Zum Inhalt springen
Inhalt

Cannabis als Arzneimittel Die Regeln sollen gelockert werden

Cannabis-Medikamente für Schmerzpatienten sind nur mit Ausnahmebewilligung erhältlich. Das will der Bundesrat ändern.

Legende: Video Cannabis als Arzneimittel abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.01.2019.

Die Cannabis-Pflanze enthält wertvolle Inhaltsstoffe, beispielsweise Dronabinol. Dieser Wirkstoff kann bei Patienten zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Doch abgesehen davon, dass meist die Patienten selber das teure Medikament zahlen müssen, bestehen einige bürokratische Hürden.

Kompliziertes Bewilligungsverfahren

«Heute ist es so, dass der Patient einen Arzt finden muss, der ihm ein Cannabis-Präparat verschreiben möchte», so Manfred Fankhauser. Der Apotheker aus Langnau i.E. hat hunderte von Patienten, die er mit Cannabis-Medikamenten versorgt. Eine Ausnahme, denn nicht nur für die Apotheken ist es laut Fankhauser aufwändig. «Der Arzt muss den Umweg gehen, dass er ein Ausnahmegesuch stellen muss beim Bundesamt für Gesundheit. Die prüfen das. Und erst wenn die ihren Segen geben, kann der Patient das Cannabisprodukt erhalten.»

Auch für das Bundesamt für Gesundheit ist das jetzige Verfahren mit den Ausnahmebewilligungen sehr aufwändig. Markus Jann, Leiter Vollzug beim Bundesamt für Gesundheit, begründet das jetzige Verfahren.

«Cannabis ist eine Rauschdroge und unterliegt deshalb einem umfassenden Verbot und das betrifft eben auch die medizinische Verwendung», sagt Jann. Und weiter: «Seit der letzten Revision des Betäubungsmittelgesetzes ist es zwar grundsätzlich möglich, Cannabis als Arzneimittel zu verschreiben, aber das doch nur in sehr engbegrenztem Rahmen und nur mit Ausnahmebewilligung des Bundesamtes für Gesundheit».

Neue Regeln für therapeutische Anwendung

Auch das Bundesamt möchte deshalb die Praxis ändern, so wie es der Bundesrat vorschlägt. Ein entsprechender Entwurf soll Mitte des Jahres vorliegen.

Ein Vorhaben, das für ihn dringend notwendig scheint: Rudolf Brenneisen, der emeritierte Professor für Pharmazie und Gründer der Schweizer Arbeitsgruppe für Cannabinoide in der Medizin SACM, sagte am Rande des heutigen Kongresses in Bern: «Viele Patienten, die unter chronischen Krankheiten leiden sind darauf angewiesen, auf der Strasse das Medikament zu holen.» Dies, weil Ärzte teilweise den Papierkrieg scheuen oder es nicht besser wüssten.

Cannabis-Arzneien sollen künftig mit ärztlichem Betäubungsmittelrezept, aber ohne Ausnahmebewilligung des Bundesamtes für Gesundheit in Apotheken erhältlich sein, so der Vorschlag des Bundesrates.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Endlich! Und ich freue mich riesig über die vielen positiven Kommentare! - Für den Rauschzustand ist das THC verantwortlich, für die Schmerzlinderung und andere positive Wirkungen das CBD (Cannabidiol und andere Cannabidoide dieser Gruppe). Zeit, dass die Politik diese Unterschiede anerkennt und respektiert. - Ich will als ehemaliger Kiffer nicht mehr den Rauschzustand in Kauf nehmen und damit meinen Handlungsspielraum einengen, um meine Schmerzen zu lindern. Macht endlich vorwärts!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Anita Rusterholz (Anita Rusterholz)
    Firmenund wie Bayer, Monsanto und Scotts Miracle-Gro arbeiten fieberhaft an der Patentierung dieser Naturheilpflanze, was die Vielfalt dieser florierenden Geldpflanze zerstören wird. Was die Rasen-, Garten- und Agrochemieunternehmen anbelangt, so ist es keine Überraschung, dass sie am wachsenden Cannabismarkt teilhaben wollen, denn es ist der am schnellsten wachsende Trend, den die Branche je gesehen hat. Bundesbern will doch keine Legalisierung! Lieber Gift für die LW, ganz im Sinne der EU!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Mal Klartext, Canabis ist super, aber es wuerde weder den Alk Konsum noch die Pharmaindustrie beeinflussen.... deren Aengste halten sich demzufolge in Grenzen, das Problem sind die "Mitmenschen".. die anderen alles vergoennen... und die Politiker, die diese "Mitmenschen" fuerchten..
    Ablehnen den Kommentar ablehnen