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Grosser Phishing-Fall vor dem Bundesstrafgericht
Aus HeuteMorgen vom 21.01.2021.
abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
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Bundesstrafgericht 247 Bankkunden als Opfer: Frau wegen Voice-Phishing vor Gericht

  • Die Bundesanwaltschaft klagt eine Frau an, durch Phishing und betrügerische Telefonanrufe über 600'000 Franken erbeutet zu haben.
  • Der grosse Phishing-Fall wird heute am Bundesstrafgericht in Bellinzona behandelt.
  • Der Angeklagten wird vorgeworfen, sie habe zwischen 2012 und 2015 mindestens 247 Kunden von Finanzinstituten dazu verleitet, ihre E-Banking-Zugangsdaten preiszugeben.

Die Anklageschrift beschreibt ausführlich, wie die Angeklagte dabei vorgegangen sein soll. Sie und ihre Mittäter suchten im Internet rund 250 Bankkunden, die sie mit E-Mails anschrieben, die aussahen wie solche der Post oder der UBS.

Banken realisierten Täuschung nicht immer

In der Mitteilung forderten sie die Geschädigten im Namen der Bankinstitute auf, wichtige Updates zu machen. Die Kunden klickten auf den Link, den sie auf eine Internetseite umleitete, die aussah wie die der betreffenden Bank. Dort hinterliessen die Geschädigten ihre Kontaktdaten, auch Telefonnummern.

Daraufhin rief die Angeklagte an, gab sich als Bankmitarbeiterin aus und bot an, bei den Updates zu helfen. Mit den Zugangsdaten konnten die mutmasslichen Täter so über 1.5 Millionen Franken von den Bankkunden auslösen. Die Banken realisierten die Täuschung in fast der Hälfe der Fälle nicht. Der definitive Kundenschaden beträgt über 600'000 Franken.

«Ein Spitzenwert»

«Das dürfte ein Spitzenwert sein, der dort abgeflossen ist. Ich persönlich finde 600'000 Franken im Zusammenhang mit Phishing sehr hoch», sagt Max Klaus, stellvertretender Leiter Cybersicherheit im nationalen Zentrum für Cybersicherheit. Über das Strafmass in diesem ausserordentlichen Fall von Voice-Phishing entscheidet jetzt das Bundesstrafgericht.

Wie viele Phishing-Fälle es in der Schweiz jährlich gibt, ist nicht klar. Es gibt keine Phishing-Meldepflicht. Bei ihnen lande nur die Spitze des Eisbergs, sagt Experte Klaus. Letzte Woche waren es beispielsweise 88 Fälle.

SRF 4 News, Heute Morgen, 21.1.2021, 6 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Jörg Kaufmann  (jka)
    Man fragt sich schon wie gutgläubig Leute sein können.
    Ich habe Ähnliches erlebt. Beispielsweise, angeblich von Microsoft. In schlechtem, akzentuiertem English, ihre Sicherheitsabteilung hätte festgestellt mein Computer sei infiziert und möchten das beheben. Am Anfang spielte ich einmal aus Neugier mit, bis ich ein Fernwartungstool hätte installieren sollen. Klar was dann passiert wäre.
    Dass sowas häufig vorkommt zeigt doch, dass die manchmal sogar Erfolg haben.
    1. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      Es gibt auf youtube einen Kanal von einem gewissen Jim Browning, der in seinen Filmchen die ausserordentlichen und raffinierten Anstrengungen dokumentiert, die er unternimmt, um solchen Betrügern, die übrigens ganz gut "verdienen", etwas Sand ins Getriebe zu streuen. Zum gleichen Thema kann ich auch James Veitch empfehlen, ein Komiker, der es zu seinem Metier gemacht hat, auf Spam des nigerianischem Typs zu antworten. Beide sehr unterhaltsam aber in Englisch.
  • Kommentar von Krebs Alfred  (A.Santiago)
    Beim E-Banking der UBS kann man den gesamten Schreibverkehr im einem Tool im E-Banking ausführen. Ich erhalte auch alle Nachrichten ähnlich wie E-Mails durch das Tool. Also lösche ich jedes E-Mail das ich bekomme.
  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Jedes Finanzinstitut orientiert immer wieder, dass keine Zugangsdaten per Telefon oder Email abgefragt werden. Wer dennoch entsprechende Aufforderungen erhält, kann sich bei seiner Bank erkundigen. Deshalb kann ich nicht verstehen, weshalb diese Betrugsmasche immer wieder funktioniert. Es sind doch nicht alle Leute dement?
    1. Antwort von Leo Nauber  (leo999)
      Das ist stinkeinfach. Man muss den Leuten nur sagen: Sie verlieren möglicherweise Geld, wenn Sie nicht...". Und schon bricht bei vielen Panik aus und sie verlieren jegliche Vernunft und damit mit Sicherheit Geld.