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CVP: Mit oder ohne C?
Aus Tagesschau vom 29.06.2020.
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CVP ohne «C»? Ohne C soll die neue Marke doppelt glänzen

Das religiöse Attribut soll weg: Die CVP-Spitze sieht sich durch Umfragen bestärkt und denkt dabei nicht nur an die BDP.

53 Prozent der CVP-Mitglieder sind der Meinung, die Partei brauche einen Namen, der sich auf die politische Mitte bezieht. Zwar fühlen sich die Parteigängerinnen und -gänger den christlichen Werten verbunden, doch sie sehen das «C» als Problem an, um wieder wachsen zu können.

Das besagt eine Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der Partei. Noch deutlicher fällt das Verdikt bei der allgemeinen Stimmbevölkerung aus: Dort lehnen fast 80 Prozent das «C» ab.

Regionaler Widerstand

Für Parteipräsident Gerhard Pfister zeigt die Umfrage vor allem, dass die CVP von aussen als eine religiös geprägte, katholische Partei wahrgenommen wird: «Das C hält 80 Prozent der Stimmberechtigten davon ab, uns zu wählen, selbst wenn sie mit unserer Politik übereinstimmen.»

Das C hält 80 Prozent der Stimmberechtigten davon ab, uns zu wählen.
Autor: Gerhard PfisterParteipräsident CVP

Mit der Umfrage hat die Parteileitung nun eine Grundlage, auf der sie die Namensdiskussion führen will. Verschiedene Parteiexponenten aus den konservativen Stammlanden haben sich bereits sehr kritisch geäussert, etwa die CVP des Kantons Wallis. Sie möchte ihren Namen behalten, egal was passiert.

Pfister weist darauf hin, dass fast die Hälfte der befragten Walliser CVP-Mitglieder es für eine schlechte Option hält, die Partei auf die christlichen Werte auszurichten: «Das muss diskutiert werden. Wir müssen aber als föderalistisch aufgebaute Partei die Balance finden zwischen einer erkennbaren Marke und der Autonomie der Kantone.»

Wir müssen die Balance finden zwischen einer erkennbaren Marke und der Autonomie der Kantone.
Autor: Gerhard Pfister

«Mitte-Schweiz» oder «Freiheit und Solidarität»

Die rund zehntausend Mitglieder und zusätzlich 2000 Stimmberechtigten gaben auch Auskunft darüber, welche Namen sie befürworten würden. «Mitte-Schweiz» etwa oder «Demokratische Volkspartei». Dabei stiess der Name «Freiheit und Solidarität» auf sehr viel Zustimmung, vor allem bei Nichtmitgliedern.

CVP und C.
Legende: C soll nicht vor dem Erfolg stehen: CVP-Präsident Gerhard Pfister stellte in Bern die Umfrageergebnisse vor. Keystone

Pfister sagt dazu: «Darüber müssen wir wirklich nachdenken – wie wir es schaffen, diese positive Aufnahme unserer zentralen Werte auch in unsere Marke einfliessen zu lassen. Da habe ich noch keine Lösung. Es ist für mich eine sehr überraschende, aber auch eine erfreuliche Erkenntnis.»

BDP als wichtige Motivation

Eigentlich hat die Partei keine Wahl, will sie die Fusionspläne mit der BDP vorantreiben. Diese ist in reformierten Gebieten am erfolgreichsten und würde es nicht akzeptieren, einfach der CVP beizutreten.

Die Fusionspläne und die Namensänderung gingen deshalb Hand in Hand, sagt Pfister: «Das müssen wir parallel führen, damit wir unserer Basis einen Vorschlag unterbreiten können, wie wir die Strategie für 2023 ansehen.»

Umfrage: Grosses Wählerpotenzial

Im November möchte der Parteivorstand der Delegiertenversammlung der CVP Vorschläge für den einen neuen Namen und für die Fusion mit der BDP vorlegen. Zwei grosse Projekte treiben die Partei also um. Die Umfrage stimmt die CVP hoffnungsvoll: Sie ortet ein Potenzial von über 20 Prozent Wähleranteil – also fast doppelt so viel wie heute.

