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Die Aargauische Kantonalbank freuts, dass die Kundschaft vermehrt Wohneigentum will
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 25.02.2021.
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Corona und die Wirtschaft Rivella, Wohneigentum, Lüftungen: Was Corona mit Firmen macht

Wie haben Unternehmen die Coronakrise finanziell erlebt? Die Coronakrise ist spürbar, und zwar quer durch alle Branchen.

Das Jahr 2020 wird nicht nur die Schweizer Bevölkerung kaum vergessen, sondern auch Schweizer Firmen mussten in der Coronakrise Abstriche machen, erfinderisch werden oder abwarten. Mehrere grössere Aargauer Unternehmen haben diese Woche ihre Jahreszahlen bekannt gegeben. Es zeigt sich: Gespürt haben die Krise alle, aber ganz unterschiedlich.

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) zum Beispiel kann sich über gute Zahlen im 2020 freuen. Die Bank, die zu hundert Prozent im Besitz des Kantons ist, zahlt dem Kanton Aargau 67 Millionen Franken Gewinnausschüttung aus. Das ist eine Million Franken mehr als im Vorjahr, es war für die Bank also ein gutes Jahr.

AKB
Legende: Die Aargauische Kantonalbank spürt den Drang nach Wohneigentum. Keystone

«In dieser Pandemie sind die Branchen unterschiedlich betroffen. Die Banken sind nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Auch im Immobilienbereich steigen die Preise, das hilft uns», sagt AKB-Direktionspräsident Dieter Widmer gegenüber SRF.

Wunsch nach Wohneigentum

Im Aargau wird vermehrt Wohneigentum gekauft, sagt die AKB. Arbeiten im Homeoffice – dafür ist Platz nötig. Zudem legt die Kundschaft Geld beiseite, sagt AKB-Direktionspräsident Dieter Widmer: «Wir haben über anderthalb Milliarden Franken Neugelder erhalten. Die Kundinnen und Kunden sparen und konsumieren weniger». Und trotzdem muss die Bank unter dem Strich einen tieferen Gewinn verbuchen als im Vorjahr.

Die Kundinnen und Kunden sparen und konsumieren weniger.
Autor: Dieter WidmerDirektionspräsident Aargauische Kantonalbank

2020 waren es 138 Millionen Franken. Die Bank begründet das mit Rückstellungen, die sie aus Vorsicht tätigt. Noch ist nämlich ungewiss, wie viele Unternehmen Konkurs gehen und somit Kredite nicht mehr zurückzahlen könnten.

Fehlende Events und geschlossene Restaurants

Anders als die Bank traf die Krise Getränke- und Lebensmittellieferanten hart. Restaurants waren 2020 zeitweise geschlossen, Events und Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Getränkeproduzent Rivella aus Rothrist setzte im letzten Jahr 98 Millionen Liter Erfrischungs- und Fruchtsaftgetränke ab und erzielte damit einen Umsatz von 125 Millionen Franken. Das sind gemäss dem Familienunternehmen 10,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Rivella
Legende: Rivella aus Rothrist spürt es, dass die Beizen geschlossen und Events verboten sind. Keystone

Rivella ist in der Schweiz stark auf die Gastrobranche und weniger auf den Detailhandel fokussiert. Das könnte zum Umsatzminus beigetragen haben.

Saubere Luft ist gefragt

Finanziell positiv hat sich das Coronajahr auf den Heizkörper- und Lüftungshersteller Zehnder aus Gränichen AG ausgewirkt. Das international tätige Unternehmen mit 3340 Mitarbeitern (300 am Hauptsitz Gränichen, 3040 weltweit) hat schon diverse Tiefs erlebt. Die Coronakrise allerdings warf Zehnder nicht aus der Bahn, im Gegenteil.

Zwar hat die Firma leicht weniger Heizkörper und Lüftungen verkauft. In Frankreich oder Italien durfte während einer gewissen Zeit nicht mehr gebaut werden. Trotzdem verzeichnet Zehnder einen höheren Gewinn (39.9 Millionen Euro Reingewinn, ein Viertel mehr als 2019). Man habe beim temporären Personal einsparen können und Projekte verschoben, begründet die Firma.

Schulzimmer belüften

Zehnder hofft sogar, dass man noch stärker von der Pandemie profitieren kann. Saubere Luft sei dank Corona ein grosses Thema, sagt Raumklima-Experte Zehnder.

Zehnder
Legende: Lüftungs- und Heizkörperhersteller Zehnder aus Gränichen hofft auf noch mehr Umsatz – wegen Bedürfnis nach frischer Luft. Keystone

Die Firma will nun auch Schulzimmer mit Produkten «Made im Aargau» besser durchlüften. Und die Zahlen könnten Zehnder recht geben: Bereits im Krisenjahr 2020 trug die Lüftungssparte mehr als die Hälfte zum Umsatz der Gruppe bei (324 Millionen Euro, Plus 3 Prozent).

Regionaljournal Aargau Solothurn, 23.02.2021, 17:30 Uhr;

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