit China.

Kundgebung von Tibetern bewilligt

Trotzdem hat die Stadt Bern nun eine Gegenkundgebung von Tibet- und Menschenrechtsaktivisten bewilligt. Um den hohen Gast und wichtigen Handelspartner nicht zu verärgern, soll sie jedoch vor seinem Staatsbesuch und nicht auf dem Bundesplatz stattfinden.

Reto Nause nennt dies einen «Freund-Eidgenössischen Kompromiss». Thomas Büchli kann diesen Kompromiss als Präsident der Gesellschaft Schweiz-Tibetische Freundschaft akzeptieren.

Tibeter warnen vor «Provokateuren»

Büchli befürchtet hingegen, dass es in der chinesischen Delegation «Provokateure» haben könnte, die damit beauftragt seien, die Tibeter-Demonstration zu stören und sie bewusst eskalieren zu lassen.

Dies zu verhindern, ist Aufgabe der Kantonspolizei Bern. Sie ist verantwortlich für die Sicherheit und steht vor einem Grosseinsatz. Daher schliesst sie übers Wochenende vorsorglich einen Grossteil der Wachen im Rest des Kantons.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Dürfen denn die Fans von Präsident Xi auf dem Bundesplatz feiern? Für die grösste Reduktion von Hunger und Armut der Menschheitsgeschichte sollte man China als Linker doch danken können. Und ich weiss von vielen chinesischen Studenten in der Schweiz, die begeistert sind, dass ihr Staats- und Parteichef die Schweiz besucht, so sehr das unsere Missionare auch ärgert.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Unsere Demokratie ist auch nicht menr was sie einmal war. Heute pflegt unser Bundesrat Beziehungen mit diejenigen wo sie sich wirtschaftlichen Profit versprechen. Egal ob Diktator, menschverachtende Politik. Hauptsache die Kasse klingelt. Das sehen wir auch an unseren Waffenexporten, die widerum den Krieg fördern und Menschen zur Flucht zwingen. Wir müssen dann ein Teil davon als Flüchtlinge aufnehmen. Einfach paradox. China wird Tibet für immer besetzen, leider.
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    1. Antwort von Daniel Unedan (D. Unedan)
      Das war ja seit dem 2. Weltkrieg nie anders! Und davor eigentlich auch nicht. Auf welche Zeiten beziehen Sie sich?
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Ein Diktator kommt in die Schweiz und die Bunderräte kuschen brav. China hat Tibet besetzt, wie Russland die Krim. China besetzt im südchinesischen Meer Inseln, trotz gegenteiligem Urteil eines internationalen Gerichts. In China werden zehntausende in Haft gehalten, weil sie ihre Meinung geäussert haben - ihre politische Meinung mit Forderung nach Demokratie. Vor diesen Verbrechern, die im Gegensatz zum Diktator Putin nicht kritisiert werden, kuschen sie, kriechen vor ihm ... widerlich pur!
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    1. Antwort von W Streuli (Wernu)
      ®Hr.Bauert Der Vergleich zwischen der Krim und Tibet hinkt drastisch,denn auf der Krim haben schon eh meist nur Russen gelebt.Das China im südchinesischen Meer die Muskeln spielen lassen will,sorgt natürlich nicht gerade für politische Stabilität in dieser Region.Vietnam wäre da als Beispiel hervorzuheben.Die Philippinen haben sich ja da wohl arrangiert mit dem angeblichen kommunistischen Staat China,das nicht mehr als eine Staatskapitalistische Partei verkommen ist.
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