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Grünes Licht für die erste Covid-19-Impfung in der Schweiz
Aus Tagesschau vom 19.12.2020.
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Covid-Impfung in der Schweiz SRF-User zur Corona-Impfung: «Das schönste Weihnachtsgeschenk»

Jetzt ist es so weit, Swissmedic hat für den ersten Covid-Impfstoff grünes Licht gegeben. In wenigen Tagen solle es mit den ersten Impfungen bereits losgehen.

In der SRF-Kommentarspalte freuen sich viele über das «Weihnachtsgeschenk». Wie zum Beispiel Andreas Müller, für den es sogar das schönste sei, welches er je bekommen habe.

Ein starkes Licht am Ende des Tunnels – auch wenn er noch lang ist.
Autor: Daniela LangenauerSRF-Userin

Und auch für Daniela Langenauer ist es ein «fantastisches Weihnachtsgeschenk», sie hofft nun, am Ende des Winters ihre betagten Familienmitglieder wieder in die Arme schliessen zu können. Sie bedenkt aber auch: «Ein starkes Licht am Ende des Tunnels – auch wenn er noch lang ist.»

SRF-User Urs Heim dämpft ebenfalls die Freude, denn der Impfstoff sei nur der Anfang des langen Weges zurück zur neuen Wirklichkeit. Mattias Derungs erinnert denn auch daran, dass die Impfung noch lange kein Freibrief sei, um die bisherigen Massnahmen zu vernachlässigen.

Impfung nur gegen Maske

Die Zulassung des Covid-Impfstoffs durch Swissmedic hat auch impfskeptische User auf den Plan gerufen. Ein SRF-User schreibt, dass er die Impfung nur gegen die Maske eintauschen würde, ansonsten impfe er sich nicht. Auch Hanspeter Gantenbein fragt sich, warum er hier mitmachen soll. Schliesslich müsse er dann weiterhin alle Einschränkungen mitmachen.

«Es ist extrem demoralisierend, wenn jetzt ‹Experten› sagen, ein Impfstoff werde das Problem nicht vollständig lösen»: findet auch Pascal Weissmann. Denn von Anfang sei es klar gewesen, dass man einfach die Zeit bis zum Impfstoff überbrücken müsse.

Was diese neuartige Impfung angeht, bin ich vorsichtig und werde mich vorerst nicht impfen lassen.
Autor: Jessica WohlwendSRF-Userin

Während sich die einen daran stören, auch geimpft die Massnahmen mittragen zu müssen, sehen andere das Problem eher bei der allgemeinen Impfbereitschaft. So sei im Bekanntenkreis von SRF-User Pieder Caduff fast niemand bereit, sich impfen zu lassen: «Ich denke, dass sich diese Menschen auch nicht umstimmen lassen werden.»

Auch die neuartige mRNA-Impftechnik schreckt ab: Für Nico Stäger liegt hier der grosse Unterschied zur Grippeimpfung. Auch Jessica Wohlwend bezeichnet sich nicht als «Impfgegnerin» und sei selbst geimpft, aber: «Was diese neuartige Impfung angeht, bin ich vorsichtig und werde mich vorerst nicht impfen lassen.»

All die Unkenrufe bezüglich ‹Unausgereiftheit› halte ich für ahnungsloses Getöse.
Autor: Andreas MeierSRF-User

Für Mihai Löchli ist es «sehr, sehr mutig», sich mit einem so schnell entwickelten Stoff zu impfen. Schliesslich sei der Impfstoff unter riesigem wirtschaftlichem, politischem und medialem Druck zehnmal schneller als sonst entwickelt worden.

SRF-User Andreas Meier sieht hingegen ein «Meilenstein im ewigen Kampf Mensch gegen Virus» im Impfstoff von Biontech/Pfizer. Er erinnert auch daran, dass dies nicht möglich gewesen wäre, wenn nicht schon seit über 10 Jahren intensiv geforscht würde: «In diesem Sinne halte ich all die Unkenrufe bezüglich ‹Unausgereiftheit› für ahnungsloses Getöse.»

