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Kriminelle Machenschaften in der Schweizer Botschaft in Moskau
Aus HeuteMorgen vom 31.10.2019.
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Controlling-Panne in Moskau Kriminelle Machenschaften in Schweizer Botschaft

  • Auf der Schweizer Botschaft in Moskau hat eine Mitarbeiterin während Jahren Geld veruntreut. Das belegen Recherchen von Radio SRF.
  • Der Fall wirft Fragen auf, vor allem auch zum Controlling der Schweizer Behörden.

17 Jahre lang hat die Russin Natalia P. auf der Schweizer Botschaft in Moskau gearbeitet, die letzten zehn Jahre als Assistentin des Generalkonsuls.

Über Kleinkram gestolpert

Aufgeflogen sind ihre kriminellen Machenschaften wegen einer Kleinigkeit: Ein Schweizer Bürger wollte seine russische Freundin heiraten. Dafür musste er auf der Botschaft in Moskau Papierkram erledigen, um sie dann in der Schweiz heiraten zu können. Dafür bezahlte das Paar Gebühren, wobei ihnen eine Rechnung auffiel, für die sie keine Quittung hatten.

Der Mann monierte dies. Worauf die Botschaft umgehend zusammen mit dem Aussendepartement in Bern die Sache untersuchte und herausfand, dass Natalia P. im grösseren Stil Geld veruntreute. Sie stellte Heiratswilligen nicht nur erfundene Rechnungen aus, sie liess darüber hinaus die gesamten bezahlten Gebühren für den Papierkram in den eigenen Sack wandern.

Gefälschte Arztrechnungen

Am meisten Geld veruntreute sie aber mit gefälschten Arztrechnungen. Natalia P. war als Mitarbeiterin der Botschaft über ihren Arbeitgeber versichert. Sie gab an, krebskrank zu sein, und erhielt für gefälschte Arztrechnungen alles in allem gut 80'000 Fr. rückerstattet. Bis auch dies in der Untersuchung aufflog. Das belegen Recherchen von Radio SRF. Auch wenn bisher kein rechtskräftiges Urteil vorliegt.

Natalia P. selber bestritt gegenüber Radio SRF die Vorwürfe - und ging stattdessen zum Gegenangriff über. Sie stellte die Vorkommnisse als Verschwörung dar. Sie sei gemobbt und vom Botschafter sexuell belästigt worden. Sie wirft diesem auch vor, mit dem russischen Geheimdienst und der Mafia zusammenzuarbeiten.

Es bleiben Fragen offen

Das Aussendepartement klärte auch diese Vorwürfe ab und weist alle zurück. Die Behörde spricht in einer schriftlichen Stellungnahme, die Radio SRF vorliegt, dem Botschafter und seinem Team volles Vertrauen aus. Das EDA bestätigte auch die Veruntreuungen und die geschilderten Sachverhalte.

Weitere Fragen blieben aber offiziell unbeantwortet. Etwa, warum die Botschaft die Veruntreuungen nicht von sich aus bemerkte. Und welche Schlussfolgerungen man auch mit Blick auf andere Botschaften gezogen hat.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Alle grossen Skandale die in den letzten 10 Jahren, sind in Departementen geschehen die von Bürgerlichen geführt werden und da wird immer wieder gewarnt von linker Misswirtschaft! Verschunden Panzer, verlochtes Geld wegen EDV System im VBS. EDV Betrug im EFD /WBP. Betrug bei der Post , UVEK und erneuter Skandal im EDA/EFD. SP Magistraten haben auch Fehlentscheide zu Verantworten, doch was in den Bürgerlichen Departement vor sich geht ist doch Speziel, um es noch nett zu Formulieren.
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    1. Antwort von Armin Hug  (Hugi)
      Was für eine an den Haaren herbeigezogene Verbindung! Vor 17 Jahren, dem Zeitpunkt als die Unterschlagungen in der Botschaft in Moskau begannen, war beispielsweise noch Micheline Calmy Rey Chefin des EDA. Solche Vorfälle haben rein gar nichts mit dem Parteibuch eines Dep.Chefs zu tun!
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    2. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Ich kann mich noch so an ein kleines Debakel erinnern, das uns Milliarden gekostet hat. Es nannte sich Ausfinanzierung der PUBLICA und fand in einem SP Departement statt. Dann sind da so die unangenehmen Dinge die im Raum stehen und über die niemand gerne spricht, vor allem der Bundesrat, der dafür verantwortlich ist - das Thema nennt sich Altersvorsorge - auch das kostet laufend Milliarden. Die ganz grossen Kisten scheinen sich also nicht vor der SP zu drücken, oder hat es mit Menschen zu tun?
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    3. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Herr Hug, im Bericht steht überhaupt nicht das die Unterschlagungen vor 17 Jahren begannen, das ist ihre freie Interpretation. Es heisst nur im Artikel seit wann die Frau da arbeitet. Wann sie angefangen hat zu Unterschlagen ist hier gar nicht erwähnt weil die Fakten noch gar nicht alle auf dem Tisch sind.
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    4. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Das EDA hat die Aufsichtspflicht und damit ist der Departements Vorsteher auch verantwortlich.
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  • Kommentar von T. H. Isaak  (cuibono)
    Frage aus Unkenntnis: Müsste sie nicht auch den russischen Justizbehörden zugeführt werden?
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  • Kommentar von Alfred Schläpfer  (191.5yenokavan)
    Ich war in den letzten Jahren immer wieder auf der Schweizer Botschaft in Moskau. Die Freundlichkeit des Personals und die Effizienz bei der Behandlung von Visaanträgen meiner russischen Familie und Freunden war beeindruckend. Ob wir auch von Natalia P. bedient wurden, weiss ich nicht. Aber ich bin froh, im Ausland auf professionelle Hilfe durch unsere Vertretungen zählen zu dürfen. Und als Gast fühle ich mich in Russland wohl und nörgle nicht.
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