Zum Inhalt springen

Header

Video
Die Corona-Detektive
Aus 10vor10 vom 30.04.2020.
abspielen
Inhalt

Contact-Tracing in der Schweiz Jeder Corona-Fall wird ab dem 11. Mai nachverfolgt

Der Bund setzt nicht nur auf eine App, sondern auch auf das Contact-Tracing mittels Telefonanruf.

Jeden Covid-19-Kranken isolieren, mit Ratschlägen begleiten und auch seine engsten Kontakte finden und unter Quarantäne stellen. Und das per Telefonanruf: So funktioniert Contact-Tracing.

Tägliche Anrufe vom Gesundheitsdienst

Der Kanton Basel-Stadt macht das seit Anfang der Epidemie. «Im Moment haben wir drei Vollzeitstellen im Einsatz. Wir haben in der Phase, wo wir bis 50 Neuinfektionen pro Tag hatten, 12 Vollzeitstellen gehabt», so der Kantonsarzt Thomas Steffen. Und weiter: «Das System ist so aufgebaut, dass wir, wenn es nötig ist, zusätzliches Personal reingeben können.»

Ein aufwändiges Verfahren: Denn pro infizierter Person werden drei bis fünf enge Kontaktpersonen täglich vom Gesundheitsdienst Basel-Stadt in der häuslichen Quarantäne angerufen.

Nicht alle Kantone haben seit Beginn der Pandemie systematisch und zentral alle Covid-19-Fälle kontaktiert und die Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt. Jetzt soll dieses System aber überall praktiziert werden.

Die Grafik zeigt, wie viele Vollzeitstellen für die Telefonanrufe bestehen oder vorgesehen sind.

Video
Vollzeitstellen für das Contact-Tracing
Aus News-Clip vom 01.05.2020.
abspielen

Schnelles Reagieren wichtig

Auch Richard Neher findet das Contact-Tracing unabdingbar. Der Professor forscht an der Universität Basel an Evolution und Ausbreitung von Viren.

Um das Contact-Tracing effizient zu machen, ist schnelles Reagieren wirklich wichtig.
Autor: Richard NeherProfessor für Evolution und Ausbreitung von Viren an der Universität Basel

Bei Corona sei der Faktor Zeit entscheidend. «Um das Contact-Tracing effizient zu machen, ist schnelles Reagieren wirklich wichtig. Denn gerade bei diesem Virus passieren viele Übertragungen, bevor Symptome einsetzen», so der Forschungsgruppenleiter am Biozentrum der Universität Basel.

Man würde von vielen Fällen erst erfahren und sie diagnostizieren können, nachdem Übertragungen stattgefunden hätten, so Neher. «Und je länger man wartet, desto mehr Kontakte sind passiert und desto schwieriger ist es, diese Kontakte zu ermitteln.»

Tiefe Durchseuchungsrate

Der Kanton Zug setzt ebenfalls auf Contact-Tracing, zurzeit hat er rund 50 Corona-Fälle. Seit Beginn der Pandemie wird jedem einzelnen Fall nachgegangen, ohne Unterbruch oder Dezentralisierung über die Hausärzte. 14 Personen werden dafür vom Kanton bezahlt.

«Für uns ist das ganz ein wichtiges Instrument, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen», erklärt Gesundheitsdirektor Martin Pfister (CVP). «Wir glauben, dass das einer von den Gründen ist, dass wir eine relativ tiefe Durchseuchungsrate haben.»

Das Contact-Tracing soll nun schweizweit verstärkt werden, auch wenn es personal-intensiv ist. Es ist der Preis für die Lockerungen der Corona-Massnahmen und für ein bisschen mehr Normalität.

«10vor10», 30.04.20

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

54 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Anita Mannhart  (lupus)
    Es macht den Anschein, dass hier Leute kommentieren, die keine Ahnung haben, was Festnetz ist. Vielleicht eine junge Generation.Ein Festnetzfon hat zwei Kabel, eines für den Anschluss an die Steckdose Swisscome oder ans Modem. Das andere ist das Stromkabel. Mit dem Ding kann man eines: telefonieren. Heute meist über Funk von Basisstation zum Hörer. Ins Internet kann man damit nicht. Sobald ich die Wohnung verlasse, kann ich nicht mehr telefonieren, auch keine Anrufe empfangen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Anita Mannhart  (lupus)
    Herr Sigg, mein Festnetz hat kein blue tooth. Da kann ich nichts herunterladen, gar nichts!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ulrich Jermann  (Nachdenkend...)
    Was ich das lese, in all diesem Kommentaren, macht mir jetzt echt Sorgen: so viel Sturheit, mangelnde Solidarität, blinde Angst vor einer simplen App, deren Quellcode noch offengelegt wird... Datenschutz-Panik in einer Welt von Google, Facebook, Instagram, WhatsApp, etc. - deren Quellcode NICHT offengelegt wird...
    Spätere Generationen werden nur den Kopf schütteln, über das Eine und das Andere!
    Verkehrte Welt: das Sinnvolle wird abgelehnt und das Sinnlose gedankenlos weiter konsumiert...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen