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Cyberattacke gegen Ruag 2016 Die Ruag-Hacker bleiben unentdeckt

Die Bundesanwaltschaft kann die Täter nicht finden – und stellt die Ermittlungen vorläufig ein.

Legende: Audio Spionage-Ermittlung im Fall Ruag gescheitert abspielen. Laufzeit 02:14 Minuten.
02:14 min, aus HeuteMorgen vom 27.08.2018.

Wegen Spionage gegen die Ruag hat die Bundesanwaltschaft zweieinhalb Jahre lang ermittelt. Sie hat versucht, den Hackern auf die Spur zu kommen – ohne Erfolg.

Die Bundesanwaltschaft habe das Strafverfahren nun sistiert, bestätigt Informationschef André Marty gegenüber SRF. «Der Grund dafür ist, dass die Täterschaft – respektive deren Aufenthaltsort – unbekannt geblieben ist. Das heisst, wir konnten die Täterschaft nicht eruieren.»

«Das ist in der Regel staatliches Hacking»

Fachleute indes sehen deutliche Hinweise darauf, dass der Angriff auf den Rüstungskonzern Ruag von Russland ausging. Offiziell bestätigen will das aber niemand.

André Marty von der Bundesanwaltschaft sagt dazu: «Ganz grundsätzlich und nicht direkt bezogen auf ein konkretes Strafverfahren kann man sagen, dass natürlich bei dermassen komplexen Realitäten meistens nur staatliche Akteure in Frage kommen. Das kostet zu viel Geld, das Know-How ist nicht vorhanden – das ist in der Regel staatliches Hacking.»

Welche Staaten hat die Schweiz um Hilfe gebeten?

Erfahrungsgemäss bittet die Schweiz bei politischen Delikten wie Spionage mögliche Täter-Staaten gar nicht erst um Rechtshilfe. Marty lässt offen, ob die Schweiz Russland oder andere Staaten um Hilfe gebeten hat. Er sagt aber: «Rechtshilfe macht dann Sinn, wenn ich davon ausgehen darf, dass eine Behörde im Ausland auch ein Interesse daran hat, meine Fragen zu beantworten. Sonst macht das relativ wenig Sinn.»

Der Fall Ruag bleibt also ungeklärt. Nur wenn neue Beweise auftauchen würden, könnte die Bundesanwaltschaft das Verfahren wieder aufnehmen. Die Ruag selbst kommentiert die neue Entwicklung nicht und schreibt lediglich: Man habe den Hacker-Angriff aufgearbeitet und mache verschiedene Anpassungen bei der Informatik.

Weitere Fälle sind ungeklärt

Die Bundesanwaltschaft muss übrigens auch in einem weiteren gravierenden Cyber-Fall kapitulieren: Vor rund einem Jahr hatten Hacker das Verteidigungs- und das Aussendepartement angegriffen. Auch hier verdächtigen Fachleute Russland. Die Bundesanwaltschaft aber kam nicht weiter bei den Ermittlungen – und hat auch diese Spionage-Verfahren sistiert.

SRF 4 News, 05.30 Uhr

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Kari Raeschter (K. Raeschter)
    Wenn der Staat nicht mal annähernd in der Lage ist, Hacker ausfindig zu machen, dann sollte man bei uns vom E-Voting vorläufig die Finger lassen. Denn wer bestätigt uns denn da, dass alles rechtens und ohne Hacking abgestimmt wurde, wenn das E-Voting mal online ist.
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  • Kommentar von Friedrich Stowasser (H.B.)
    Das hat nun wohl gar nichts mit einander zu tun. Nicht nur reden wir von völlig unterschiedlichen Technologien, vor Allem ist eine Abstimmung darüber, ob die Turnhalle im Gümmligermoos eine neue Tartanbahn erhalten soll eher relativ wichtig im Vergleich zu den Geschäftsfeldern der RUAG.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Vielleicht ist ja der Übeltäter in der Schweiz zu suchen und man möchte keinen zweiten Jeanmaire.
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