«Noch lange nicht das Gelbe vom Ei»

Christian Weber weist auf die vier weiteren Impfstoffe hin, die noch auf eine Zulassung warten: «Das ist jetzt mal der erste Impfstoff. Aber noch lange nicht das Gelbe vom Ei.» Auch für Martin Keller ist «nichts perfekt», ihm gebe aber der Impfstoff «riesige Hoffnung»: «Freuen wir uns doch für einmal am Ende dieses schwierigen Jahres, es kommt wieder besser.»

Quellen: Nature- Florian Krammer; NYT; FDAhttps://www.nature.com/articles/s41586-020-2798-3https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/30/opinion/corona-virus-covid-vaccine.htmlhttps://de.wikipedia.org/wiki/Klinische_Studie?veaction=edit&section=6Der Impfstoff-SprintEs dauert meist viele Jahre, einen Impfstoff zu entwickeln. Die Corona-Pandemie zwingt Unternehmen, Institute und Behörden zu neuen Wegen.COVID-19ImpfstoffNormales VerfahrenBeschleunigtes VerfahrenProduktionZulassung1 2345678 9101112131415JahreJahreMit Risiko auf NichtzulassungPhase III nach frühzeitigen Zwischen-analysenIn rollendem ProzessBasierend auf existierenden Prozessen von SARS- und MERS DesignEntwicklung15 Jahre oder mehrProduktionmehrere JahreKlinische TestsVerträglichkeitstests (~20-80 Personen)Phase I1 – 2 JahreDesignPräklinische Experimente und Design eines möglichen Impfstoffesmehrere Jahre10 – 18 MonateKlinische TestsIIIIIIEntwicklungEntwicklung des Produktionsprozesses und toxikologische Studien (Tierversuche)2 – 4 JahreZulassung1 – 2 JahreLizenzierungdurch BehördenPhase II2 JahreKlinische TestsÜberprüfung Konzept, Bestimmung der Dosis(~50-200 Personen)Klinische TestsPhase III2 – 3 JahreWirksamkeitsnachweis Marktzulassung der Therapie(~1000+ Personen)

Tagesschau, 19.12.2020, 19:30 Uhr;

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Hermann Roth  (Dr. Wissenschaftler)
    Impf-Gegner sind bisweilen aufdringlicher als gewisse (!) Veganer: Bei jeder Gelegenheit müssen sie einem unter die Nase reiben, dass sie sich nicht impfen lassen, wie schlimm das sei, wer davon profitiere und weshalb man es auch nicht tun soll. Fällt doch einfach euren Entscheid, handelt entsprechend und behaltet es für euch. Erstens interessiert es keinen und zweitens werdet auch ihr davon profitieren, wenn genügend Mitmenschen sich impfen und deshalb die Massnahmen aufgehoben werden können.
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  • Kommentar von Rolf Huber  (RolfHuber)
    Plot Twist: Zitat aus einem Artikel im heutigen St. Galler Tagblatt:

    "Gemäss einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com wollen von 1000 befragten Schweizern sich 57 Prozent nicht so rasch wie möglich Impfen lassen. "

    So viel zu den super Umfragen.
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  • Kommentar von Rolf Huber  (RolfHuber)
    Gemäss Umfrage lässt sich immerhin jeder zweite garantiert impfen, weitere 27% halten es zumindest für möglich. Das reicht also sehr gut für die Herdenimmunität, daher weiss ich nicht, was da für ein Getöse um die Nicht-Impfwilligen gemacht wird. Die angestrebte Impfquote von 60% dürfte daher locker erreicht werden. Wenn man noch die bereits immunen Menschen dazu zählt, umso lockerer. Man kann also den Ausstiegsplan aus den Massnahmen vorbereiten, im Sommer herrscht wieder Normalität.
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    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Herr Huber, ja im Sommer 2022. Bis die angestrebten 60-70% erreicht sind, wird es 6 - 12 Monate dauern.
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