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Schüler erkranken – zeigen aber nur schwache Symptome
Aus Info 3 vom 24.09.2020.
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Corona-Pandemie Studie: Corona bei Schülern meist ohne Symptome

Schüler erkranken genauso häufig an Covid-19 wie Erwachsene – nur meist ohne Fieber und Husten, wie eine Studie zeigt.

2500 Schulkinder aus dem Kanton Zürich wurden auf Antikörper gegen das Coronavirus untersucht. Dabei zeigte sich, dass Kinder von der ersten bis in die achte Klasse genauso häufig mit dem Virus in Kontakt gekommen waren, wie die Erwachsenen. Nur hatte das Virus bei ihnen viel weniger Auswirkungen.

Nur sehr unspezifische Symptome

Die Kinder hatten ein bisschen Fieber oder Husten, ein bisschen Bauchweh oder es war ihnen schlecht. Diese Symptome seien derart unspezifisch, dass sie überhaupt nicht helfen, erkrankte Kinder zu finden, sagt Professorin Susi Kriemler vom Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention in Zürich. So hätten auch negativ getestete Kinder von ähnlichen Symptomen berichtet.

Insgesamt hatten in der Zeit der Untersuchung drei Viertel aller Kinder solche Symptome. Bei ganz vielen Kindern weiss man also nicht, dass sie an Covid-19 erkrankt waren. Die Dunkelziffer liegt bei 90 Prozent. In jeder dritten Schulklasse gibt es mindestens einen Fall, im Kanton Zürich sind insgesamt 2.8 % aller Kinder mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen.

Eltern steckten ihre Kinder an

Erst- bis Zweitklässler trugen das Virus ein bisschen häufiger in sich als Siebt- bis Achtklässler, sagt Kriemler. «Tendenziell sind kleinere Kinder häufiger betroffen.» Diese hätten im häuslichen Umfeld engeren Kontakt zu ihren Eltern, sprich: wurden also von den Eltern angesteckt.

Wie oft Kinder umgekehrt auch ihre Eltern anstecken, oder ihre Lehrpersonen und ihre Klassenkameraden lasse sich aus dieser Studie noch nicht herauslesen, sagt Kriemler. Dies, weil die Daten im Juni und Juli, also direkt nach dem Lockdown erhoben wurden.

Eine zweite Studie im Herbst ist nötig

Man könne derzeit nicht abschätzen, was genau in den wiedereröffneten Schulen passiere, sagt sie. «Deshalb ist es extrem wichtig, dass wir im Herbst eine zweite Untersuchung mit den gleichen Kindern machen», so die Epidemiologin.

Keine Coronavirus-Ansteckungen innerhalb Basler Schulen

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Im Kanton Basel-Stadt sind seit dem Schulstart nach den Sommerferien Mitte August insgesamt 15 Kinder und Jugendliche sowie 2 Lehr- und Betreuungspersonen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zudem mussten 61 Kinder und 7 Erwachsene in Quarantäne, weil sie engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten.
Angesteckt hatten sich die 17 Personen allerdings ausserhalb der Schulen, wie der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen gestern sagte. In den Schulen selber sei keine einzige Ansteckung registriert worden.

Denn erst, wenn das Virus Zeit hatte auch unter den Kindern zu zirkulieren, sollten sich auch auf diese Fragen gesicherte Antworten finden lassen.

SRF 4 News, Info3 vom 24.9.2020, 12.00 Uhr

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Schön, wenn die Kinder weniger Symptome haben, da sind wir alle froh - aber umso mehr können sie natürlich andere Menschen anstecken (weil man ja bei symptomfreien Menschen nicht von drohender Gefahr ausgeht).
    Ich versteh schon, dass die Schulen offen sein müssen, damit die Wirtschaft funktionieren kann, aber normaler Schulbetrieb beschleunigt definitiv die Ausbreitung des Virus. Das muss jedem klar sein.
    1. Antwort von Marcel Kälin  (MarcelKälin)
      Ich stimme Ihnen zu. Deswegen wäre es gut, wenn in den Schulen strenge Hygiene- und Abstandsregeln gelten würden, was vielerorts nicht der Fall ist. Auch eine Maskenpflicht wäre sachlich angebracht.
  • Kommentar von Marcel Kälin  (MarcelKälin)
    Und wie ist es umgekehrt?
    Was passiert medizinisch, wenn Kinder Erwachsene infizieren?
    Werden die Symptome schwächer oder stärker ausfallen?
    Sind Kinder vielleicht mehrheitlich Überträger des Virus in unsere Gesellschaft hinein?
    Müssten dann nicht auch alle Kinder Masken tragen?
    Fragen über Fragen...
  • Kommentar von Günter Rieker  (guedi)
    Auch wenn man keine Symptome etwickelt, also von einer Infektion gar nichts merkt, ist man im Fall von Corona bereits krank - ich lerne immer dazu.
    Ein weiterer Versuch die vollkommen überrissenen Massnahmen zu rechtfertigen.
    1. Antwort von Werner Ammann  (W.A.)
      Die Frage hier ist nicht krank oder nicht krank, sondern kann er andere anstecken oder nicht.
    2. Antwort von Benjamin Kilchör  (B.K.)
      Herr Ammann, die Fragen hängen zusammen. Wenn man infiziert wird, vermehrt sich das Virus, bis man entweder erkrankt oder das Immunsystem das Virus erfolgreich besiegt. Je höher die Virenlast, desto höher die Ansteckungsgefahr. Belegt ist bisher, dass man 2-3 Tage vor Ausbruch der Erkrankung (Virenlast hoch) ansteckend ist (präsymptomatisch); belegt ist bisher aber nicht (das räumt selbst die WHO ein), dass Leute, welche gar nie erkranken, jemals ansteckend sind (Virenlast bleibt tief).
    3. Antwort von Alfons Bauer  (frustriert)
      "ich lerne immer dazu"

      Und wir anderen wissen das seit Monaten, weil es damals schon kommuniziert wurde. Lernt Günter auch, dass die Massnahmen nicht überrissen sind?