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Coronabedingte Neuausrichtung: Berner Firma wird noch lange auf das neue Geschäftsmodell setzen können
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 14.05.2021.
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Corona-Pandemie Diese zwei Firmen hatten den richtigen Riecher

Sie mussten wegen Corona ihre Firma neu ausrichten und sind durchgestartet. Firmen mit dem richtigen Gespür erzählen.

«Never waste a good crisis - verschwende nie eine gute Krise», sagte einst der britische Premierminister Winston Churchill. Auch die aktuelle Corona-Krise wollen zwei Berner Firmen nutzen. Eine von ihnen organisiert normalerweise Events und betreibt nun Impfzentren. Die andere wollte eigentlich Tests für Tiere machen, entwickelt nun aber Coronatests für Menschen. Beide haben ihr Geschäftsmodell erfolgreich der Krise angepasst.

Die Firma Ender Diagnostics arbeitete ursprünglich an einem Test für Infektionskrankheiten bei Turnierpferden. Im Frühling 2020 wollte sie den Test weltweit ausprobieren, um die Bewilligung dafür zu erhalten und die Tests verkaufen zu können. Corona machte das Reisen jedoch unmöglich: «Wir konnten die Firma entweder beerdigen oder unsere Idee weiterentwickeln», sagt Forschungsleiter Alexander Lüthi.

Coronabedingte Neuausrichtung

So hat die Firma ihr Testverfahren auf das Coronavirus beim Menschen angepasst. Innerhalb von drei Monaten war der erste Test auf dem Markt. Mittlerweile werden in Bern Bümpliz über 100'000 Stück pro Woche hergestellt, die beispielsweise in den Testzentren des Kantons Bern eingesetzt werden – aber auch in anderen Ländern Europas, Asien, dem Nahen Osten.

Die Firma entwickelt und produziert nicht nur neue Tests, sie analysiert die Proben auch. In den nächsten Tagen soll ein weiteres, noch grösseres Labor eröffnet werden, in welchem insgesamt rund 70'000 Tests pro Woche analysiert werden können.

Impfzentrum statt Konzert

Auch die Berner Eventfirma Evenjo hat ihr Geschäftsmodell der Krise angepasst. Normalerweise organisiert Evenjo Anlässe wie die Berner Museumsnacht, den Unihockey-Superfinal oder die Kadertagung der Migros Aare. 2020 hätte ihr Jahr werden sollen – drei neue Mitarbeitende wurden eingestellt: «Wir waren vorbereitet für ein Jahr, das abgeht wie keines zuvor», erinnert sich Mitgründer Michel de Maddalena.

Berner Museumsnacht
Legende: Das Kerngeschäft von Evenjo: Anlässe wie die Berner Museumsnacht, bei der rund 38'000 Leute 40 verschiedene Museen und Institutionen besuchen. Keystone

Dann kam die Corona-Vollbremsung: Papierkrieg, Kurzarbeit, Härtefallgesuch, Langeweile. Evenjo bot dem Kanton an, ihn zu unterstützen und konnte so zwei Impfzentren aufbauen und betreiben.

Das sind Tätigkeiten, mit denen wir uns bei Events tagtäglich beschäftigen.
Autor: Flavio BaggenstosMitgründer Evenjo

Das sei gar nicht so anders, sagt Mitgründer Flavio Baggenstos: «Infrastruktur suchen und das nötige Mobiliar hineinbauen, dass der Personenfluss funktioniert, damit beschäftigen wir uns bei Events tagtäglich.» Wie bei Konzerten checken die Leute auch im Impfzentrum mit einem Code ein. Statt an die Bar, geht es dann aber in eine Impfkabine – statt in den Backstage-Bereich, in den Ruheraum.

Bis September sollten die beiden Impfzentren noch laufen. Das hilft Evenjo beim Überleben. Mit jedem Öffnungsschritt kommen jedoch wieder neue Aufträge und Event-Anfragen ein und der Alltag kehrt zurück. Wobei sich auch da neue Fragen stellen: Wer darf die Events besuchen? Geimpfte? Genesene? Getestete? Alle?

Neues Geschäftsmodell bleibt

An Antworten arbeitet auch die Firma Ender Diagnostics, die ein neues Verfahren entwickelt, bei dem möglichst viele Leute innerhalb kürzester Zeit getestet werden können. Für Anlässe, Reisen, Flüge, Kreuzfahrten. Mit der Swiss und dem Flughafen Zürich arbeitet die Firma bereits zusammen.

Für den nächsten Expansionsschritt braucht es zusätzliche Mitarbeitende. Die Firma ist überzeugt, dass es ihre Corona-Tests noch mehrere Jahre brauchen wird. Ender Diagnostics setzt deshalb wohl länger, als die Eventorganisatorin Evenjo, auf ihr neues Geschäftsmodell.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 14.05.2021, 13:03/17:30 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    Ich hoffe ja nicht, dass diese Corona „Inovationen“ Bestand haben, so wie sich das grad liest hier.
  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    Ich les fast nur Bern! Vielleicht sollte man der Frage nachgehen, wie viele Firmen sich in welchen Regionen der Schweiz an den Corona Aufträgen und Geldern laben durften und gelabt haben.
    1. Antwort von Daniela Langenauer  (Daniela L.)
      Ich finde es super, wie hier Firmen einen wichtigen Beitrag für die Pandemiebewältigung leisten. Sie sind nicht in Trübsaal versunken sondern haben versucht, ihre speziellen Kompetenzen für uns alle einzusetzen.
      Einfach SUPER !
    2. Antwort von Mario Kuster  (Kusterli)
      Genau diese Corona-Ökonomie ist ein Problem, sobald sich die Firmen auf Kosten der Steuerzahler darauf ausgerichtet haben.
    3. Antwort von Samuel Müller  (Samuel Müller)
      Sie sind wohl aus Bern Frau Langenauer!