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Nur Bares ist Wahres?
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 22.09.2021.
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Corona hat Trend verstärkt Geldbezüge an Bankomaten gehen deutlich zurück

Bargeldlos zahlen ist mittlerweile für viele eine Selbstverständlichkeit. Bankomaten werden deshalb weniger genutzt.

Das Nachtessen beim Take-Away kontaktlos mit der Debitkarte zahlen oder den Einkauf beim Hofladen bargeldlos mit dem Smartphone begleichen. Elektronische Zahlungsmittel waren schon vor Corona beliebt, doch die Pandemie hat den Trend zum bargeldlosen Bezahlen noch beschleunigt.

Legende: Kontaktlos bezahlen – für viele Alltag. Keystone

Das zeigt sich auch an den Bankomaten. Diese werden heute deutlich weniger genutzt als noch vor Corona – beispielsweise bei der St. Galler Kantonalbank.

«Im Jahr 2020 sind die Transaktionen an Bankomaten im Vergleich zu 2019 um 20 Prozent zurückgegangen», sagt Jolanda Meyer, Leiterin der Medienstelle bei der St. Galler Kantonalbank. Man spüre den Rückgang aber schon seit Jahren, Corona habe die Entwicklung noch beschleunigt.

Legende: Jahr für Jahr werden auch die Bankomaten der Graubündner Kantonalbank weniger benutzt. Keystone

Ähnliche Erfahrungen macht man bei der Graubündner Kantonalbank. «Seit fünf Jahren sind die Frequenzen an unseren Bankomaten rückläufig», erklärt der Mediensprecher der GKB, Thomas Müller. Um rund ein Viertel seien die Transaktionen in dieser Zeit insgesamt zurückgegangen.

Für die Banken eine Kostenfrage

Mit rund 30'000 Franken im Jahr ist der Betrieb eines Bankomaten für die Geldhäuser ziemlich kostspielig. Wo macht ein Automat Sinn? Wo wird er auch wirklich genutzt? Diese Fragen müssen sich die Banken also stellen.

Seit fünf Jahren sind die Frequenzen an unseren Bankomaten rückläufig.
Autor: Thomas Müller Mediensprecher Graubündner Kantonalbank

«Hat ein Gerät seine Lebensdauer erreicht, schauen wir jeweils, ob sich am Standort ein Ersatz lohnt oder nicht», sagt dazu GKB-Sprecher Müller. Dann stellt er klar, «Bankomaten sind für die GKB kein Auslaufmodell.» Allerdings räumt Müller ein, dürfte die Zahl der Automaten in den nächsten Jahren abnehmen.

Ein schweizweiter Trend

Was die beiden Banken berichten, deckt sich mit den schweizweiten Erfahrungen. Der Finanzdienstleister SIX, der für die Software der meisten Bankomaten im Land zuständig ist, hat Zahlen erhoben. Der Trend zu weniger Bankomat-Bezügen sei sehr deutlich, sagt Alexander Verbeck von SIX.

Nach Rückgängen im mittleren einstelligen Prozentbereich pro Jahr habe Corona die Transaktionen an den Bankomaten um 50 Prozent einbrechen lassen. «Heute sieht es nicht so aus, dass ein grösserer Teil davon wieder zurückkommt», vermutet Verbeck.

Bargeld wird trotzdem geschätzt

Auch wenn Herr und Frau Schweizer immer weniger mit Bargeld zu tun haben, geschätzt wird es noch immer. Zu diesem Schluss kommt Marcel Stadelmann. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und forscht zum Zahlungsverhalten der Schweizer Bevölkerung.

Legende: Auch wenn der Bankomat weniger intensiv genutzt wird, dürfte heute und morgen das Bargeld nicht verschwinden. Keystone

«Schweizerinnen und Schweizer haben noch immer ein sehr positives Verhältnis zum Bargeld.» Man wolle die Freiheit und die Möglichkeit haben, mit Bargeld zu zahlen, sagt Stadelmann.

Bargeld ist da, um zu bleiben.
Autor: Alexander Verbeck Head Cash Ecosystem bei SIX

Die elektronischen Zahlungsmittel seien praktisch und schnell und deshalb beliebt. Die Nutzung von Bargeld werde auch nach der Pandemie weiter zurückgehen, glaubt der Forscher. Dies sei aber nicht das Ende des Bargelds.

«Die Leute werden es weiter als Wertaufbewahrungsmittel, als Geschenk oder Göttibatzen benutzen.» Alexander Verbeck von SIX pflichtet Stadelmann bei und sagt: «Bargeld ist da, um zu bleiben.»

SRF1, Regionaljournal Ostschweiz, 22.09.2021; 17:30 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Ich komme mit Bancomaten, Billetautomaten, Computer etc. zurecht, aber ich kenne etliche in meinem Alter bei denen das nicht geht. Schliesslich ist noch lange nicht jeder, wie z.B. unsere heutige Jugend, praktisch mit dem Handy in der Hand auf die Welt gekommen. Wir werden deshalb Bargeld noch eine ganze Weile benötigen, auch wenn das einigen nicht passt.
  • Kommentar von Jörg Kaufmann  (jka)
    Es gibt noch so Exemplare von Menschen, die gehen zum Bancomat, holen Geld, gehen dann zur Post und bezahlen Rechnungen. Sie freuen sich über die Stempel die es ins Büchlein gibt.
    1. Antwort von Josef Graf  (Josef Graf)
      Herr Kaufmann, was ist daran Schlechtes, was diese Personen machen, die Sie despektierlich als "noch so Exemplare von Menschen" bezeichnen? Es gibt eben auch Menschen, die nicht am Handy oder am PC herumdrücken wollen, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Jene, die offenbar wie Sie, die Zahlungen lieber elektronisch machen, haben keinen Grund, deswegen überheblich zu sein.
  • Kommentar von Heinz Hugentobler  (John F.)
    Relevant ist ja nicht nur die Anzahl Bancomat-Bezüge, sondern die Geldmenge. Ich gehe zB. 3x weniger häufig zum Automaten, dafür hebe ich entsprechend mehr ab. Wegen der Pandemie kommt man dazu mit weniger Virenträgerobjekten in Berührung. Zudem waren die Leute weniger in Restaurants, wo Barzahlung verbreitet ist. Es sind zudem viele ältere Benützer weggestorben, leider. Ja, in den Läden der Grossverteiler hat mit dem Selberscannen eine Wende begonnen, und wegen der Pandemie liecf viel online.
    1. Antwort von Toni Koller  (Tonik)
      Die Selfscanner von Coop nehmen auch Bargeld - was ich sehr schätze!
    2. Antwort von Monika Mitulla  (momi)
      Es wurde von der Politik vor Bargeld gewarnt - wegen der Coronaviren. Die Kunden werden heute noch in den Geschäften gebeten, möglichst bargeldlos zu bezahlen, obwohl man mittlerweile weiss, dass am Bargeld keine Viren kleben.