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Schweiz Carna Grischa entschuldigt sich

Der Bündner Fleischhändler leistet zwar Abbitte, widerspricht allerdings dem Vorwurf des systematischen Etikettenschwindels. Die meisten Falschdeklarationen sollen vor 2013 unter der damaligen Führungscrew passiert sein.

Legende: Video Carna Grischa gibt Fehler zu abspielen. Laufzeit 04:09 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 26.11.2014.
Weilenmann an PK.
Legende: «Wir gehen im Moment von äusserst bedauerlichen Einzelfällen aus», erklärt Geschäftsführer Weilenmann. SRF

Während der rund 45-minütigen Pressekonferenz sagte Verwaltungsratspräsident Ettore Weilenmann, ein systematischer Missbrauch habe nach aktuellem Wissenstand nicht vorgelegen. Es handle sich um bedauerliche Einzelfälle. Man sei zurzeit daran, die Datenbank nach weiteren Fällen zu durchforsten.

Betroffen gewesen sei ein Anteil der Fleischlieferungen im tiefen Promille-Bereich. In Zahlen: Vor 2013 habe man mehrere dutzend Fälle entdeckt, nach 2013 bisher rund ein Dutzend. Betroffen sei vor allem das Poulet-Geschäft gewesen, das laut Weilenmann zwei Prozent des Gesamtgeschäfts ausmacht.

Die meisten Unregelmässigkeiten seien vor 2013 unter der damaligen Führungscrew der ehemaligen Besitzer geschehen. Doch auch ab 2013 wurde Fleisch falsch deklariert, sagte Weilenmann an der Medienkonferenz. Das soll ohne das Wissen des heutigen Carna-Grischa-Verwaltungsratspräsidenten Ettore Weilenmann geschehen sein.

Fleischhändler ergreift Massnahmen

«Ich selbst hatte keinerlei Kenntnisse von irgendwelchen Manipulationen», sagte Weilenmann. Er bedauere die Vorfälle ausserordentlich und entschuldige sich bei den betroffenen Kunden.

Carna Grischa habe inzwischen vier Massnahmen ergriffen, die ab sofort garantieren sollen, dass die Kunden das Fleisch erhalten, das sie auch bestellt hätten:

  • Ein Lebensmittel-Labor wurde damit beauftragt, bei zufällig ausgewählten Produkten Inhalt und Deklaration zu prüfen, ob Inhalt und Deklaration übereinstimmen.
  • Der Verwaltungsrat hat entschieden, per sofort einen externen Qualitätsprüfer beizuziehen, der sicherstellt, dass Bestellung und Lieferung übereinstimmen.
  • Der Verwaltungsrat hat auch entschieden, externe Berater beizuziehen, die Prozesse im Unternehmen untersuchen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden die Grundlage für weitere Massnahmen sein.
  • Das Unternehmen führt eine Plattform ein, auf der die Mitarbeiter anonym ihre Beschwerden und Kritik äussern können.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Montag gegen den Fleischhändler wegen des Verdachts der Falschdeklaration. Eine anonyme Strafanzeige hatte die Untersuchungen ausgelöst.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von andreas baumann, amriswil
    Geld :P noch Mehr Geld .. ohhh weils so schön viel wahr noch mehr !!! das Denken Unserer Geselschaft. Meiden Meiden und Nochmal Meiden solche Betriebe ! Nur so Merken Sie es.
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  • Kommentar von F.Landolt, Benken
    Ich kann mich den anderen Schreiberinnen und Schreibern nur anschliessen. Glaubt Herr Weilemann allen ernstes, dass ihm seine Entschuldigung abgenommen wird? Da sieht man einmal mehr, wie weit die Geilheit nach Geld geht. Bei jeder Initiative wird die Wirtschaft, sprich das Geld der wie das goldenes Kalb verteidigt. Je grösser aber ein Gebilde, desto unübersichtlicher. Aus diesem Grund kaufe ich Fleisch, wenn nötig in unserer Dorfmetzgerei. Ausländische Fleisch esse ich generell nicht.
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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    Seine Körpersprache, seine Mimik und der abgelesene, sicherlich vom Hausjuristen abgesegnete Text sprechen Bände. Gut das er nicht Pinocchio heisst.
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