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Martin Ackermann: «Wir schlagen vor, dass wir uns eine Halbierung des Fallzahlen alle zwei Wochen zum Ziel setzen»
Aus SRF News vom 12.11.2020.
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Corona-Etappenziele SRF-Userin: «Froh, in dieser Zeit in der Schweiz zu leben»

Bis zum 10. Dezember 2020 weniger als 2000 Corona-Fälle pro Tag? So denken die SRF-User über die Taskforce-Etappenziele.

Diese Woche schlug Martin Ackermann, Präsident der nationalen Covid-Task-Force, konkrete Etappenziele zur Bekämpfung der Coronakrise vor. Er sprach von einer «Tour pour la Suisse»: Alle zwei Wochen soll sich die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen halbieren.

Am 10. Dezember sollen die täglichen Fallzahlen beispielsweise weniger als 2000 betragen und im neuen Jahr auf unter 500 fallen. Wir haben die Userinnen und User von SRF gefragt, ob sie diese Zielerreichung für realistisch halten.

Realistische Etappenziele?

In einer nicht-repräsentativen Umfrage von SRF sehen rund die Hälfte der Userinnen und User die Erreichung der Ziele unter den aktuellen Massnahmen als realistisch an. «Ein sportliches und gutes Ziel. Ich denke, weniger ist mehr, und wir werden einen nachhaltigen richtigen Weg beschreiten mit diesem Modell», kommentiert Userin Franziska Beetschen positiv.

User Bernand Tanner betont aber: «Meine Beobachtungen sagen mir, dass wir die jeweiligen Ziele nur erreichen können, wenn die Kontrolle funktioniert. Da sollte dringend hingeschaut werden. Dasselbe gilt in der Öffentlichkeit, wo die Menschen nicht wissen, was 1.5 Meter sind.»

Wir alle können noch leben, werden sozial nicht isoliert und unser Seelenheil ist damit auch gewährleistet. Auf lange Sicht gesehen sicher ein guter Weg! Ich bin froh, in dieser Zeit in der Schweiz zu leben.
Autor: Franziska Beetschen

Markus Kotthaus hingegen findet die Zielsetzung unnötig: «Was soll das, sich so in Zugzwang zu bringen? Wir alle werden diese Viruserkrankung durchmachen müssen. Früher oder später. Mit diesen Zielen wird das Jahre dauern. Die Welt ist so stark vernetzt, dass wir uns nicht mit Homeoffice und Lockdown vor Viren verstecken können.»

Immer neue Ziele?

«[...] Es war einmal ein Ziel der Taskforce gewesen, die ‹R-Zahl› unter 1 zu bringen – vorher war das Ziel, die Spitäler nicht zu überfordern, dann kamen neue Ziele mit Fallzahlen. Das bedeutet, dass die Ziele beliebig angepasst werden [...]», findet Monika Mitulla und betrachtet die Zielsetzung wie andere SRF-User skeptisch. Andreas Grieder sieht dies anders: «Es geht um Motivation für eine sehr wichtige Sache! Ich glaube, diese Vorgehensweise spricht viele in der Schweiz an.»

[...] vorher war das Ziel, die Spitäler nicht zu überfordern, dann kamen neue Ziele mit Fallzahlen. Das bedeutet, dass die Ziele beliebig angepasst werden. [...]
Autor: Monika Mitulla

Ziel erreicht: und dann?

Einige SRF-User bemängeln die Kommunikation der Taskforce und wünschen sich konkretere Informationen. Rita Carigiet fände es fair, zu wissen, was die «Belohnung» bei erfolgreicher Zielerreichung ist: «Ich denke, das zu wissen würde uns zusätzlich motivieren und wäre ehrlich; oder geht es einfach so, wie es manche Eltern handhaben: ‹Wenn du lieb bist, kriegst du dann etwas›?»

Auch Admir Asllanaj ist das Vorgehen unklar: «Wenn alle zwei Wochen sich die Zahlen nicht halbieren, was passiert dann? Nichts? Und was ist, wenn die Zahlen sinken und wieder steigen und wieder sinken?»

Laut Taskforce braucht es bei Nichterreichung der Ziele dringend weitere Massnahmen. Werden die Etappenziele erreicht, könnten wir durchatmen.

Wenn wir das geschafft haben, können wir durchatmen. Es gäbe sicherlich noch Grundmassnahmen, aber auch Möglichkeiten zu Lockerungen, aber – aus Erfahrungen lernend – nicht so breit und rasch wie im Sommer.
Autor: Marcel TannerEpidemiologe

Raus aus der «Gefahrenzone»

Raus aus der «Gefahrenzone»Etappenziele der Corona-Taskforce6. Januar 2021unter 500 Fälle23. Dezember 2020unter 1‘000 Fälle9. Dezember 2020unter 2‘000 Fälle25. November 2020unter 4‘000 Fälle11. November 20208‘270 Fälle

SRF 4 News, 12.11.2020, 14:00 Uhr;

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67 Kommentare

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  • Kommentar von Dominic Van der Zypen  (Dominic van der Zypen)
    Es ist gut, hat die Schweiz von einem Lockdown abgesehen. Hebt man einen Lockdown auf, steigen die Zahlen wieder -- und man ist so klug als wie zuvor...
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  • Kommentar von Helga Sterr  (Helga Sterr)
    Die Schweiz nimmt einfach gesamthaft in Kauf, dass ältere Menschen dafür sterben, damit jüngere (inkl. Wirtschaft) sich nicht so stark einschränken müssen. Ich weiss nicht, ob ich mich über den Sozialdarwinismus in der Schweiz freuen kann. Für mich hat jeder Mensch das Recht auf Leben, so wie es in der Bundesverfassung steht. Jüngere Menschen können Ihre Verantwortung nicht einfach wegdiskutieren.
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  • Kommentar von Franziska Beetschen  (Himbeeri)
    Der Mensch hat einfach keine natürlichen Feinde mehr bis auf den Mensch selber. Große Raubtiere können uns nichts mehr anhaben. Wir haben gelernt uns zu wehren .

    Jetzt kommt ein Virus und wir müssen wohl oder übel anfangen, uns damit auseinanderzusetzen. Mit dem Virus zu leben!

    Auch das werden wir schaffen... und bitte auf eine soziale und gute Art so dass ich mein Leben immer noch lebenswert finde!
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