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Datenschutzlecks bei meineimpfungen.ch
Aus Tagesschau vom 23.03.2021.
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Datenleck bei Impfplattform? Datenschützer eröffnet Verfahren gegen meineimpfungen.ch

  • Der Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) hat ein formelles Verfahren gegen die Betreiberin der Plattform www.meineimpfungen.ch eröffnet.
  • Zuvor hatte das Onlinemagazin «Republik» mögliche Datenschutzverletzungen der Plattform aufgedeckt und Anzeige erstattet.
  • Demnach sollen Hunderttausende Impfdaten für Hacker einfach zugänglich und manipulierbar gewesen sein.
  • Der EDÖB erachtet die geltend gemachten Datenschutzverletzungen als plausibel. Die Plattform ist seit Montag offline.

Der EDÖB habe die von der «Republik» erhobenen Vorwürfe, Link öffnet in einem neuen Fenster über mögliche Datenschutzverletzungen der Impfplattform www.meineimpfungen.ch summarisch geprüft. Nach Rücksprache mit dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) sei er zum Schluss gekommen, dass die angezeigten Verletzungen plausibel sind. Er habe die Stiftung aufgefordert, die Plattform bis auf Weiteres vom Netz zu nehmen. Das schreibt der EDÖB in einer Mitteilung. meineimpfungen.ch führt im Auftrag des BAG das elektronische Impfbüchlein. Man kann dort freiwillig seine Impfungen elektronisch registrieren.

«Die Datenbearbeitung der Impfplattform ist geeignet, die Persönlichkeitsrechte einer grossen Zahl von Personen zu verletzen, zumal es sich in diesem Fall um besonders schützenswerte Personendaten betreffend die Gesundheit handelt», heisst es in der Mitteilung weiter. Die Plattform wurde am Montag vom Netz genommen.

Die Verantwortlichen der Stiftung sind nun aufgefordert, gegenüber dem EDÖB sehr rasch zu den erhobenen Vorwürfen und der Anzeige Stellung zu nehmen. Ausserdem erwarte der Beauftragte Angaben über allfällige Datenverluste.

Die «Republik» hatte berichtet, Hacker hätten auf alle jemals ausgestellten Impfnachweise zugreifen können. Sie hätten solche Dokumente selbst auch ausstellen können, auch für Menschen, die gar keine Impfung erhalten haben.

BAG: Plattform myCOVIDvac.ch wird deaktiviert

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Beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass man durch externe Hinweise von möglichen gravierenden Sicherheitsmängeln bei der elektronischen Plattform myCOVIDvac.ch erfahren habe. Die Plattform werde von der Stiftung meineimpfungen.ch im Auftrag des BAG betrieben und dokumentiere Impfungen gegen das Coronavirus im elektronischen Impfbüchlein www.meineimpfungen.ch. Diese Dokumentation ist freiwillig.

Das BAG hat nach eigenen Angaben die Stiftung sofort beauftragt, den Hinweisen nachzugehen und die Mängel zu beheben. Bis dahin werde die Plattform myCOVIDvac.ch deaktiviert. Die Stiftung hat laut BAG bereits erste Schritte eingeleitet.

Info 3, 23.03.2021, 12.00 Uhr;

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46 Kommentare

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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Dass sich jemand als Arzt einloggen kann ohne selber Arzt zu sein, ist der Dreh- und Angelpunkt des Problems, welches einfach über eine E-ID hätte gelöst werden können.
    Ironischerweise haben gerade die Republik und dieselben Experten mit wilden Argumenten, nerdigem Technologiegerede und unbewiesenen Szenarien massgeblich zu deren Diskreditierung und faktischen Ablehnung beigetragen.
    1. Antwort von Jérôme Perret  (JPerret)
      Bereits im Januar 2021 berichtete die Republik über Sicherheitsmängel bei Meineimpfungen.ch. Damals ging es um technische Fragen, die teilweise behoben wurden. Die Republik sorgt hier für Qualitätsverbesserung.
    2. Antwort von René Baron  (René Baron)
      @Perret:
      Als teamorienter, kollaborativer und konstruktiver Bürger hätte ich mit diesem Wissen lieber dieser Firma bei der Lösung ihrer Probleme geholfen und es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, stattdessen aus dem Problem der anderen, auf Kosten der Schweizer Reputation, Profit zu machen.
  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Vielleicht kapiert nun such Frau BR KKS, warum das Stimmvolk die „private“ e-ID abgelehnt hat!
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      @Petermann: Man hat nicht nur die "private" E-ID abgelehnt (sie ist und war NIE privat!), sondern man hat faktisch die E-ID ganz grundsätzlich verhindert.
      Aber gerade die E-ID hätte das Grundproblem des der ImpfApp gelöst: dass sich nämlich nicht jedermann einfach als Arzt ausgeben kann, um damit Zugriff auf Patientendaten zu erhalten.
      Solange aber der Bürger nur auf dem Niveau der Republik.ch mitreden kann, ohne die Zusammenhänge zu verstehen, kommen wir nie weiter.
    2. Antwort von Heinz Schawalder  (flup)
      @Petermann &Baron
      genau das ist der Punkt, warum die Mehrheit die e-ID abgelehnt hatte und nicht eine e-ID schlechthin. Das haben auch Analysen der Abstimmung klar gezeigt. Die Plattform von meineimpfungen.ch wird von einer privaten Stiftung betrieben und vom BAG nur finanziell unterstützt. Diese Stiftung hat sich erst kürzlich noch mit der guten Sicherheit der Plattform gebrüstet.

      Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Nach Behebung der Sicherheits-Probleme kann die Plattform wieder ans Netz.
  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Auch an dieser Stelle wieder einmal ein Lob an die Online-Zeitung REPUBLIK!: gründliche Recherche, und auch sonst: spannende Beiträge, Durchdachtes, zu Denken/Reden Gebendes. Leider fällt seit ein paar Tagen der covid-19-abendletter weg. Aber sonst: gute Begleitung in der Pandemie!, gerade weil die Journis da an den PKs nicht selber an vorderster Front hocken, sondern sich Zeit nehmen, das eine oder andere zu überprüfen. Ja, das ist ein Werbespot! Danke