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Viele gut gemeinte Ideen, jedoch nicht alle sind hilfreich
Aus Espresso vom 17.03.2020.
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Coronavirus in der Schweiz Improvisierter Hort im Quartier: Experten raten dringend davon ab

Eine sympathische Idee: Im Quartier eine eigene Kinderbetreuung aufbauen. Das ist kontraproduktiv, sagen Fachleute.

Ein Hörer des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» und seine Frau haben wegen der Coronakrise weniger Arbeit und mehr Zeit. Sie wollen nun eine professionelle Kinderbetreuungseinrichtung aufbauen für jene Eltern, die noch keine Lösung gefunden haben. Sie wollen nun wissen, unter welchen Voraussetzungen das möglich ist.

Zahlreiche Auflagen für Kita-Bewilligung

Keine Idee, die sich kurzfristig umsetzen lässt, heisst es beim Verband Krippenbetreuung Schweiz (Kibesuisse). Es könne Monate dauern, bis die Bewilligung des jeweiligen Kantons vorliege. Und um die Bewilligung zu erhalten, seien jede Menge Auflagen zu erfüllen. Es brauche unter anderem qualifiziertes Betreuungspersonal, ein pädagogisches Konzept und es gebe klare Vorgaben für die Räume und deren Einrichtung.

Erhöhtes Ansteckungsrisiko an improvisierten Hütestätten

Viele Eltern brauchen aber kurzfristig eine Lösung. Und da kursieren vielerorts kreative Ideen: Quartiertreffs oder Firmencaféterien sollen zu Kinderbetreuungsstätten umgewandelt werden. Oder der vorübergehend arbeitslose Koch, der einen Mittagstisch für mehrere Kinder anbietet.

An sich sympathische Ideen. Solche improvisierten Kinderbetreuungsstätten seien aber kontraproduktiv, sagt Estelle Thomet vom Verband Kinderbetreuung Schweiz gegenüber «Espresso». Und zwar, weil man auf diese Weise wieder neue Orte mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko schaffe: «Die Personendichte ist dort unter Umständen grösser als in einer professionellen Kita.» Und das widerspreche ja dem Ziel des Bundes, möglichst Distanz zu schaffen und die Übertragung des Virus zu erschweren. Zudem würden die Kinder von ungeschultem Personal betreut und nicht in ihrer gewohnten Umgebung.

Kein Problem sieht Thomet hingegen im gegenseitigen Austausch zweier Familien, die ihre Kinder gegenseitig hüten, um so Zeit fürs Home-Office und andere Erledigungen zu erhalten.

Offizielles Betreuungsangebot läuft weiter

Was sollen aber jene Eltern machen, die in der Nachbarschaft, bei sich am Wohnort keine Lösung finden. Ihnen empfiehlt der Kinderbetreuungsverband, sich im Falle von Schülern und Kindergartenkindern an die jeweiligen Schulen, Schulleitungen oder die Gemeinde zu wenden, wenn man keine Lösung für die Betreuung findet.

Das bisherige Angebot laufe ja grundsätzlich weiter, wenn auch in reduziertem Rahmen und von Kanton zu Kanton, von Gemeinde zu Gemeinde etwas anders. Es sei sei vor allem für jene Eltern wichtig, bei denen kein Home Office möglich sei, die zum Beispiel im Gesundheitswesen tätig seien, in einem Lebensmittelgeschäft, bei der Polizei, der Feuerwehr etc.

Und auch die privat geführten Kinderkrippen für die Betreuung im Vorschulalter sollen weiter offenbleiben, das hat der Bundesrat erneut unterstrichen.

Espresso, 17.03.20, 08.13 Uhr

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
    Ich ärgere mich masslos. Wir Alten (ich zähle mich dazu) sollten zu Hause bleiben, damit sich die Jungen, welche keinen Schulunterricht haben, überall im Dorf breitmachen können!!! Das habe ich gestern in 8903 Birmensdorf beobachtet! Damit bin ich nicht einverstanden! Ich habe mich bereits an die Schulbehörde gewendet, bis jetzt aber keine Antwort erhalten!
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    1. Antwort von Okihara Herbst  (Okihara Herbst)
      Und was für eine Antwort genau ertwarten Sie? Verstehen Sie eigentlich warum die älteren Leute vor allem zu Hause bleiben sollen? Oder meinen Sie, dass auch Sie keinen Schulunterricht haben, deshalb Sie rein theoretisch auch draussen spielen dürften?
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    2. Antwort von SRF News (SRF)
      Das Problem (gemäss BAG) ist nun mal leider so, dass sich die ältere Generation schützen muss und die junge Generation weniger gefährdet ist..Zudem sind die Schulen geschlossen. Ältere Leute schützen sich vor Ansteckung, wenn sie direkte Kontakte vermeiden, die Jungen sollen sich draussen austoben. Daran ist nichts Argerliches, sondern stellt eine sinnvolle Empfehlung dar.
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    3. Antwort von Martin Gebauer  (Gebi)
      Und ich ärgerte mich Masslos, als am Wochenende immer noch 30 Senioren im Zug sassen, auf Schneeschuhtour gingen und "pralögeten", dass sie sich sicher nie einschränken würden. Dazu husteten sie sich gegenseitig ins Gesicht.
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  • Kommentar von Peter Amthauer  (Peter.A)
    Hier treffen Theorie und Praxis aufeinander. Wichtig ist halt, dass man versucht, die Vorgaben so gut wie möglich umzusetzen. Hundertprozentig geht das nicht. Man kann z.B. Pubertierende nicht wirklich dauerhaft daran hindern, das Haus zu verlassen. Was die dann draussen manchen? Sicher nicht alleine Spazierengehen.
    MfG
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    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Pubertierende haben die kognitiven Fähigkeiten, den Ernst der Lage zu begreifen. Wenn man sie nicht dazu bringen kann, den Regeln zu folgen, ist das Problem nicht die Pubertät.
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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Offenbar haben einige Leute nicht verstanden worum es wirklich geht. Es geht darum die Uebertragungen zu verlangsamen, zu verhindern und letztlich so sich und die Mitmenschen rund herum zu schützen. Kontakte nur wenn nötig und nicht vermeidbar. Solche "Zusammenkünfte" sind aber eher genau das Gegenteil dessen wozu man aufgefordert wurde. - Wenn man das Gegenteil dessen macht, was man machen sollte, hat es nichts mit Solidarität zu tun.
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