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Coronawelle erreicht das Tessin
Aus Info 3 vom 19.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:58 Minuten.
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Corona-Epidemie im Südkanton 15 Tote, über 600 Infizierte: Lage im Tessin spitzt sich zu

Das Tessin wird als erster Kanton von der Coronawelle erfasst. Bundesrat Alain Berset appelliert an die Bevölkerung.

Im Tessin steigen die Zahlen: 15 Menschen sind laut Behörden gestorben, über 630 haben sich mit dem Coronavirus infiziert. In den Tessiner Spitälern wird gearbeitet bis zum Umfallen. Heute hat Innenminister Alain Berset den Südkanton besucht, um die Unterstützung aus der Restschweiz zuzusichern.

Unterdessen warnen die Gesundheitsbehörden in Bern, die Lage sei ernst. Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) sagte zur Situation im Kanton Tessin: «Es ist wirklich dramatisch. Sie kämpfen darum, genügend Betten auf Intensivstationen zu haben.»

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Daniel Koch, BAG: «Die Situation im Tessin ist dramatisch»
Aus News-Clip vom 19.03.2020.
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Kürzlich hat Koch gar gesagt, dass am Montag alle Tessiner Spitalbetten voll sein könnten. Christian Camponovo, Leiter der Klinik Montcucco, also des zweiten Spitals im Kanton, das zum Corona-Spital umfunktioniert worden ist, sagt dazu: «Die Situation ist sehr ernst. Damit sage ich aber keineswegs, dass wir in unseren Spitälern bereits am Anschlag sind. Wir können die Menschen noch gut pflegen.»

Die Tessiner Spital-Verantwortlichen hätten früh den Ernst der Lage erkannt. Tatsächlich haben sie letzte Woche den Druck auf die Regierung erhöht. Diese hat dann strengere Massnahmen erlassen, als es der Bund tat. Camponovo sagt, man fahre die Kapazitäten kontinuierlich hoch. Neue Intensiv-Pflegeplätze werden geschaffen. Aus China sollten bald neue Beatmungsgeräte kommen. Kurz: Noch gebe es Spielraum.

Kritik an Fallzählungen des Bundes

Wie lange dieser Spielraum anhält, beziehungsweise wann es wirklich eng werden könnte, kann Camponovo nicht sagen: «Leider haben wir meiner Meinung nach in der Schweiz auch seitens des Bundes wenig Klarheit, wie sich die Fallzahlen entwickeln. Andere Länder arbeiten da eng mit den Universitäten zusammen und vermögen es so, bessere Voraussagen zu machen.»

Gemäss Camponovo geht es jetzt darum, vor Ort die Kräfte möglichst gut zu bündeln. Patienten in andere Kantone zu verlegen oder Sanitätspersonal aus anderen Kantonen ins Tessin zu schicken – davon hält er wenig. Denn er geht davon aus, dass bald das gesamte schweizerische Gesundheitssystem so gegen das Coronavirus kämpft, wie es heute schon das Tessin macht.

Wir werden jetzt alle solidarisch sein. Das heisst auch, zuhause bleiben, um Leben zu retten.
Autor: Alain BersetGesundheitsminister

Der Besuch von Alain Berset im Tessin hat symbolische Schlagkraft. Denn der Gesundheitsminister hat vor allem betont, dass der Bund das Tessin mit aller Kraft unterstütze: «Das Tessin wird als erster Kanton mit voller Wucht von der Coronawelle erfasst und hat unsere Unterstützung nötig. Wir werden jetzt alle solidarisch sein. Das heisst auch, zuhause bleiben, um Leben zu retten.»

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Berset: «Wir müssen uns jetzt daran erinnern, dass Solidarität ein fundamentaler Wert ist, der jetzt von allen getragen werden muss» (franz.)
Aus News-Clip vom 19.03.2020.
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Im Tessin bleiben die nächsten Tage viele Menschen in ihren eigenen vier Wänden. Notgedrungen. Denn die Tessiner Regierung hat diese Tage zu Brücken-Feiertagen erklärt. Viele Lebensmittelläden sind geschlossen, es wird nicht gearbeitet. Es wird alles versucht, um die Corona-Welle zu bremsen.

Info 3 vom 19.03.2020, 17:00 Uhr

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34 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Was wir haben ist vor allem eine soziale und politische Krise gepaart mit einem einseitigen Verständnis von Gesundheit und Krankheit. Das gilt im Moment für die meisten betroffenen Länder.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Es stellt sich heraus, dass die Beatmeten eine schlechte Prognose haben. Daher ist es wichtig sich statt auf Tests, auf Beatmungsmöglichkeiten zu stützen, zu fixieren. Letztere einem Todesurteil gleichkommend, alles zu tun, dass die Menschen möglichst zuhause mit weit besseren Heilungsverläufen bleiben können. Da sind therapeutische Synergien gefragt und nicht mehr dieses schulmedizinischen Sturheiten. Denn gerade TMC, anthroposophische Medizin, Homöopathie, Qi Gong alles was hilft nutzen.
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    1. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Nur hilft das nichts. Stellt sich heraus, dass Leute mit Atmungsschwierigkeiten keine Luft bekommen wenn diese mit Qi Ging beatmet werden.
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Es ist schon schlimm, das junge sich nicht an die Vorgaben halten, aber das gerade diejenigen im gefährdeten Alter nicht Zuhause bleiben, finde ich noch schlimmer. Die gehen das Risiko ein, sich zu infizieren, werden mit ziemlicher Sicherheit Krank, füllen die Intensivstationen und verursachen immense Kosten. Und als Folge kommt dann womöglich eine Ausgangssperre für alle.:((
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