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Schweiz Chinesen bleiben in Uiguren-Frage hart

In der chinesischen Provinz Xinjiang gibt es immer wieder gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen der muslimischen Minderheit der Uiguren und der Mehrheit der Han-Chinesen. Ein Thema, das beim Besuch des Ministerpräsidenten Chinas in der Schweiz wohl gar nicht – oder nur am Rande – erwähnt wird.

Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang besucht die Schweiz. Am Freitag wird er mit dem Bundesrat ein Freihandelsabkommen unterzeichnen. Darin werden dem Vernehmen nach auch die Menschenrechte in China angesprochen. Sie würden in der Präambel des Abkommens erwähnt, sagte Bundesrat Johann Schneider-Ammann letzte Woche.

Eine Minderheit, die im Zusammenhang mit der Menschenrechtslage in China immer wieder erwähnt wird, sind die Uiguren: Die muslimische Volksgruppe im Nordwesten des Landes fordert mehr Autonomie, die chinesische Regierung aber lehnt dies ab. Regelmässig gibt es deshalb Ausschreitungen. 2009 starben bei Unruhen in Ürümqi, der grössten Stadt in der Provinz Xinjiang, rund 200 Menschen.

Strategische Ansiedlung von Chinesen

Albrecht Metzger, Journalist und Islamwissenschaftler, kennt die Volksgruppe der Uiguren. Im Gespräch mit Radio SRF schildert er ihre Situation. «Sie fühlen sich an die Wand gedrängt. Wirtschaftlich, religiös, kulturell. Sie sind eine kleine Minderheit von neun Millionen Menschen in einem Land von einer Milliarde Menschen.»

Die Uiguren stellen etwa 45 Prozent der Bevölkerung in der Region, in der 20 Millionen Menschen leben. Damit sind sie nicht mehr die Mehrheit wie früher, weiss Metzger. «Peking hat in den letzten Jahrzehnten strategisch Han-Chinesen in die Provinz geschickt. Die Uiguren wurden so immer mehr in die Minderheit gedrängt.»

Es herrscht gegenseitiges Misstrauen

Die Uiguren begegnen den Han-Chinesen, der «Elite», mit viel Misstrauen. «Die Han-Chinesen sind wirtschaftlich viel besser dran», erklärt der Journalist. Das sei ein Grund für die Spannungen. Die Uiguren seien aber auch eine stark ländliche Bevölkerungsgruppe, währenddessen die Han-Chinesen eher die Städte dominierten.

Die Chinesen wiederum stören sich am Glauben der Uiguren. «China ist ein kommunistisches Regime, dem Religion suspekt ist», erklärt Metzger. Deswegen stehe es den muslimischen Uiguren misstrauisch gegenüber.

Organisation unter Terrorverdacht

In den letzten 20 Jahren habe eine Islamisierung der uigurischen Bevölkerung stattgefunden. «Es gibt eine Bewegung, die ganz klar eine islamische Note hat: Das East Turkestan Islamic Movement, das in den 90ern auch schon mit Gewalt gegen die Führung vorgegangen ist. Das Regime behauptet, dass diese Bewegung mit der Terrorgruppe Al Kaida in Verbindung steht», sagt Metzger.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatten die USA das East Turkestan Islamic Movement auf die Liste der Terrororganisationen gesetzt, sie aber vor einem Jahr wieder davon entfernt. «Daher kommen diese Vorwürfe», erläutert der Islamwissenschaftler. Für die Nähe zur Al Kaida gebe es allerdings kaum Beweise.

Zwei Uiguren im Jura

Einem uigurischen Brüderpaar aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo wurde vor drei Jahren die humanitäre Aufnahme in der Schweiz gewährt. Die beiden Männer wurden von den US-Behörden weder angeklagt noch verurteilt; heute sind sie frei und leben im Kanton Jura.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Vogt, Zürich
    Werte Frau Zelger und S. Sugano. Nun nicht gerade den Teufel an die Wand malen. Erstens einmal wollen die Uiguren mehr Selbstbestimmungsrechte das wollten die Schweizer vor 700 Jahren auch und sie waren keine Muslime. Von den 2 Uiguren im Jura habe ich noch nichts negatives gehört seit ihrer Aufnahme in die Schweiz, weder haben sie jemanden zerstückelt noch den heiligen Krieg gegen die Schweiz ausgerufen, ich vermute eher das sie der Schweiz dankbar sind. Also keine voreiligen Schlüsse ziehen!
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    1. Antwort von S. Sugano, Therwil
      @Bruno Vogt aus Zuerich: Ich wollte nur aufmerksam machen, dass das US-Gefangenenlager Guantánamo immer noch offen ist, und die Schweiz diese zwei mit dem Hintergrund, der Schliessung genommen hatte. Es ist richtig, bisher habe ich nichts Negatives gehoert von den Zwei. Ich denke auch, dass diese sehr froh sind, Frei zu sein, und alles tun werden sich zu Integrieren. Und solange das so bleibt, hat niemand ein Problem damit, auser mit der USA, welche ihren Teil nicht einhaelt.
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Und wieder Muslime... Kann mir bitte jemand erklaeren, warum immer Muslime involviert sind? Was treibt bitte die Muslime den immer zu solchen Grauenhaften Taten wie gestern in London? Und warum werden die Uiguren Islamisiert? Besonders wenn diese mit gewalt gegen die Fuehrung vorgehen? Es ist einfach nur Schlimm. Und was ist mit unseren Zwei Uiguren im Jura? Das US-Gefangenenlager Guantánamo ist nach wie vor offen? Aber wir haben 2 die auf Staatskosten bei uns Leben, Was soll das bitte???
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    1. Antwort von Marlene.Zelger, 6370 Stans
      Genau diese Fragen stelle ich mir auch. Es ist doch eine Zumutung, dass Obama die Guantanamo-Häftlinge ins Ausland abschiebt, statt sie im eigenen Land, wo genügend Platz vorhanden wäre, zu verteilen. Aber wir wissen ja, dass Bundesbern alle unmöglichen Wünsche des Auslandes zu erfüllen bereit ist, ohne die Ängste des Volkes wahrzunehmen?
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