Rendez-vous, 29.06.2020, 12:30 Uhr

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57 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Kessler  (KLERUS)
    Eigentlich ist der Name zweitrangig, die Innhalte sind wichtig! Das einzige dass ich der CVP ankreide, ist so zu tun als wäre der Humanismus aus dem Christentum entsprungen. Es war gerade die katholische Kirche, die in ihrem Wahn die Wissenschaft verleugnete und die Menschen in gute und nicht Christen zu unterteilen suchte. Mit freundlichen Grüßen
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Beat Kessler: Vermutlich verwechseln Sie die christlichen Werte mit deren Umsetzung in den verschiedenen Religionsgemeinschaften. In fast allen Religionen etablierten sich ein Art Amtsträger, eben der Klerus, die dann die Richtung angaben. Beim "C" hier geht es aber nicht um den Klerus, sondern um die Werte, die dahinterstehen. Europa war 100% christlich als der Humanismus entstand. Wäre Europa damals islamisch gewesen, wäre möglicherweise kein oder ein total anderer Humanismus entstanden. MfG
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    2. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Der Name einer Partei ist wichtig, denn er sagt viel über deren Ausrichtung aus. Ob der Humanismus aus dem Christentum entstanden ist oder nicht ist wohl schwierig herauszufinden. Dass das Christentum aber einen Einfluss auf den Humanismus hatte und noch hat ist sicher so. Ob er gut ist oder nicht ist wohl Ansichtssache. Ihre Kritik an der Katholischen Kirche teile ich zwar, dies hat aber mit der CVP nur bedingt zu tun.
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  • Kommentar von Kari Raeschter  (K. Raeschter)
    Ob mit oder ohne "C". Solange diese Partei weiterhin ihre Wischi-Waschi-Politik macht und stimmt wie das Fähnchen im Winde, wird sie nicht mehr Stimmen bekommen. Das Hauptproblem der CVP ist doch, dass man bei ihr nicht immer weiss, wo sie politisch steht; einmal Links; dann Rechts. Da wählen halt viele lieber die jeweiligen Originale von Links und Rechts und nicht eine "Kopie".
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Kari Raeschter: Die Realität ist eben nicht nur rechts oder links / schwarz oder weiss, etc. Für diese einfachen Lösungen haben wir ja bereits die Polparteien SP und SVP. Oft muss man aber Kompromisse eingehen. Das ist in der Politik nicht anders als im Privatleben. Das ist dann die Politik die umsetzungsfähig ist. Den Beweis dazu sehen Sie in den Voksabstimmungen. Die CVP gehört fast immer zu den Siegern. Die SVP und die SP meistens zu den Verlierern, weil sie zu extreme Forderungen stellen.
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  • Kommentar von Markus Breitschmid  (Markus in Washington)
    Die CVP zählt etwa 11% Wähleranteil. Von diesen 11% wählen doch grossmehrheitlich die CVP, weil die CVP die Partei der Katholiken ist. Jetzt will man tatsächlich jener Teil unkenntlich machen, welcher noch das letzte verbleibende Identitätsstiftende der CVP ist. Sehr schlau! Eine Partei schafft sich selbst ab. – Wenn die Katholiken dann nicht mehr der CVP ihre Stimme geben, wird diese neue Partei bei 3% ankommen. Die anderen Parteien wird's freuen.
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    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Die CVP ist keine Partei der Katholiken, dies war Sie schon lange nicht mehr. Der Name steht für Christlichdemokratische Volkspartei. Sie entstand aber aus einer früher katholischen Partei. Ich war lange CVP-Wähler und bin Evangelisch-Reformierter, kein Katholik.
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    2. Antwort von David Neuhaus  (Um Neutralität bemüht)
      Herr Breitschmid, ersetzen sie in ihrem Kommentar Katholiken mit Christen und sie haben 100% recht. Im übrigen: Welche Partei oder überhaupt wer vertritt heute noch christliche Werte in der Zeit des Tanzes um das goldene Kalb, der Anbetung des Mammons?
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    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Markus Breitschmid: Das ist ja genau das Dilemma. Da es immer weniger bekennende Katholiken gibt die deswegen die CVP wählen und sich 80% der anderen offenbar am "C" stören und deswegen die Partei nicht wählen hat die CVP ja gar keine andere Wahl als den Namen zu ändern. Sonst hat sie am Ende wirklich nur noch die 3% Wähleranteil, ähnlich wie die EVP.
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