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Jeder Apfel wird angenommen, aber zu tiefem Preis
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 18.09.2020.
abspielen. Laufzeit 04:09 Minuten.
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Coronakrise Mostlager sind schon vor der Ernte voll

Wegen der Rekordernte 2018 sind die Lager voll. Wegen Corona stockt nun der Absatz. Das hat Auswirkungen auf den Preis.

Eigentlich erwartet der Schweizer Obstverband (SOV) dieses Jahr eine durchschnittliche Ernte von Äpfeln und Birnen: Knapp 80'000 Tonnen Mostobst. Nur: Die Lager der achzehn gewerblichen Schweizer Mostereien sind noch voll. Grund dafür ist einerseits die Rekordernte von 2018. Diese führte dazu, dass die Ernte 2019 sozusagen direkt als Konzentrat eingelagert und nicht zu Getränken weiterverarbeitet wurde.

Andererseits sorgt die Coronapandemie für schwindende Absätze in der Gastronomie – einem der wichtigsten Absatzkanäle. Die Lager konnten also nicht wie üblich vor der Ernte auf die Marktreserve von 40 Prozent abgebaut werden.

Stahlsilos
Legende: In solchen Stahlsilos lagern die Mostereien das Obstkonzentrat. Keystone

Volle Lager heissen aber nicht, dass die Obstbauern ihre Mostäpfel und -birnen dieses Jahr nicht loswerden. Die Mostereien haben sich zur Abnahme der gesamten Ernte verpflichtet. Ein saurer Apfel für die Bauern dürfte aber der Preis sein.

Zwar wurde der Richtpreis zum Beispiel für Mostäpfel «Suisse Garantie gewöhnlich» auf einem normalen Niveau von 26 Franken pro 100 Kilogramm festgelegt. Davon erhalten die Produzenten aber nur etwa 16 Franken. Die übrigen 10 Franken gehen als sogenannter Rückbehalt in den Mostobstfonds, der den Markt stützt.

Rückbehalt Mostobst

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Äpfel werden gewaschen

Das Rückbehaltssystem gibt vor, dass jene Mengen, die den Jahresbedarf sowie die Lagerreserve übersteigen, als frisches Mostobst, Konzentrat oder Fertigprodukt exportiert werden können. Die hierzu notwendigen Preisstützung stammen aus dem Mostobstfonds. Mit dieser Branchenmassnahme soll die Übernahme der gesamten Ernte sichergestellt werden.
Quelle: SOV

«Das macht mir schon Bauchschmerzen, dass wir kaum noch etwas für das Mostobst erhalten», sagt ein Bauer, der seine Mostäpfel bei der Mosterei Möhl in Arbon abliefert. «Es ist nicht gut, aber die einzige Lösung, die für alle gleich gilt», ergänzt ein anderer Obstbauer. Denn ohne diese Rückbehalte «müssten wir Mitte Oktober die Annahme von Mostobst stoppen», sagt Ernst Möhl, VR-Präsident der Mosterei Möhl. «Wir können nicht endlos Obst annehmen, ohne Absicherung, dass wir es auch verkaufen können.»

Bauern und Mostereien hoffen nun auf die Konsumentinnen und Konsumenten. Der Branchenverband SOV will den Absatz von Obstsaft zusätzliche ankurbeln und plant für den Herbst eine Marketing-Kampagne.

Regionaljournal Ostschweiz; 18.09.2020; 17:30 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Wie wäre es, wenn Frau und Herr Schweizer und vorallem die Jungen sich wieder vermehrt den fabelhaften Apfelsäften aus lokaler Produktion annehmen würden? Anstatt hauptsächlich die stark beworbenen Brausen zu konsumieren, bei denen dank der überteuerten Preise die grossen Gewinne ins Ausland abfliessen. Für mich gab es nichts Köstlicheres als frisch gepresster Apfelmost - nach meiner Auswanderung bevorzuge ich nun eben das "Südsee-Cola", der prinkelnde Saft der noch grünen Kokosnuss.
  • Kommentar von Günter Rieker  (guedi)
    15 Rappen für ein kg Mostobst für die Produzenten - lächerlich.
    Aber noch lächerlicher ist die ganze Corona-Histerie, die anscheinend zu solch absurden Situation führt.
    Hört endlich auf damit, back to normal - sagt ein Angehöriger der Risikogruppe.
  • Kommentar von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    2017 hiess die Schlagzeile "Apfel-Notstand" wegen sehr schlechter Ernte (Frost).
    Entsprechend waren dann wohl auch die Abnahmepreise hoch für die Bauern.
    Und 2018 gabs dann eine ausserordentlich gute Ernte...