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Remund: «Es besteht eine gewisse Unsicherheit»
Aus Samstagsrundschau vom 05.09.2020.
abspielen. Laufzeit 28:40 Minuten.
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Corona und Sport Bundesamts-Chef Remund: «Ein Spiel mit dem Risiko»

Ab 1. Oktober dürfen Sportclubs – Fussball- und Eishockey-Clubs – wieder mehr als 1000 Zuschauer in ein Stadion oder eine Eishalle einlassen. Zwei Drittel aller Sitzplätze dürfen besetzt werden. So könnten schon bald wieder bis zu 6000 Personen ein Spiel besuchen.

Damit hat der Bundesrat weniger harte Massnahmen beschlossen, als ursprünglich geplant. Und das wirft kritische Fragen auf: Hat der Bundesrat dem Druck von Seiten des Sports nachgegeben? Und wann gibts es finanzielle Bundeshilfen für Sportclubs? Matthias Remund, Direktor Bundesamt für Sport, nimmt Stellung.

SRF News: Haben Sie selbst Bedenken, ein Spiel zu besuchen mit 6000 Zuschauern unter dem gleichen Dach?

Matthias Remund: Ja, es besteht eine gewisse Unsicherheit, vielleicht ein mulmiges Gefühl. (...) Aber es sind die Vorstellungen jedes einzelnen Zuschauers, der sich im Klaren sein muss, ob er in eine Halle gehen will oder nicht. Man hört das auch von den Clubs. Die rechnen damit, dass nicht alle kommen werden, die ein Abonnement haben – genau wegen dieser Gefahr.

Ja, es besteht eine gewisse Unsicherheit, vielleicht ein mulmiges Gefühl.
Autor: Matthias RemundDirektor Bundesamt für Sport

Es ist ein Spiel mit dem Risiko?

Es ist ein Spiel mit dem Risiko. Darum verlangt der Bundesrat ja eine Risikoanalyse und Schutzkonzepte, die man rigoros durchsetzen soll: Maskenpflicht für alle Zuschauer, sie müssen sitzen während des Spiels. Das gibt es in gewissen Ländern bereits, beim Fussball in Grossbritannien etwa – in der höchsten Liga hat es keine Stehplätze. Daran muss man sich gewöhnen.

Mann an Pressekonferenz
Legende: Matthias Remund, Direktor Baspo (Bundesamt für Sport) spricht an einer Medienkonferenz im Juni über die Studie «Sport Schweiz 2020». Keystone

Trotzdem stellt sich die Frage, ob man dem Druck nachgeben musste? Der Eindruck entsteht, dass man die Interessen der Eishockeyclubs und -verbände bedienen wollte mit den jetzigen Regelungen.

Es ist nicht nur Eishockey, sondern auch Fussball. Und Ja: Es hat eine gewisse wichtige Komponente bei uns im Alltag. Die Grossveranstalter sind speziell betroffen – sie dürfen die Leute nicht hereinlassen. (...) Es ist jetzt einen Versuch wert. Man hat ja Sicherheiten eingebaut – wenn die epidemiologische Lage grösser würde, hätte man die Stellschraube, um das zurückzudrehen.

Es geht ja auch um Eigenverantwortung. Wenn ich an die Bilder denke, als YB Meister wurde, wie die Fans gejubelt haben und dabei die Corona-Regeln ignorierten – dann fragt man sich: Kann man Sportfans trauen?

Das ist den Clubs sehr bewusst. Darum haben sie strenge Massnahmen festgelegt und wollen die auch durchsetzen. Momentan ist es auf dem Papier, die Realität wird uns zeigen, ob das möglich ist. Wenn die Regeln nicht eingehalten werden, gibt es zum Beispiel im Eishockey drastische Strafen - wie drei Jahre Stadionverbot. Sie sind sich des Risikos bewusst.

Wenn die Regeln nicht eingehalten werden, gibt es zum Beispiel im Eishockey drastische Strafen.
Autor: Matthias RemundDirektor Bundesamt für Sport

Wann fliessen Bundesgelder an die Sportclubs?

Bezüglich der Darlehen an Profi-Clubs wissen wir, dass sie die möglichen Darlehen nicht abholen wollen. Das Parlament ist nun daran, neue Lösungen zu diskutieren. Es gibt einen Vorschlag der Gesundheitskommission des Ständerats. Dieser wird in der Herbstsession im September diskutiert, der Nationalrat wird das aufnehmen. So hätten wir Ende September einen Vorschlag. Dann ist es an den Clubs, zu entscheiden, ob sie auf diese Darlehen eingehen oder nicht. (...)

Wir haben verschiedene Pakete angeboten. Am Anfang ging es um Finanzhilfe, Soforthilfe. Da konnten sie Kurzarbeit bekommen, Covidhilfe, Bürgschaftsdarlehen – so wie die übrige Wirtschaft. (...) Mit einem neuen Vorschlag kann das Parlament jetzt mit mehr Wissen korrigierend einwirken. Das begrüssen wir, so wie es auch der Bundesrat begrüsst hat.

Das Gespräch führte Oliver Washington.

SRF4, 11 Uhr 30. 5.09.2020;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Fritschi  (ChrisF)
    Das ganze Leben ist 'ein Risiko'!
    (mit und ohne Corona)
    1. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      Im Leben gibt es vor allem eine ganz grosse Chance, den Retter und dadurch ewiges Leben zu erlangen. Daneben bietet es viele Chancen und viele Risiken, doch fokusieren will ich mich mehr auf die Chancen.
  • Kommentar von Julian Gross  (Steinhart)
    Aber die Todeszahlen steigen NICHT.
  • Kommentar von Hans-Harald Schulz  (hhschulz)
    Völlig irre ... die Corona Infektionen steigen - und es werden Massenveranstaltungen wieder zugelassen. Ähnlich unverständlich wie die Öffnung der Nachtclubs im Juni.
    1. Antwort von Sergio Fusaro  (fusaro)
      Sie dürfen ja ruhig zu Hause bleiben und warten bis sie dran sind mit der Schutzimpfung. Solange werden sie es ja wohl noch aushalten? Aber lassen Sie diejenigen, welche keine Angst haben vor diesem „Killervirus“ an Veranstaltungen, ohne dass Sie sich aufregen.
    2. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      Ich vertraue darauf, dass unsere Regierungen von Bund und Kantone da gute Arbeit geleistet haben und die Schutzkonzepte greifen werden.