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Schweiz Coming Out überfordert viele Betroffene

Homosexuelle Jugendliche haben ein wesentlich höheres Suizidrisiko als ihre heterosexuellen Altersgenossen. Grund dafür ist vor allem der psychische Stress vor und nach dem Coming Out. Wissenschaftler fordern deshalb mehr Prävention und ein Umdenken in Familie und Gesellschaft.

Die eigene sexuelle Orientierung herauszufinden ist das eine. Das andere ist es, diese auch der Familie und dem persönlichen Umfeld preiszugeben. Vielen jungen Homosexuellen fällt es noch immer schwer, diese Hürde zu überspringen. Ein Teil von ihnen scheitert daran und versucht sich das Leben zu nehmen.

Legende: Video Coming Out überfordert viele Betroffene abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.02.2013.

«Das Risiko für einen Suizidversuch ist bei homosexuellen Jugendlichen zwei- bis fünfmal höher als bei heterosexuellen Altersgenossen», sagt Jen Wang. Der Präventivmediziner der Universität Zürich und seine Kollegen haben zahlreiche Betroffene nach deren Suizidversuch zu den Gründen befragt. In Genf stellten sie heute die Ergebnisse ihrer Studie vor.

Stärkere Prävention für Schwule und Lesben

Die Hauptgründe seien in aller Regel Probleme im sozialen Umfeld – mit der Familie und Freunden beziehungsweise in der Schule und bei der Arbeit, so Wang. Häufig fühlten sich die Betroffenen von Verwandten oder Freunden abgelehnt. Die Folgen: Isolation und Einsamkeit.

Viele Homosexuelle würden in eine Depression verfallen und in der Folge vermehrt zu Selbstmordphantasien neigen. Dem müsse entgegengewirkt werden, fordert Jen Wang. Die Suizidprävention soll nach seiner Meinung schwule Männer und lesbische Frauen noch viel stärker in den Fokus nehmen als bisher.

Zudem bedürfe es weiterer Veränderungen innerhalb der Gesellschaft, so der Wissenschaftler. «Allen Fortschritten zum Trotz wird das Klima gegenüber Schwulen und Lesben von diesen selbst noch immer als zum Teil unfreundlich und risikoreich empfunden.»

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Georg Büchner, St. Gallen
    Warum nicht einfach alle Menschen durch das Gesetz gleich behandeln? Die Eingetragene Parnerschaft ist in jedem Punkt schlechter als die Ehe. Damit werden Homosexuelle offiziell als Personen zweiter Klasse abgestempelt. Kein Wunder ist die Suizidrate so hoch. Dabei sollte doch die Orientierung absolut keine Rolle spielen. Es ist nur ein kleiner Teil der Persönlichkeit, welcher von Gegnern bewusst aufgebauscht wird.
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  • Kommentar von R. Meier, Thun
    Danke, Hans Mann, für die Belehrung. Bei der Antwort von Herrn Würz sehe ich keinen Zusammenhang mit meiner Aussage. Also, wenn es Aufgabe der Mehrheit ist, die Minderheiten zu schützen, schlage ich vor, dass man Homosexuellen den Zugang zu Waffen verwehrt, weil diese die Gefahr eines Suizids massiv erhöhen. Aber das geht ja auch nicht, weil das eine Diskriminierung der Minderheit wäre. Also bleibt wiederum nur die Entwaffnung der Mehrheit, um die Minderheit zu schützen. Ist das jetzt korr...
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  • Kommentar von R. Meier, Thun
    Ja, klar: Die böse Mehrheit ist schuld und sollte umdenken. Was ist denn das für ein Unsinn? Dass Traditionen schlechtgeredet werden ist bekannt, dass religiöse Regeln gelten könnten oder dass es einen Gott gibt, darf schon gar nicht ins Feld geführt werden. Dann galt da mal noch die Regel von der Demokratie, nach der die Mehrheit Recht hat. Nun sind wir einen Schritt weiter, wo sich die Mehrheit der Minderheit fügen muss. Super! Da muss man sich über Konflikte nicht wundern.
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    1. Antwort von Hans Mann, Basel
      Vielleicht sollten Sie sich einmal informieren was Demokratie eigentlich ist. Z.B ist gerade der Schutz von Minderheiten elementarer Bestandteil einer Demokratie. Was Sie beschreiben bzw. sich wünschen ist nennt man Ochlokratie.
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    2. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      Diejenigen Menschen, die Homosexualität als Sünde sehen, sind doch - zum Glück - selbst nur noch eine Minderheit. Die Mehrheit bekundet keine Probleme mit der Pluralität sexueller Neigungen.
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