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Krebs am Arbeitsplatz Coaching statt Kündigung bei Krebsdiagnose

In der Schweiz haben über 64'000 Personen im erwerbsfähigen Alter Krebs. Jedes Jahr kommen 15'000 dazu. 60 Prozent von ihnen kehren nach einer Therapie wieder an den Arbeitsplatz zurück – ein enorm wichtiger Schritt, aber oft kein leichter.

Legende: Video Krebsbetroffene am Arbeitsplatz abspielen. Laufzeit 02:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.11.2016.

Wie kann man Krebsbetroffene im Arbeitsprozess behalten oder nach einer Krebsbehandlung eine erfolgreiche Rückkehr an den Arbeitsplatz ermöglichen? Diese Frage stand an einer Tagung der Krebsliga Schweiz, des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes und der Swiss Cancer Foundation in Zürich im Zentrum.

Frauenhände an einer Tastatur.
Legende: Krebs ist laut der Krebsliga die dritthäufigste Ursache für längere Abwesenheiten vom Arbeitsplatz. Keystone

Die Unterstützung Krebsbetroffener am Arbeitsplatz kann während und nach einer Krebsbehandlung den Heilungsprozess fördern, wie die Krebsliga Schweiz schreibt. Die Arbeitgeber spielten dabei eine wichtige Rolle – sei es im Umgang mit den Betroffenen, aber auch ihren Mitarbeitenden. Die Non-Profit-Organisation setzt sich dafür ein, dass die Bedürfnisse der erkrankten Arbeitnehmenden Gehör finden.

Weiterarbeiten schafft Normalität

In der Schweiz leben mehr als 64'000 Menschen zwischen 20 und 69 Jahren, bei denen in den letzten fünf Jahren eine Krebsdiagnose gestellt wurde. Viele arbeiten nach oder gar während der Therapie weiter. Das schafft Normalität im Alltag und hilft den betroffenen Personen, ihre sozialen Kontakte und Beziehungen aufrechtzuerhalten. Verlieren sie ihre Arbeit, droht nicht nur Isolation, auch das Armutsrisiko steigt, wie Kathrin Kramis, Leiterin der Krebsliga Schweiz, sagt.

«Wir wissen, dass zwei Drittel der Betroffenen über finanzielle Schwierigkeiten sprechen. Studien zeigen zudem, dass Krebsüberlebende im Vergleich zur gesunden Bevölkerung ein um 37 Prozent höheres Risiko haben, arbeitslos zu werden», erklärt Kramis. Doch was können Unternehmen konkret tun? «Wichtig ist, dass wir konzertiert vorgehen. Das bedeutet, dass wir Arbeitgeber mit Informationen und mit unterstützenden Angeboten begleiten, beraten, coachen.»

Krebsüberlebende haben im Vergleich zur gesunden Bevölkerung ein um 37 Prozent höheres Risiko, arbeitslos zu werden.
Autor: Dr. Kathrin Kramis-AebischerGeschäftsführerin Krebsliga Schweiz

Ziel sei, dass sie mehr Sicherheit haben, wie man mit krebsbetroffenen Menschen umgeht, und wie man ihnen helfen kann, in den Arbeitsprozess zurückzukommen. Besonders in kleinen und mittleren Betrieben werfe eine Krebsdiagnose rechtliche, finanzielle und zwischenmenschliche Fragen auf. Häufig sind Vorgesetzte mit der Komplexität überfordert und benötigen Rat. Auf der anderen Seite gehe es auch darum, die Betroffenen zu begleiten, ergänzt Kramis. «Denn auch sie haben grosse Schwierigkeiten, mit einer so einschneidenden Krankheit umzugehen.»

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1 Kommentar

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  • Kommentar von S. Meier (SM)
    "«Wir wissen, dass zwei Drittel der Betroffenen über finanzielle Schwierigkeiten sprechen..." das heisst die Betroffenen werden ungenügend finanziell unterstützt. Statt alle in Arbeit zu halten, (nicht jeder wird bei einer Chemotherapie dazu in der Lage sein), könnten die Betroffenen finanziell besser unterstützt werden.
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