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SNF: «Kein verlorenes Jahr für die Forschung»
Aus SRF 4 News aktuell vom 22.01.2021.
abspielen. Laufzeit 04:38 Minuten.
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Corona und die Wissenschaft Nationalfonds finanziert über 100 Covid-Forschungsprojekte

Durch den Fokus auf Covid seien aber auch viele Forschungsprojekte hintenan gestellt oder verzögert worden, sagt der SNF.

Selten haben Forschung und Wissenschaft so viel Aufmerksamkeit erhalten wie im Coronajahr 2020. Das Augenmerk richtete sich vor allem auf Forschungsprojekte zur Bekämpfung des Virus. Allein in der Schweiz befassen sich über 100 Forschungsvorhaben, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt werden, mit Covid-19.

Andere Projekte mussten hingegen hintenan gestellt werden, sagt Thomas Werder, Mitglied der Geschäftsleitung des SNF. «Es gibt Forschende, die zugunsten von Corona ihre eigenen Forschungen zurückstellen. Es kommt auch zu Verzögerungen, wenn beispielsweise Labors oder Archive geschlossen werden, oder wenn die Feldarbeit nicht möglich ist.»

Was ist Open Access?

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Open Access bedeutet, dass Forschungsresultate von staatlich finanzierter Forschung uneingeschränkt, sofort und für alle zugänglich gemacht wird.

Doch von einem verlorenen Jahr für die Forschung will Weder nicht sprechen. Trotz vieler Herausforderungen sei der Wert von Wissenschaft vielfältig zum Ausdruck gekommen. Denn die öffentliche Diskussion sei auch durch die Forscherinnen und Forscher geprägt worden. «Corona hat das Interesse der Schweizerinnen und Schweizer in die Wissenschaft erhöht.» Deshalb fördere der Nationalfonds auch das Konzept Open Access.

Und die Situation habe aufgezeigt, wie wichtig eine breite Förderung der Grundlagenforschung sei. Für die gesamte Wirtschaft und die Gesellschaft, auch im Hinblick auf die nächste Krise, sagt Weder. Auch deshalb wolle der SNF eine zu starke Konzentration auf die Covid-Forschung vermeiden.

Viele Projekte wurden verlängert

Während der ersten Welle der Pandemie, als die Schulen geschlossen waren, habe es auch Forschende gegeben, die sich der Betreuung ihrer Kinder verstärkt widmen mussten.

Aus diesem Grund sind die Forschenden vom Nationalfonds angeschrieben worden, dass sie ihre Forschungsprojekte verlängern könnten. «Für Einzelne war die Situation akut schwierig. Bis jetzt sind über 1100 Projekte verlängert worden.» Für die Verlängerungen der Forschungsprojekte wurden zusätzliche Mittel in der Grössenordnung von 12 Millionen Franken eingesetzt.

Forschung im Rahmen des SNFs: Taufliege Drosophila hält mit ihren Beinen eine mikroskopisch kleine Sonde umklammert.
Legende: Forschungsprojekt, gefördert durch den Nationalfonds: Eine Taufliege, Drosophila, hält mit ihren Beinen eine mikroskopisch kleine Sonde umklammert. Keystone

«Bei einjährigen Projekten macht ein Unterbruch oder eine Verzögerung von wenigen Wochen viel aus.» Bei längeren Projekten – vorausgesetzt, sie stehen nicht kurz vor dem Abschluss – wurden die Forschenden gebeten, sich die Planung so einzuteilen, dass die Projekte trotz Corona durchgeführt werden könnten.

SRF 4 News, 22.01.2021; 07:50 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Mit Freunden führte ich schon eine interessante Diskussion, ob man sich als Laie nur aufgrund der Forschungsliteratur eine Meinung über die Corona-Massnahmen bilden kann - oder ob es einen vermittelnden Journalismus braucht (was eigentlich m. E. in einer Meinung resultiert, die nicht als ,eigene' bezeichnet werden kann, sondern diejenige der Journalisten ist). Müssen, wie Quarks es ausdrückt, Journalisten die ,Bände für uns wälzen', damit wir nicht dem confirmation bias oder Zufall anheimfallen?
    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Um nicht als provozierend herüberzukommen: Natürlich übernimmt man nicht die Meinung aller Medien, deren Informationen man vertraut. Es handelt sich um eine Mischung aus Sachinformationen, Vorstellungen, Vertrauen und eigenen Beobachtungen oder Überlegungen. Doch treffen auch Journalisten eine Auswahl und vor allem präsentieren sie den Forschungsstand in generalisierter Form, z. B. im Fall der neuen Varianten mit Ausdrücken wie, sie ,gälten' als besonders ansteckend oder ,seien es offenbar'.
    2. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Persönlich halte ich den offenen Zugang zu sämtlichen Corona-Studien für einen absoluten Segen, weil er uns erlaubt, uns eine eigene Meinung über das zu bilden, was für mein Gefühl sehr unglücklich als ,neue Normalität' bezeichnet worden ist. Selbst wenn wir die Methoden nur zum Teil verstehen und einen verschwindend kleinen Ausschnitt der Forschung sichten können, erhalten wir ein Gefühl für weithin anerkannte Grundlagen und offene Fragen. Mit etwas Umsicht und Demut ein Must-Read nowadays.