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Die Schweiz hält vorläufig an der Quarantäne fest
Aus Tagesschau vom 09.08.2020.
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Coronatests statt Quarantäne? «Würde mir wünschen, dass in der Quarantäne mehr getestet würde»

Antreten zum Coronatest: In Deutschland gilt seit diesem Wochenende am Flughafen für Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus Risikoländern eine Testpflicht. Auch in Österreich und Frankreich soll dies schon bald eingeführt werden. Epidemiologe und Mitglied der Covid-Taskforce des Bundes Marcel Salathé betrachtet die Strategie der Nachbarländer, die Quarantänepflicht durch Tests zu ersetzen, kritisch.

Marcel Salathé

Marcel Salathé

Professor für Epidemiologie

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Marcel Salathé ist Epidemiologe an der ETH Lausanne (EPFL). Er ist Professor und leitet das Digital Epidemiology Lab an der EPFL. In der Coronakrise ist er Mitglied der Taskforce des Bundes, der «Swiss National COVID-19 Task Force».

SRF News: Seit gestern gilt in Deutschland Testpflicht bei Rückkehrern aus Risikoländern. Sobald ein negativer Test vorliegt, kann die Selbst-Quarantäne abgebrochen werden. Was halten Sie von dieser Strategie?

Marcel Salathé: Es scheint mir ein etwas riskantes Spiel mit der Zeit, weil es möglich ist, dass jemand ein negatives Testresultat hat und dann später ein positives. Das Virus muss sich ja auch erst im Körper entwickeln und ausbreiten. Genau in diesem Fenster kann man bereits ansteckend sein, und da wäre es sicherer, sich in Quarantäne zu begeben.

Wie praktikabel wäre dann eine solche Strategie in der Schweiz?

Praktikabel wäre sie auf jeden Fall. Doch man muss sich die Frage stellen, ob man das Risiko eingehen will, gerade in dieser heiklen Phase.

Was wäre denn aus Ihrer Sicht die ideale Strategie für Rückkehrer aus Risikoländern in die Schweiz?

Mir scheint die Quarantäne-Strategie die richtige zu sein. Was ich mir wünschen würde, wäre, dass in der Quarantäne mehr getestet würde – und zwar zu Beginn, in der Mitte und am Schluss. Dann kann man schnell reagieren, und man erhält wichtige Informationen, mit denen man später die Quarantäne optimieren könnte.

Was sind die Überlegungen hinter einer solchen Strategie, die Strategien unterscheiden sich ja doch stark?

Man will einerseits das Virus unter Kontrolle bringen und man will das auch zu einem möglichst tiefen Preis machen, also auch die Quarantäne-Dauer möglichst kurz halten. Deshalb ist es verständlich, dass sich die Länder unterschiedliche für unterschiedliche Strategien entscheiden. Im Moment scheint mir einfach die Datenlage noch etwas dünn, um risikoreiche Strategien einzusetzen. Mit mehr Daten wäre es mir wohler, eine Test-Strategie anzuwenden anstatt der Quarantäne-Strategie.

Das Gespräch führte Dario Brander.

Tagesschau, 9.8.2020, 19:30 Uhr;

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59 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Raphael  (Roland Raphael)
    Wie soll man diese Idee gut finden, wwnn sich die Beweise erhärten dass die Tests nichts aussagen, aber um so mehr Panik damit geschürt wird?
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    1. Antwort von Eva Werle  (Wishbone Ash)
      Welche Beweise????
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    2. Antwort von Joel Busch  (Joel)
      Von undefinierten Beweisen zu reden die eine Verschwörung belegen ist maximal unglaubwürdig. Wenn Sie Beweise hätten würden Sie sagen was sie sind. Klingt eher so als hätten Sie sich eine alternative Realität gebaut, weil die echte unangenehm ist.
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  • Kommentar von Beate Rieger  (Silenzio)
    Wundert mich schon seit Beginn mit Quarantäne, dass wir in der Schweiz nicht mehr über den Verlauf dazu hören. Wäre gut, wenn @SRF bitte darüber berichtet, ob die Menschen in Quarantäne auch obligatorisch auf Coronavirus getestet werden? Weshalb wird darüber geschwiegen? In anderen Ländern werden Menschen unter Quarantäne auch getestet. Wie verhält es sich bei uns? Und ein einmaligerer Test ist nur eine Momentaufnahme....wie wird das genau in der Schweiz praktiziert?
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    1. Antwort von Erich Brügger  (Erich Brügger)
      Also im Kanton FR werden Personen in Quarantäne nicht systematisch getestet. Erst wenn jemand Symptome entwickelt, empfiehlt man einen Test. Wenn diese Personen alle getestet würden, würde man evtl. ein paar positive finden aber natürlich auch massiv mehr negative, was die Prozente der positiven Tests erheblich nach unten korrigieren würde.
      Momentan sind laut BAG 4'071 Personen die mit Infizierten Kontakt hatten in Quarantäne, zusätzlich 13'856 Personen nach Einreise in die Schweiz.
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  • Kommentar von Richard Limahcer  (Limi)
    Seit dem 22.4 werden alle mit Symptomen getestet. Dadurch findet man auch Personen mit leichterem Krankheitsverlauf. Diese sollten ebenfalls auf Folgeschäden untersucht werden.
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