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Crans-Montana Sicherheitsbeauftragter: Fehlende Kontrollen wegen IT-Umstellung

  • Für den derzeitigen Sicherheitsbeauftragten von Crans-Montana lässt sich das Fehlen von Kontrollen in der Bar «Le Constellation» insbesondere durch eine Umstellung des IT-Systems erklären.
  • Der Kanton Wallis gab seine Version der Ereignisse bekannt und verwies dabei auf die «kommunale Zuständigkeit».

Der seit Mai 2024 amtierende Sicherheitsbeauftragte von Crans-Montana sieht die Ursache für die lückenhaften Kontrollen in einer Umstellung des IT-Systems. Bei seinem Stellenantritt hätten ihm entscheidende Informationen gefehlt, etwa was die Verwaltung der Aufgaben und Fristen betrifft.

Dies habe seine Aufgabe erschwert und zu Verzögerungen bei den Brandschutzkontrollen beigetragen, erklärte er am Freitag vor der Staatsanwaltschaft. Diese Information von RTS wurde Keystone-ATS von einer mit dem Fall vertrauten Quelle bestätigt. Der Kanton Wallis hat sich gegen Versuche gewehrt, ihm eine Mitverantwortung für unterlassene Brandschutzkontrollen in Crans-Montana VS aufzubürden.

Gedenkstätte mit Blumen und Kerzen vor einer Holzkonstruktion.
Legende: Vor dem Eingang der Bar «Le Constellation» gedenken Angehörige und Bewohnerinnen und Bewohner von Crans-Montana den Opfern der Brandkatastrophe. (31.1.2026) REUTERS/Denis Balibouse

Rückblick: Im Jahr 2022 versuchte der Informatiker, der das betreffende System namens VS-FIRE verwaltete, die Polizei und die Feuerwehr zu erpressen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet und der Kanton Wallis beschloss, das System nicht mehr zu verwenden.

Dabei gingen Daten verloren – dies bestätigt der Kanton Wallis am Dienstag gegenüber SRF. Der Dienstleister habe die Zugangscodes nicht weitergegeben. «Es wurden Spezialisten beauftragt, die dem Kanton nach einer gründlichen Überprüfung empfahlen, die Daten auf dem Server des Betreibers nicht zu öffnen, da sie befürchteten, dass diese beim Öffnen beschädigt, miteinander vermischt und zerstört werden könnten», so der Kanton.

Kanton Wallis verweist auf Zuständigkeit der Gemeinden

Die Software für die Walliser Feuerwehren wurde seit 2009 entwickelt. In der Folge nutzten mehrere Gemeinden die von diesem Dienstleister konzipierte und entwickelte IT-Lösung für spezifische Aufgaben, die in die Zuständigkeit der Gemeinden fielen, insbesondere für Brandschutzkontrollen.

Das sagt der IT-Experte

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Der Freiburger Gerhard Andrey ist digitaler Unternehmer und Nationalrat der Grünen.

Zum IT-Debakel im Kanton Wallis sagt er: «Ich sehe die Gemeinden klar in der Verantwortung. Aber der Kanton und der Bund sind es genauso», sagt er. Nur gemeinsam könne die komplexe Digitalisierung gestemmt werden.

Er kritisiert, dass sich die Kantone auf eidgenössischer Ebene im Ständerat gegen verbindliche Standards in der digitalen Kommunikation ausgesprochen haben.

Zentral bei IT-Aufträgen ist laut Andrey, dass der Staat die Kontrolle über die Daten und die Software behalte – und die Rechte nicht allein beim Dienstleister seien.

«In diesem Zusammenhang fanden die Kontakte direkt zwischen den Gemeinden und dem IT-Dienstleister statt», erklärt der Kanton Wallis und weiter: «Es war daher nicht Aufgabe des Kantons, in diese Geschäftsbeziehung einzugreifen oder Daten zu bearbeiten oder zu verwalten, die den Gemeinden gehörten.»

Es war es nicht Aufgabe des Kantons einzugreifen.
Autor: Kanton Wallis

Im Jahr 2023 forderte der Kanton alle Feuerwehren mehrfach auf, ihre jeweiligen Daten in kurzen Abständen ausserhalb der Plattform zu sichern. Das System VS-FIRE wurde anschliessend durch das System LODUR ersetzt, und die meisten Daten der Feuerwehren konnten gesichert und in das neue System integriert werden. Was die anderen vom Dienstleister konzipierten und entwickelten IT-Lösungen betrifft, insbesondere für Brandschutzkontrollen, «war es nicht Aufgabe des Kantons einzugreifen», so dessen Einschätzung.

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