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«Britzerland»: Bundespräsident Cassis zu Besuch bei Boris Johnson
Aus Echo der Zeit vom 28.04.2022.
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Cassis bei Johnson in London Kommt bald ein Handelsabkommen à la «Britzerland»?

«Dear Ignazio, welcome to London» begrüsste der britische Premier Boris Johnson am Donnerstag den Schweizer Bundespräsidenten Ignazio Cassis im Gelben Salon an der 10 Downing Street. Beim 43-minütigen Gespräch lobte Johnson die enge Freundschaft und den regen Handel zwischen den beiden Ländern. Er sprach vom grossen Potenzial und davon, dass die Schweiz und die Briten ein «Britzerland» ausserhalb der EU schaffen könnten. Dies könne vor allem für Forschung und Wissenschaft bedeutend werden, schätzt Grossbritannien-Korrespondent Patrik Wülser.

Patrik Wülser

Patrik Wülser

Grossbritannien-Korrespondent, SRF

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Patrik Wülser arbeitet seit Ende 2019 in London als Grossbritannien-Korrespondent für SRF. Wülser war von 2011 bis 2017 Afrika-Korrespondent und lebte mit seiner Familie in Nairobi. Danach war er Leiter der Auslandsredaktion von Radio SRF in Bern.

SRF News: War der Besuch mehr als ein Höflichkeitsbesuch?

Patrik Wülser: Ja, es war weit mehr als ein Höflichkeitsbesuch, aber auch kein Staatsbesuch. So erklärte es mir heute ein Diplomat in Downing Street. Auf jeden Fall war es eine grosse Ehre, was die Audienz des Bundespräsidenten bei der Queen bestätigt. Warm empfangen wurde Cassis auch von Premier Johnson. Dieser lobte gewohnt humorvoll und charmant die guten Beziehungen zur Schweiz. Er lancierte hierbei das Wort «Britzerland». Nach 41 Minuten unterschrieben die Staatsmänner eine Absichtserklärung: Gespräche und Verhandlungen zu Handel, Finanzdienstleistungen, Mobilität und Forschung, die zum Teil bereits laufen, sollen weitergeführt werden.

Die Briten sprechen von einem neuen, ambitionierten Freihandelsabkommen, das die Länder gemeinsam anstreben. Wie ist das einzuordnen?

Zwischen Grossbritannien und der Schweiz gibt es ein altes Freihandelsabkommen aus den 1970er-Jahren, das nun erneuert werden soll. Doch diese Absicht ist nicht ganz neu. Die Gespräche laufen schon seit geraumer Zeit und sollen nun Ende dieses Jahres, aber eher im darauffolgenden Sommer zu Ende kommen. Mit der heutigen Erklärung werden die Gespräche nun allenfalls beschleunigt, wie Bundespräsident Cassis ausführte.

Cassis und Johnson.
Legende: Beim Besuch von Bundespräsident Ignazio Cassis bei Premierminister Boris Johnson wurden die guten Beziehungen gelobt. Aber auch der Ukraine-Krieg kam zur Sprache. Patrik Wülser

Die leicht euphorische Mitteilung der Briten ist durchaus auch im Licht zu sehen, dass sich die Früchte des Brexit bisher noch nicht so recht bemerkbar gemacht haben. Ganz im Gegenteil: Letzte Woche meldete die britische Exportwirtschaft Einbrüche. Entsprechend optimistisch werden potenzielle Freihandelsabkommen kommuniziert. Fast wichtiger erscheint mir in der neuen Absichtserklärung, künftig allenfalls in Forschung und Wissenschaft zusammenzuarbeiten. Beide Länder sind nicht mehr Teil des EU-Forschungsprogramms Horizon, verfügen aber über führende Universitäten in der Welt.

Das Gespräch führte Simone Hulliger.

Video
Bundespräsident Cassis auf Besuch bei der Queen
Aus SRF News Videos vom 28.04.2022.
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Echo der Zeit, 28.04.2022, 18:00 Uhr;

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28 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, wir danken für die Partizipation und schliessen die Debatte an dieser Stelle. Eine gute Nacht und ein schönes Wochenende. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    Nicht mal der aktuelle Krieg führt den Gegnern der EU offenbar deren immensen Wert vor Augen. Frieden, seit es sie gibt, und dazu wirtschaftlichen Erfolg. Nicht einmal die wirtschaftlichen Problem bringen Brexitanhänger offenbar von ihrer naiven Ideologie der totalen Souveränität ab. Da muss man wirklich mal die Fragen stellen: Ist absolute Souveränität wirklich wichtiger als Frieden? Ist sie wirklich wichtiger als Prosperität? Und vor allem: Macht das überhaupt souveräner?
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Florian Kleffel: Für den Frieden kann man auch einem Verteidigungsbündnis wie der NATO beitreten. Norwegen z.B. ist NATO-Mitglied, aber nicht EU-Mitglied und gedenkt auch niemanden anzugreifen.
    2. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      @F. Kleffel: Nehmt GB wieder in die EFTA auf.

      Die hat übrigens auch schon seit 60 Jahren Frieden und prosperierende Mitglieder.
    3. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Ist es nicht genau das, was die Ukraine wollte Herr Leu?
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Freihandelabkommen sind für die Beteiligten immer ein Vorteil; also vorwärts machen mit «Britzerland».
    1. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Auch wenn das dort geschrieben steht, stimmt das nicht generell, Herr Leu. Es gibt genügend Beispiele dafür. Mit GB vlt zumindest eher als mit Indonesien.